NACHRICHTEN
REZENSION: Annie Jnr, Arts Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
4. August 2015
Von
danielcolemancooke
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Annie
Arts Theatre
3. August 2015
3 Sterne
Leapin’ lizards – obwohl ich ein großer Musical-Fan bin und den Film Annie liebe, habe ich die Show tatsächlich noch nie auf der Bühne gesehen. P2P Productions hat im Arts Theatre nicht enttäuscht: Die Inszenierung fängt den Spaß und den herrlich albernen Charme der Geschichte ein, getragen von einem äußerst talentierten jungen Ensemble.
In den Tiefen der 1930er-Jahre ist Annie, ein temperamentvolles junges Waisenkind, dazu verdammt, in einem trostlosen Waisenhaus zu leben. Ihre scheinbar hoffnungslose Situation ändert sich schlagartig, als sie ausgewählt wird, für kurze Zeit im Haus des wohlhabenden Oliver Warbucks zu verbringen. Doch die boshafte Leiterin des Waisenhauses, Miss Hannigan, schmiedet gemeinsam mit Komplizen einen niederträchtigen Plan, um alles zunichtezumachen.
Es handelte sich um eine stark gekürzte Fassung, mit einer Spieldauer von etwas über einer Stunde – die meisten Songs bleiben jedoch erhalten. Ein Beleg für den Spaß und die Energie dieser Produktion ist, dass das Publikum ihnen ganz sicher auch eine deutlich längere Spielzeit gegönnt hätte. Obwohl diese abgespeckte Version weiterhin flüssig war und Sinn ergab, wirkte sie stellenweise recht durchgehetzt – das, was gezeigt wurde, war dabei aber durchweg erstklassig.
Diese Jugendproduktion war eindeutig ein riesiges Unterfangen; die Besetzungsliste ist gigantisch und füllt im Programmheft fast fünf A4-Seiten. An dem Abend, an dem ich da war, spielte Gracie Weldon die Titelrolle und lieferte eine mitreißende Leistung ab. Ihre hohen Töne saßen perfekt, und bei zwei ihrer bekanntesten Nummern, Tomorrow und Maybe, enttäuschte sie keineswegs. Die Waisen waren als Gruppe ausgesprochen sympathisch und unterhaltsam; Faith Chandler gab als sorgengeplagte Tessie eine sehr vergnügliche Vorstellung.
Die „Erwachsenen“-Rollen wurden von älteren Teenagern übernommen, und insgesamt gab es durchweg starke Leistungen. Jessica Niles war eine angenehm exzentrische Miss Hannigan, und auch wenn er kein geborener Sänger ist, spielte Ashley Blake den freundlichen, großzügigen Oliver Warbucks mit Nuancen und Stil. Billy Nevers strotzte als „Rooster“ Hannigan vor Schelmenhaftigkeit und bildete mit Hannah Fosters Lilly St. Regis ein hervorragendes Duo. Die New-York-Akzente – bekanntermaßen schwer zu treffen – rutschten nur selten weg, und die Wegeführung sowie die Bewegungen waren sehr sauber – keine leichte Aufgabe bei einer großen Besetzung auf einer kleinen Bühne.
Annis Bühnenbild war etwas eingeschränkt, da die Bühne sich den Platz mit Green Days Musical American Idiot teilen musste (ein fantastisches „Problem“ für eine Jugendproduktion!). Dennoch war es vollkommen zweckmäßig und wurde durch einige unterhaltsame Requisiten ergänzt – darunter ein äußerst niedlicher Hund, der von einem Puppenspieler auf der Bühne geführt wurde. Die Choreografie von Maria Lopiano war schwungvoll und präzise getanzt, und das begleitende Orchester zeigte bereits in einer mitwippenden Ouvertüre seine Klasse.
Wenn ich allerdings kritisch sein muss, dann war ein kleiner Wermutstropfen die Tonqualität: Die Balance zwischen Orchester und Sängern stimmte nie ganz, sodass Liedtexte oft untergingen. Außerdem gab es ein paar wiederkehrende Probleme mit den Mikrofonen – ich bin mir jedoch sicher, dass sich das im Laufe der Spielserie einpendeln wird.
Es dürfte der Traum jedes Stage-School-Kinds sein, im West End aufzutreten – und die Besetzung von Annie hat diese Chance ganz sicher nicht ungenutzt gelassen. Es ist eine ansteckend enthusiastische Wohlfühl-Produktion, die Charles Strouses brillanter Partitur gerecht wird.
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