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REZENSION: Europa nach dem Regen, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Oliver Bennetts Stück Europe After The Rain, Gewinner des Mercury Playwriting Prize 2017, jetzt im Mercury Theatre Colchester.

James Alexandrou (Will) und Anna Koval (Yana) in Europe After The Rain. Foto: Robert Day Europe After the Rain. Mercury Theatre, Colchester.

31. Mai 2018

4 Sterne

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Als Gewinner des Mercury Playwriting Prize 2017 ist Oliver Bennetts Stück nicht so sehr ein Post-Brexit-Stück, sondern spielt vielmehr in einer Zeit nach dem Post-Brexit – und entwirft eine Zukunft, in der die USA aus der NATO ausgetreten sind. Flüchtlinge strömen aus der Ukraine nach England, und – noch beunruhigender – steht eine rechtsextreme populistische Partei kurz davor, eine britische Wahl zu gewinnen. Der gewaltige politische Hintergrund, der angesichts von Trumps Twitter-Feed nur allzu möglich wirkt, wird in den persönlichen Leben von vier desillusionierten Figuren ausgelotet, die jeweils Zuflucht vor ihrer Vergangenheit suchen. Faszinierenderweise entpuppt sich der Schauplatz als künstlicher Strand, an dem sogar das Rauschen der Wellen von Kassetten abgespielt wird – hergestellt von Wills Vater. Will nimmt Yana und ihre Tochter Marta, beide Flüchtlinge, bei sich auf, und das fragile Machtgleichgewicht zwischen ihnen verschiebt sich, als Wills alter Freund Max in den Strand hineinplatzt.

Simon Haines (Max) und Natasha Kafka (Marta) in Europe After The Rain. Foto: Robert Day

Cara Nolans straffe, fantasievolle Regie lotet die Figuren in der Tiefe aus, und das starke Ensemble trifft den Rhythmus des Textes hervorragend. James Alexandrou gibt einen kraftvollen, einschüchternden Max, der ständig nach Bestätigung für seine altruistischen Taten sucht, und prallt auf Anna Kovals eisige Yana, die entschlossen ist, ihrem Leben neue Strukturen zu geben – und eine Vergangenheit zu verbergen, die nicht das ist, wofür Will sie hält. Natasha Kafka ist als ihre Teenager-Tochter Marta wunderbar zerbrechlich: Sie versucht mithilfe von Internet-Quizzen, ihre eigene Identität zu formen, und ist es leid, von ihrer Mutter ständig hin- und hergeschoben zu werden. Und Simon Haines ist großartig als Max, ein zwielichtiger Träumer ohne realitätsbasierten Plan, schlagfertig und urkomisch – und zugleich derjenige, der die Wahrheit über den falschen Strand ans Licht bringt.

Anna Koval (Yana) und Natasha Kafka (Marta) in Europe After The Rain. Foto: Robert Day

Einige Ideen bleiben unterentwickelt. Max leidet an Narkolepsie und hat Blackouts, doch das wird nicht durchgehend weitergeführt und dient meist nur dazu, Szenenwechsel auszulösen; auch die Beziehung zwischen Yana und Marta könnte stärker ausgelotet werden – welche Möglichkeiten hat Marta für ihre Zukunft? Doch als Symbol eines idealisierten Britanniens, das Erinnerungen an Kindheitsausflüge an die Küste wachruft, ist es faszinierend, wie der Strand nach und nach von den Bewohnern vermüllt und verdreckt wird – besonders nachdem Wills Vater als Drahtzieher hinter der Popularität der rechten Partei entlarvt wird und Will, als sie an die Macht gespült wird, erwägt, für sie zu arbeiten, weil es für ihn die einzige Option zu sein scheint. Max beginnt, die Landschaft zu „reformieren“, Wahrheiten und Identitäten zu vergraben, während ein starker Wind aufkommt – einer, der nicht künstlich ist und den Ort letztlich ohnehin abtragen wird.

Anna Koval (Yana), James Alexandrou (Will) und Simon Haines (Max) in Europe After The Rain. Foto: Robert Day

Oliver Bennett hat ein Stück geschrieben, das vor Ideen nur so sprüht und die perfekte Spieldauer hat, um diese Figuren und Situationen zu verhandeln. Amelia Jane Hankins wirkungsvolles Bühnenbild nutzt Seile, um Gitterstäbe zu formen, die die Figuren in ihrer irrealen Umgebung noch stärker gefangen halten. Das ist ein beeindruckendes Debüt als Dramatiker – spannend und unterhaltsam, und dieses anregende wie amüsante neue Stück sollte man sich nicht entgehen lassen!

Bis 9. Juni 2018

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