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KRITIK: Wie es euch gefällt, St Martins Kirche, Colchester ✭✭✭✭
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pauldavies
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Wie es euch gefällt.
St. Martin’s Church, Colchester.
29/9/16
4 Sterne
Die junge Theatre Company TWAS besteht aus lokalen, professionell ausgebildeten Schauspieler*innen – und da ihr Name für „The World’s A Stage“ steht, passt es, dass ihr erster Shakespeare ausgerechnet Wie es euch gefällt ist. Muss ich wirklich noch eine weitere Inszenierung von Wie es euch gefällt sehen? Nun, wenn sie so innovativ ist wie diese, lautet die Antwort eindeutig: ja! Guter Shakespeare wirft neues Licht auf einen Klassiker – und Regisseur Tom Fosters einfallsreiches Konzept und seine zeitgenössische Regie, in der der Ardenner Wald als Festival-Setting erscheint und das Ensemble eine Gemeinschaft von Traveller*innen bildet, eröffnen neue Lesarten und überraschende Charakterenthüllungen. Angenehm gekürzt – der ermüdende Touchstone wurde gestrichen – ist dies eine ausgesprochen unterhaltsame Produktion.
Für mich hängt der Erfolg dieses Stücks vor allem von der Beziehung zwischen Orlando und Rosalind ab – und hier war das Zusammenspiel der hervorragenden Roisin Keogh und Alec Clements wunderbar überzeugend, besonders in der zweiten Hälfte, wenn sie ihm als Ganymed ein paar Lektionen in Sachen Liebe erteilt! Charlotte Luxford hätte vielleicht eine etwas zynischere Seite an Celia stärker herausarbeiten können, doch sie besitzt eine großartige Bühnenpräsenz. Und da ist ein verblüffender Jaques, den Thomas Edwards zum Leben erweckt: Seine Melancholie wirkt eher wie eine bipolare Verfassung, und die Rede „Die ganze Welt ist Bühne“ wird als Stand-up-Nummer geliefert – herrlich wirkungsvoll. Richard Conrad ist in einer Reihe von Rollen ausgezeichnet; seine kurzen Shorts als Silvius verdienen eigentlich eine eigene Erwähnung! Joseph Alexander beeindruckt enorm als die beiden Herzöge, und Matthew Jewson setzt als Oliver und Corin einen starken Kontrast. Am erstaunlichsten ist vielleicht Ben Powell als resolute Schäferin Phoebe – ein mutiges Casting, das sensationell aufgeht.
Das Stück selbst braucht etwas, um in Gang zu kommen, und erst wenn Shakespeare in Arden so richtig in Ferienstimmung gerät, hebt es ab. Als ich es sah, wirkte der erste Akt etwas zu wenig energetisch, und die Akustik dieses kniffligen Spielorts beeinträchtigte stellenweise die Verständlichkeit. Die Musik von Adam Abo-Henriksen ist feierlich und atmosphärisch, würde aber an einigen Stellen davon profitieren, um die Hälfte gekürzt zu werden. Dennoch ist dies eine ausgesprochen vergnügliche Produktion – und ich hoffe, sie findet weitere Vorstellungen, idealerweise im Festivalprogramm, besonders beim Latitude!
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