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REZENSION: Songs For Nobodies, Ambassadors Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

11. Januar 2019

Von

jenniferchristie

Jennifer Christie rezensiert Bernadette Robinson in Songs For Nobodies, derzeit im Londoner Ambassadors Theatre zu sehen.

Bernadette Robinson. Foto: Nick Brittain Songs for Nobodies

Ambassadors Theatre

10. Januar 2019

5 Sterne

Tickets buchen „…die Leute reden ständig über Träume. Du kannst dein Traum sein. Du kannst deinen Traum haben. Du kannst den Traum leben. Aber das ist nur eine clevere Art, Leute zum Schweigen zu bringen und sie aufzuhalten, sich zu beschweren.“ Joanna Murray-Smith schrieb Songs for Nobodies als dramatisches Vehikel für Bernadette Robinson, eine australische Künstlerin mit einer aussergewöhnlichen Stimme. Unter der Regie von Simon Phillips wurde das Stück ursprünglich bei der Melbourne Theatre Company produziert. Es spielte vor ausverkauften Häusern in ganz Australien, bevor 2018 die Europa-Premiere in Wilton’s Music Hall folgte – und ist nun für eine Spielzeit ins West End ans Ambassadors Theatre transferiert.

Das Ambassadors Theatre ist wie gemacht für diese One-Woman-Show: Die Proportionen des Raums erlauben einen intimen Dialog zwischen Künstlerin und Publikum. Es ist eine zauberhafte Produktion, die die vielen Elemente des Theaters zu einem Ganzen verschmilzt – grösser als die Summe seiner Einzelteile.

Bernadette Robinson. Foto: Nick Brittain Das zentrale Juwel von Songs for Nobodies ist das bemerkenswerte Talent von Bernadette Robinson, deren Gesangstechnik bis zur Perfektion geschliffen ist. Robinson präsentiert fünf Diven aus unterschiedlichen Musikstilen und Epochen. Die Songs selbst sind dabei fast zweitrangig gegenüber den Erzählungen. Pointierte Beobachtungen und Bonmots werden mit Glanz und Verve serviert. Mühelos springt Robinson zwischen den Figuren hin und her und zieht ihr Publikum in den Bann – die Aufmerksamkeit lässt sie keine Sekunde los. Songs for Nobodies ist als einaktige, neunzigminütige Aufführung mit fünf eigenständigen Geschichten gebaut. Jede Story wird von einer „Niemand“ eingeführt: einer anonymen Frau, die in den unteren Sphären des Lebens verharrt. Ihre Leben werden für fünfzehn Minuten, für ein paar Stunden oder – im Fall von Piaf – über eine ganze Generation hinweg von Berühmtheit berührt. Jede Diva singt einen Song für diese Niemand, die ihn als nur für sich bestimmt empfindet – und der zugleich für alle das Wesen des Stars einfängt. Von den fünf Erzählungen ist die Geschichte der Nottinghamer Bibliothekarin Edie Delamotte die bewegendste. Sie schildert, wie Edith Piaf in Nazi-Deutschland Papa Delamotte das Leben rettet – und wie Edie Jahr für Jahr ihre Reverenz erweist. Dieses Segment enthält den Klassiker Non, Je Regrette Rien, mit Authentizität und tiefem Gefühl gesungen.

Bernadette Robinson. Foto: Nick Brittain

Begleitet wird Robinson von einer dreiköpfigen Band unter der Leitung des auf der Bühne sitzenden Pianisten Greg Arrowsmith. Matthew Whittington an der Percussion spielt eine ganze Reihe von Instrumenten, darunter Bongos und sanft schwingende Vibes. Im Billie-Holiday-Teil tritt Oliver Weston am Saxofon in einem Duett mit Robinson auf. Das ist ein Höhepunkt der Produktion – zusätzlich veredelt durch das Sounddesign von Justin Teasdale und Tony Gayle.

Die Vielfalt der Handlungsstränge verlangt nach einem einfühlsamen Design. Das dunkle Bühnenbild von Justin Nardella wirkt trügerisch schlicht, bietet Robinson jedoch einen vielseitigen Raum, in den sie sich hineinlegen kann. Stimmungsvolle Akzente setzt Lighting Designer Malcolm Rippeth, der Robinson in eine unterstützende visuelle Palette hüllt.

Vom Auftakt im eng gefassten Spot, der den Star konturiert, über die silhouettenhafte Perfektion von Judy Garland bis hin zur goldenen Pracht von Callas im Zentrum der Bühne: Das Licht definiert Figuren und Atmosphäre. Wunderschön ist ein Moment im Billie-Holiday-Segment, wenn Zigarettenrauch in einem einzelnen Lichtstrahl eingefangen wird, der sich steigert, während die Dame den Blues singt – und das Licht blau wird.

Die letzte „Niemand“ ist ein junges irisches Mädchen, Orla McDonagh, das einen Job auf der Onassis-Yacht Christina annimmt. Orla wird so in die Welt der reichen und berühmten „Jemande“ hineingezogen und fragt sich: „Wer könnte ich sein, wenn ich jemand wäre?“ Die Antwort liefert scheinbar die grandiose Robinson als Maria Callas mit Puccinis „Vissi D’arte“.

Die Worte dieser Arie spiegeln die oft schwierigen Leben der „Jemande“ dieser Welt:

„Ich gab meinen Gesang den Sternen, dem Himmel,

der mit noch grösserer Schönheit lächelte.

In der Stunde der Trauer

warum, warum, o Herr,

ach, warum belohnst du mich so?“ Während der letzte Ton dieser emotionalen Bitte im Ambassadors Theatre nachhallt, erhebt sich das voll besetzte Haus zu gemeinsamer Ovation.

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