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REZENSION: Distance, Park Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

9. September 2018

Von

julianeaves

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Julian Eaves rezensiert Simon Pittmans Inszenierung von Alex McSweeneys Stück Distance, aktuell im Park Theatre zu sehen.

Adam Burton in Distance. Foto: Richard Davenport Distance Park Theatre 90, 7. September 2018 3 Sterne Jetzt buchen Dies ist eine ausgesprochen elegante Inszenierung von Simon Pittman, prachtvoll ausgestattet von Bethany Wells und mit ebenso viel Sorgfalt und Stil beleuchtet von Dan Saggars.  Die stimmungsvolle Klanglandschaft stammt von Alexandra Faye Braithewaite, und Ian William Galloway liefert die stets wirkungsvolle Videoprojektion, die im Zentrum unseres Blickfelds steht.  Hinzu kommt eine beeindruckend körperliche zentrale Leistung: Adam Burton als der getrennt lebende, zunehmend suizidale, zynische Akademiker Steve schafft in seiner ständig wechselnden Darstellung eine Art bewegte Bühnenpoesie (und ist über die 90 ununterbrochenen Minuten des Dramas fast nie wirklich von der Bühne).  Das sind echte Pluspunkte – und absolut einen Besuch sowie Ihre Anerkennung wert. Adam Burton und Abdul Salis in Distance. Foto: Richard Davenport Was den Text angeht, war ich weniger überzeugt.  Der Autor Alex McSweeney scheint in der langen, bitteren und deprimierenden Tradition von Buecher, Kaiser und – für seine über-naturalistischen Qualitäten – Sarah Kane zu schreiben.  Zudem wirkt er getränkt von der toxischen Misogynie eines Frank Wedekind (u. a.): So zeichnet er mit Sonja, der verlassenden Ehepartnerin (und Mutter ihres Kindes), ein oberflächliches, kaum mehr als eindimensionales Porträt eisiger Verachtung; die Schauspielerin Lindsay Fraser kämpft heldenhaft darum, daraus einen tatsächlichen Menschen zu machen – aber die Aufgabe ist enorm.  Warum verhält sie sich plötzlich so unvernünftig?  Diese Frage stand mir ständig vor Augen, und nichts, was sie, Adam Burton oder sonst jemand auf der Bühne tat, schien wirklich Licht in eine mögliche Antwort zu bringen. Adam Burton in Distance. Foto: Richard Davenport Das ist schade, denn im intensiven Stück passieren so viele andere gute Dinge.  Doreene Blackstock bietet uns drei wunderbar kontrastierende Rollen von Figuren, die dem unaufhaltsam zerfallenden Steve begegnen – ohne helfen zu können.  Abdul Salis vollbringt mit seiner skizzenhaft angelegten Rolle des akademischen „auch dabei“ ein kleines Wunder.  Und Richard Corgan ist ein fein gezeichneter, fast übernatürlicher „Chor“, der zwischen den nihilistischen und misanthropischen Tiraden erscheint, kommentiert und singt.  Am meisten allerdings liebte ich, wie das Bühnenbild – ein „in einem Zug gefangener“ Raum – flüssig und formbar gemacht wurde, in unser Blickfeld hinein- und wieder hinausgleitend, von der Besetzung in herrlich expressionistischer Manier hierhin und dorthin gezogen und geschoben.  Dennoch dachte ich immer wieder, das Ganze würde im Fernsehen deutlich überzeugender wirken: mit Schärfe, Tiefenwirkung und Perspektive spielen, ganz nah an Gesichter heranzoomen und uns in der Montage visueller Bilder ein Vokabular geben, das mehr artikulieren könnte, als das Skript allein dem Publikum derzeit zu vermitteln vermag. Doreene Blackstock und Adam Burton in Distance. Foto: Richard Davenport Ich ging mit dem Gefühl hinaus, mehr über Faulkner und seine Perspektive gehört zu haben als über die Menschen in diesem Stück.  Burtons außergewöhnliche Gesten und Haltungen werde ich mir merken und bewahren: Ich wünschte nur, er hätte ein paar Worte mehr gehabt, um festzunageln, was er eigentlich durchmacht – dann hätte ich mich ihm vielleicht etwas näher fühlen können.  So musste ich zusehen und mich wundern, einfach nur wundern, was um alles in der Welt seine Tragödie in einer so eleganten und perfekt kontrollierten Umgebung tatsächlich ausgelöst hatte. Bis 29. September 2018

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