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BEWERTUNG: Hairspray, New Victoria Theatre Woking (UK-Tour) ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
19. März 2016
Von
douglasmayo
Die Besetzung von Hairspray. Foto: Elie Kurtz
New Victoria Theatre (UK-Tour)
18. März 2016
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Good Morning Baltimore! Es sind die frühen Sechziger in Baltimore, und in Amerika steht ein gewaltiger Wandel bevor. Tracy Turnblad, ein Mädchen mit ganz viel Herz und noch viel mehr Haar, ist bereit, alles auf den Kopf zu stellen.
Es ist Hairspray, das Tony- und Olivier-Award-prämierte Musical, das gestern Abend das New Victoria Theatre in Woking in Brand gesetzt hat – und am Ende ein Publikum hinterliess, das lautstark nach mehr verlangte.
Marc Shaiman (Musik und Liedtexte), Scott Wittman (Liedtexte) sowie Mark O’Donnell und Thomas Meehan (Buch) haben John Waters’ Film von 1988 zum Musical gemacht, ohne dabei auch nur einen Funken der Magie zu verlieren. Die Show fängt das Lebensgefühl der Zeit perfekt ein und steckt voller Humor. Es ist eine Welt voller überlebensgrosser Figuren – doch sie sind so gut geschrieben, dass sie glaubwürdig bleiben und vom Publikum rund um den Globus ins Herz geschlossen werden konnten.
Diese aktuelle UK-Tournee unter der Regie von Paul Kerryson wird von purem Talent getragen. Auf der Bühne brennt wirklich jede*r – offensichtlich mit riesiger Spielfreude – und bringt diese herrlich überdrehte Geschichte mit Wucht auf die Bühne. Ziemlich berauschend.
Freya Sutton ist eine geborene Tracy Turnblad. Ihre Darstellung sprüht vor Lebensfreude. Sie bump’t, sie grindet und sie groovt – schlicht unwiderstehlich. Matt Rixon spielt Edna Turnblad; in seiner Interpretation steckt viel Ehrlichkeit und Anmut. Edna ist eine echte Schönheit, und Peter Duncans Wilbur Turnblad trägt seinen Stolz die ganze Zeit über sichtbar vor sich her. Die Dynamik dieser Familienkonstellation stimmig hinzubekommen, kann knifflig sein – aber diese drei sind einfach perfekt. „You’re Timeless To Me“ ist schlicht grandios.
Die Besetzung von Hairspray. Foto: Ellie Kurtz.
Jon Tsouras ist ein grossartiger Corny Collins. In seinem Entertainer trifft Talent auf genau das richtige Mass an Ego. Brenda Edwards ist eine perfekte Motormouth Mabelle. Ihre soulige Interpretation von „I Know Where I’ve Been“ war voller Bedeutung – und absolut unwiderstehlich.
Monique Young spielt Penny Pingleton, Tracys beste Freundin. Penny ist die ultimative Raupe, die zum Schmetterling wird – und Young treibt Pennys Nerdigkeit nie zu weit.
Ashley Gilmour bringt genau die richtige Mischung aus Selbstbewusstsein, Unsicherheit und dem stereotypen Sportler-Typ in die Rolle des Link. Zwischen Gilmour und Sutton stimmt die Chemie, und dadurch sind „It Takes Two“ und „Without Love“ echte Highlights.
Die „nicest kids in town“ und die Kids vom „Negro Day“ bewegten sich quer über die Bühne – getragen von der energiegeladenen Choreografie des Wunderkinds Drew McOnie. Mit viel Gespür für den Zeitgeist arbeitet dieses Ensemble unglaublich hart, und die Energie, die es erzeugt, könnte eine ganze Kleinstadt zum Leuchten bringen. Sie scheinen nie stillzustehen!
Claire Sweeney definiert das Wort „Diva“ mit ihrer Velma Von Tussle völlig neu. Perfekt kontrolliert – und ihr Zusammenbruch am Ende des zweiten Akts brachte das Haus zum Toben. Einfach grossartig! Ihre Szenen mit der Bühnen-Tochter Lauren Stroud sind eine reine Freude.
Adam Price und Tracey Penn wechseln mühelos zwischen ihren Figuren, ohne auch nur einmal chaotisch zu wirken. Du nennst es – sie können es spielen!
Ein besonderes Lob gilt Layton Williams, der als Understudy für Seaweed auf der Bühne stand. Williams lieferte eine umwerfende Performance als geschmeidige Naturgewalt, die Tracy zum Grooven bringt.
Wunderschön ist auch das Bühnenbild für „The Big Doll’s House“ (im Film gestrichen), das an „Women Behind Bars“ erinnert – ein Highlight dieser rasanten Produktion.
Liam Dunachies Band klingt herrlich „brassy“ und verleiht der Partitur genau die richtige Mischung aus Glanz und Drive – und holt damit das 60er-Feeling in Shaimans fantastischer Musik voll heraus.
Auch wenn Hairspray eine ernste Botschaft über Integration und Verständnis trägt, ist es im Kern ein Musical voller Freude und Liebe – und genau diese Gefühle strömten dank dieser aussergewöhnlich talentierten Besetzung von der Bühne ins Publikum.
Ich wette, niemand verlässt diese Produktion, ohne tanzend aus dem Theater zu gehen.
Erfahren Sie mehr über die Hairspray-Tournee.
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