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REZENSION: Harry Potter und das verwunschene Kind, Palace Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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v.l.n.r.: Alex Price (Draco Malfoy), Paul Thornley (Ron Weasley), Noma Dumezweni (Hermione Granger), Jamie Parker (Harry Potter) und Poppy Miller (Ginny Potter) Foto: Manuel Harlan Harry Potter und das verwunschene Kind – Teile Eins und Zwei

Palace Theatre

27. Juli 2016

5 Sterne (und noch mehr)

Jetzt buchen Ich bezweifle, dass selbst J. K. Rowling eine Ahnung hatte, als sie den Stift ansetzte, um die erste Harry-Potter-Geschichte zu schreiben, dass sie eine Welt und Figuren erschaffen würde, die so geliebt und ikonisch werden. Etwas, das Menschen jeden Alters anspricht und sie zusammenbringt. Gestern im Londoner Palace Theatre habe ich etwas ziemlich Magisches erlebt – und das allein schon beim Beobachten des Publikums. Harry Potter und das verwunschene Kind war endlich da, und was sich oben auf der Bühne abspielte, war schlicht aussergewöhnlich.

Harry Potter und das verwunschene Kind ist ein Stück – nein, ein echtes Theatererlebnis –, das die Geschichte von Harry Potter rund 20 Jahre nach dem Zeitpunkt aufnimmt, an dem wir ihn im letzten Film verlassen haben. Harry und Ginny, Ron und Hermine haben inzwischen alle ihre eigenen Familien, und mit diesen Familien kommen all die Höhen und Tiefen des Familienlebens. Mehr zu sagen, würde die Magie wohl verderben; doch so viel sei gesagt: Diese Potter-Geschichte ist genauso kreativ, genauso herausfordernd und genauso süchtig machend wie alles, was zuvor kam.

v.l.n.r.: Noma Dumezweni (Hermione Granger), Jamie Parker (Harry Potter) und Paul Thornley (Ron Weasley) Foto: Manuel Harlan

Wunderbar an diesem Stück ist, dass es kein Buch gab, das dem Publikum verraten hätte, was kommt. J. K. Rowling, Jack Thorne und John Tiffany haben eine neue Geschichte geschaffen, die Figuren aus Rowlings magischer Welt aufgreift, aber ganz bewusst für die Bühne gebaut ist – und das ganze Publikum darf gemeinsam dabei sein, wenn sie sich entfaltet.

Um mich herum sassen Hardcore-Fans und Menschen, die die Filme geliebt hatten und nun wissen wollten, wie es weitergeht. Das wirklich Unglaubliche war die kollektive Reaktion, als sich die Handlung entwickelte. Kurz bevor Teil Zwei begann, sass ich dabei und lauschte, wie ebendiese Superfans darüber spekulierten, was Teil Zwei bereithalten könnte. Jede*r hatte seine ganz eigene, erstaunliche Plot-Variante – und ich war ziemlich verblüfft, dass einer von ihnen mit vielem nahezu richtig lag. Und doch blieb selbst er bei manchen Wendungen mit offenem Mund zurück.

Diese Produktion ist auf jeder Ebene ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens. Jeder Aspekt ist so sorgfältig durchdacht – bis hin zur Wahl des Spielorts. Es ist nicht ganz immersives Theater, aber es besteht kein Zweifel: Das grossartige Palace Theatre ist genauso ein Star dieser Show wie jede Person auf der Bühne.

v.l.n.r.: Jamie Parker (Harry Potter) und Sam Clemmett (Albus Potter) Foto: Manuel Harlan

Regisseur John Tiffany und Movement Director Steven Hoggett, die bereits mit Once Theatermagie geschaffen haben, werden zweifellos ihr eigenes Verlies bei Gringotts öffnen – denn sie haben erneut Theatergold gefunden. Das ist eine schlanke, wunderschön erzählte und dabei unglaublich beeindruckende Produktion. Bewegung wird dramatisch eingesetzt, Umhänge wirbeln, und Stück für Stück entfaltet sich die Geschichte. Ich war von Anfang bis Ende wie verzaubert.

Bühnenbildnerin Christine Jones, Kostümbildnerin Katrina Lindsay und Lichtdesigner Neil Austin haben für „Harry Teil 8“ einen Spielplatz geschaffen: eine Fülle von Schauplätzen, vertraute Figuren und ein paar absolut umwerfende Überraschungen. Illusionist Jamie Harrison nutzt diese Spielwiese bis zur letzten Ecke und sorgt für Momente, bei denen einem der Kiefer runterklappt. Das ist technisches Theater in Bestform.

