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REZENSION: Der Zauberlehrling, Southwark Playhouse Online

Veröffentlicht am

Von

Ray Rackham

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Ray Rackham rezensiert das neue Musical The Sorcerer’s Apprentice, das im Southwark Playhouse aufgezeichnet wurde und jetzt online gestreamt wird.

Von links nach rechts, vorne: Vicki Lee Taylor, Marc Pickering (Fabian Lydekker), Kayleigh Thadani. Von links nach rechts, hinten: Tom Bales und Ryan Pidgen. Foto: Geraint Lewis The Sorcerer's Apprentice - A New Musical

Southwark Playhouse – online als Stream

3 Sterne

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Vor der Kulisse der Nordlichter und mit dem Spannungsfeld zwischen Fortschrittsdrang und den Auswirkungen unbeabsichtigter Konsequenzen im Blick erzählt The Sorcerer’s Apprentice, wie ein scheinbar entfremdeter Vater und seine Tochter gemeinsam die Welt retten – und dabei ihre zerbrochene Beziehung heilen könnten. Als neues Musical gibt es viel zu beklatschen; als „publikumsreifes“ Theaterstück fehlt der Inszenierung jedoch die letzte Raffinesse. Zudem wirkt der Streaming-Ansatz überhastet – etwas, das mittlerweile typisch für das Southwark-Playhouse-Umfeld zu werden beginnt.

Mary Moore (Eva Gottel) und David Thaxton (Johan Gottel). Foto: Geraint Lewis

Die Produktion verfügt über ein offensichtlich begeistertes Ensemble und eine hervorragende Band. David Thaxtons Gottel und Dawn Hopes Lamia Lyddeker verleihen dem Stück ordentlich Gravitas und führen jeweils ein brillantes Ensemble an. Nicola Blackman bringt – wie immer – die Bühne mit jeder Figur, die sie verkörpert, zum Leuchten: ob als geschniegelt-gesetzter Magistrat oder als gutmeinende Nachbarin. Zusammen mit Thaxton und Hope trägt sie viel dazu bei, die Passagen, die wirklich funktionieren, mit echter Klasse zu erden. Als Auftakt ist Mary Moores kantige Eva ein Vergnügen, und sie hat – zusammen mit Thaxton – zweifellos mit das beste Material. Das übrige Material jedoch hält nicht durchgängig mit dem Standard des temperamentvollen Ensembles Schritt, das diese Geschichte erzählt. Mutig nennt das Kompositionsteam einen Song MOTHER KNOWS BEST, obwohl es in der Welt des familienfreundlichen Musicaltheaters bereits ein deutlich stärkeres Lied gleichen Namens gibt – selbst wenn Hopes stimmliche Leistung in Sachen Wucht durchaus mit Donna Murphys in dem Musical Tangled mithalten kann.

Dawn Hope (Lamia Lydekker) und Marc Pickering (Fabian Lydekker). Foto: Geraint Lewis

Das Stück balanciert auf einem heiklen Drahtseil zwischen der richtigen Portion Ernsthaftigkeit, staunendem Glauben und Inbrunst – und schafft es fast. Ein paar Momente zu viel an Hochdrama gehen Hand in Hand mit hineingezwängtem Klamauk, der nicht immer zündet. Anachronistische Textzeilen reiben sich an einer Welt, die ansonsten in jenem lancashirehaften „früher“, wie man es aus Whistle Down the Wind kennt, verortet ist. Wenn die Figuren schliesslich zusammenfinden, um das Problem zu lösen, das sie im ersten Akt selbst angestossen haben, wirkt Akt zwei stellenweise fast wie eine Hommage an Into the Woods. An anderer Stelle wird Marc Pickerings herrlich komischer Fabian Lydekker von tanzenden Schergen umringt – in einer Nummer, die an Angela Lansburys Glanzauftritt in Anyone Can Whistle erinnert. Vieles wirkt etwas ausgetreten, als wären wir schon einmal hier gewesen.

Mary Moore (Eva Gottel) und Yazdan Qafouri (Erik Sondersson). Foto: Geraint Lewis

Es gibt einige wunderschöne Elemente in der physischen Umsetzung – allen voran Anna Kelseys sorgfältig ausgearbeitetes Kostümbild. Scarlet Wilderink hat zudem eine Reihe einfallsreicher Puppenspiel-Momente inszeniert, woraus eindrucksvolles Physical Theatre entsteht, das auf Film sehr gut eingefangen wird. Insgesamt bietet die gezeigte Zauberei einiges, das Freude macht.

Letztlich ist The Sorcerer’s Apprentice als Familienstück womöglich zu verschachtelt, um Kinder wirklich bei der Stange zu halten. Das gipfelt in einem zu langen und wenig musikalischen „Und wie geht es jetzt weiter?“-Abschnitt, der geradezu danach schreit, vollständig durchgesungen zu werden. Wie Thaxtons Gottel singt: „there’s magic in the air“ – doch vielleicht liesse sich diese Magie durch weitere Workshops besser und vollständiger einlösen. The Sorcerer’s Apprentice hat das Zeug zu einem grossen neuen Musical; nur gefunden hat es sich noch nicht ganz.

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