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KRITIK: Abigail, The Bunker Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Tia Bannon und Mark Rose in Abigail

The Bunker Theatre

12. Januar 2017

Drei Sterne

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Ein Mann und eine Frau – ihre Namen erfahren wir nie – treffen sich auf einem Flug nach Berlin. Er ist ein erfahrener Reisender, mit einer Bucket List voller weltweiter Must-sees. Sie ist es weniger, mit einem schwarzen Humor und einer Vorliebe für Yoga. Im Laufe des nächsten Jahres beginnen sie eine Beziehung, die sehr zerstörerisch wird.

Tia Bannon und Mark Rose in Abigail

Die Laufzeit von 60 Minuten hat in diesem rasanten Parforceritt durch eine Liebesgeschichte, die bitter kippt, ordentlich Wucht – doch genau das könnte auch ein Makel sein. Eine kurze Spieldauer ist oft ein Vorteil, besonders für ein Publikum, das auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist – und erst recht an einem Abend wie diesem, an dem London von schlechtem Wetter heimgesucht wird. Allerdings sage ich das selten über Stücke, die so oft am gegenteiligen Problem leiden: Abigail würde sehr davon profitieren, deutlich länger zu sein.

Autorin Fiona Doyle entwirft eine wunderbare, vielschichtige Erzählung, mit unzähligen Andeutungen auf Geheimnisse und die Vergangenheit dieser Figuren – beides hervorragend geschrieben. Als Paar haben die beiden Momente von schierer Zärtlichkeit, zugleich können sie zueinander absolut widerwärtig sein, mit erschreckend dunklen Konsequenzen. Doyle versteht es zudem, ein Stück zu strukturieren. Die fragmentierte Zeitleiste, die zwischen entscheidenden Momenten der Beziehung hin- und herspringt, streut dem Publikum Hinweise; dadurch wirkt die letzte Szene (in der sich das Paar erstmals begegnet) besonders enthüllend. Die Kürze der Szenen hält ausserdem die Aufmerksamkeit im Raum. Doch diese Geheimnisse – besonders jene der jungen Frau, die eindeutig etwas über ihr Verhältnis zur Familie verbirgt – werden nie wirklich eingelöst. In dieser Stunde stecken sehr viele Ideen, und man fragt sich, ob es am Ende nicht einfach ein paar zu viele sind.

Tia Bannon und Mark Rose in Abigail

Zwei-Personen-Stücke lassen den Darsteller*innen keinen Ort zum Verstecken – und Mark Rose nimmt diese Herausforderung mit Bravour an. Trotz des kleinen Raums wirkt er völlig souverän, sein Spiel natürlich und glaubwürdig. Ihm ebenbürtig ist Tia Bannon als unberechenbare, kontrollsüchtige Frau.

Max Doreys Bühne ist in ihrer Schlichtheit äusserst wirkungsvoll. Das Set besteht aus Dutzenden von Kisten, die zu einem Stapel zusammengesetzt sind. Dieses Gefühl des Provisorischen, eines Lebens im Wandel, passt zur nomadischen Natur der beiden Reisenden, die beide auffallend ungern nach Hause zurückkehren. Einige Kisten enthalten Requisiten, sodass sie schnell und unkompliziert greifbar sind, ohne das Spiel zu bremsen. Zugleich ist das Konstrukt stabil genug zum Klettern und wird zum Berg für eine Wanderung der Figuren. Christopher Nairnes Licht setzt klare, unmissverständliche Übergänge zwischen Szenen und Zeitsprüngen. Lob gebührt Regisseur (und künstlerischem Leiter des The Bunker) Joshua McTaggart, der den Raum ausgezeichnet nutzt.

Tia Bannon und Mark Rose in Abigail

Letztlich wirkt Abigail wie ein verwirrtes Gebilde, gebremst von zu vielen guten Ideen in zu kurzer Zeit. Die gute Produktion rettet das Stück ein Stück weit, doch insgesamt bleibt das Ergebnis enttäuschend vage und unbefriedigend.

Bis 4. Februar 2017

Fotos: Anton Belmonte für 176 Flamingo Lane.

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