Als Harry Potter ist Jamie Parker alles, was man sich nur wünschen kann (und noch mehr). Parker zeigt einen Harry, der schon früh enorme Verantwortung tragen musste; ihm dabei zuzusehen, wie er sich auch im Erwachsenenleben zurechtfindet – mit ganz neuen Herausforderungen –, ist ein Privileg. Poppy Miller als Ginny Weasley ist schlicht perfekt. Ginny ist Mutter, Vertraute, Ehefrau und Kämpferin – und wir würden es nicht anders wollen.

v.l.n.r.: Anthony Boyle (Scorpius Malfoy) und Sam Clemmett (Albus Potter) Foto: Manuel Harlan

Paul Thornleys Ron und Noma Dumezwenis Hermine runden das ursprüngliche Freundestrio perfekt ab. In beiden Darstellungen steckt eine beeindruckende Ehrlichkeit. Kein Moment fühlt sich je unangenehm an – und nie muss man seinen Unglauben „aussetzen“.

Eine der interessantesten Leistungen kommt von Alex Price als Draco Malfoy. Malfoy ist ein Mann mit enormem Stolz und enormer Stärke. Er hat jedoch im entscheidenden Moment auf das falsche Pferd gesetzt. Wie macht man danach weiter? Prices Darstellung ist meisterhaft; seine Reise mit seinem Sohn Scorpius ging mir richtig unter die Haut und hat meinen Respekt für diese Figur enorm wachsen lassen. Bravo!

Harry Potter und das verwunschene Kind ist in hohem Masse ein Stück über Beziehungen zwischen Eltern und Kindern – und in dieser Produktion begegnen wir auch der nächsten Generation, insbesondere Sam Clemmetts Albus Potter und Anthony Boyles Scorpius Malfoy. Ihre Beziehung auf der Bühne ist aussergewöhnlich. Diese beiden grossen Talente sollte man im Auge behalten.

v.l.n.r.: Anthony Boyle (Scorpius Malfoy) und Alex Price (Draco Malfoy) Foto: Manuel Harlan

Es gibt so viele Figuren in dieser Produktion, dass sie in jeder Hinsicht so episch wirkt wie jede der Filmadaptionen – doch trotz der üppigen Dimensionen der Show bleibt das emotionale Zentrum vollständig intakt.

Die Mega-Fans neben mir sagten kurz vor Beginn von Teil Eins, sie hätten keinerlei Zweifel, dass Harry Potter und das verwunschene Kind grossartig sein würde. Sie vertrauten darauf, dass J. K. Rowling nicht beteiligt gewesen wäre – oder es zugelassen hätte –, wenn es nicht ihren Vorstellungen entsprochen hätte. Sie waren sicher, dass sie sie nicht enttäuschen würde. Nun, meiner Meinung nach hat sie das auch nicht. J. K. Rowling, die Produzenten, Ensemble und Kreativteam sowie die hart arbeitende Crew haben eines der besten Theatererlebnisse meines Lebens geschaffen. Wenn es weitere Harry-Geschichten geben sollte, dann bitte genau so.

Am Ende der Aufführung standen mir buchstäblich die Tränen in den Augen – wie vielen um mich herum auch.

PS: Damit alle die Show genau so erleben können wie ich, bitten die Produzenten alle darum, die Geheimnisse zu bewahren („Keep The Secrets“). Und in diesem Sinne – und ich hoffe, man merkt es dem Text an – gäbe es an dieser Produktion so viel, über das ich noch ewig schwärmen könnte. Macht es für alle magisch – keine Spoiler!

PPS: Ich habe Harry Potter und das verwunschene Kind an einem Tag in zwei Sitzungen gesehen. Wenn ihr echte Fans seid, schaut es unbedingt so – ich bezweifle, dass ihr die Spannung überlebt, wenn ihr länger als 24 Stunden auf Teil 2 warten müsst.  Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, die 20 Minuten vor Beginn schon wieder auf ihren Plätzen sassen, bereit für Teil Zwei. Da man für beide Teile denselben Sitz hat, sah ich, wie Zuschauer*innen mit Fremden ins Gespräch kamen, über die Show redeten und ihre Eindrücke teilten. Das war vielleicht das besterzogene Publikum, das ich im West End je erlebt habe: völlige Ruhe, gemeinsames Lachen und gemeinsames Staunen. Ein Dank auch an das wunderbare Nimax-Team im Palace – so viele freundliche Gesichter und ein grossartiger Service.

PPS: Die Produzenten haben angekündigt, dass am 4. August 2016 weitere 250.000 Plätze in den Verkauf gehen – Buchungen bis Dezember 2017.

JETZT BUCHEN FÜR HARRY POTTER UND DAS VERWUNSCHENE KIND

https://youtu.be/2jvwA5ObQeA

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