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REZENSION: Mlima's Tale, Kiln Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
23. September 2023
Von
markludmon
Mark Ludmon rezensiert Lynn Nottages kraftvolles Mlima’s Tale im Kiln Theatre in London
Foto: Marc Brenner Mlima’s Tale
Kiln Theatre, London
Vier Sterne
Trotz internationaler Verbote des Elfenbeinhandels geht die barbarische Jagd auf Elefanten und der illegale Markt für ihre Stoßzähne weiter. In Mlima’s Tale erforscht und enthüllt Lynn Nottage die Netzwerke der Schuld, die sich über die Welt spannen, indem sie die Reise der Stoßzähne eines Elefantenbullen, Mlima, nach dessen grausamer Ermordung durch Wilderer in der kenianischen Savanne verfolgt.
Foto: Marc Brenner
Die Kraft des Stücks kommt vom Geist Mlimas selbst, der jede Szene heimsucht, da, wie in La Ronde, die Schuld am Mord des Elefanten durch eine Kette verschiedener Charaktere verfolgt wird, von einem korrupten Polizeichef und einem wohlmeinenden Parkaufseher bis hin zu Importeuren, Künstlern und Sammlern. Sein Geist, unsichtbar für die Täter, beobachtet und reagiert auf die Entweihung seiner riesigen Stoßzähne, indem er die Schuldigen mit weißer Farbe, wie mit dem blutigen Mal Kains, markiert. Für einige ist die Motivation Gier oder Geldnot, während für andere die Komplizenschaft im Nichtstun aufgrund von äußerem Druck oder einfach im Wegsehen liegt.
Foto: Marc Brenner
In Zusammenarbeit mit Bewegungsregisseurin Shelley Maxwell verkörpert Ira Mandela Siobhan den edlen, leidenden Mlima mit geschmeidiger, sich windender Flüssigkeit. Die menschlichen Charaktere werden von den anderen vier Mitgliedern der Besetzung, darunter Gabrielle Brooks, Brandon Grace und Natey Jones, gut gespielt, aber sie sind flüchtig und oft skizzenhaft, was den geisterhaften Elefanten im Vergleich greifbarer und menschlicher macht. Er erzählt uns von seiner Familie und langen Abstammung, was das starke Gemeinschaftsgefühl unter Elefanten hervorhebt, die bekanntlich trauern und die Knochen ihrer Toten erkennen.
Foto: Marc Brenner
Unter der Regie von Miranda Cromwell ist Mlima’s Tale polemisch und aufschlussreich, verwandelt Fakten und Zahlen in eine fesselnde und bewegende Anklage des Elfenbeinhandels. Es erhält zusätzliche Kraft durch Femi Temowos Musik und Amy Maes abstrakte Lichtgestaltung mit wechselnden Farben, was zu einem eindringlichen, nachdenklich stimmenden Drama führt, das niemanden im Zweifel über die grausame und sinnlose Brutalität des Elfenbeinhandels und -sammelns lassen wird.
Läuft bis 21. Oktober 2023 im Kiln Theatre in London
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