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KRITIK: Ich laufe nicht, National Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

10. Oktober 2018

Von

jenniferchristie

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Jennifer Christie bespricht David Hares I’m Not Running, derzeit im Lyttelton im National Theatre zu sehen.

Sian Brooke in I’m Not Running. Foto: Mark Douet

I’m Not Running

Lyttelton im National Theatre

9. Oktober 2018

3 Sterne

Jetzt buchen I’m Not Running ist aktuell in seiner Premieren-Spielzeit im Lyttelton Theatre zu sehen. Geschrieben wurde das Stück von David Hare, seit 1970 eine feste Größe der britischen Dramatik, und es reiht sich in sein politisches Œuvre ein – neben vielbeachteten Arbeiten wie The Power of Yes.

Das Stück verspricht Großes, doch von Text bis Bühne hat es Mühe, den gebotenen Raum wirklich zu füllen. Unterhaltungswert bieten die scharf gesetzten Pointen; auch gibt es ein politisches Statement zur gesellschaftlichen Stimmung politischer Skepsis. Aber der Geschichte fehlt es an Tiefe, um tatsächlich episch zu wirken.

Sian Brooke und Amaka Okafor in I’m Not Running. Foto: Mark Douet

Innerhalb der Schublade „politischer Diskurs“ findet sich zudem eine Studie zweier zerbrochener Beziehungen und ihres Nachhalls über Jahrzehnte: eine junge Liebe, die scheitert, ebenso wie ein dysfunktionales Mutter-Tochter-Verhältnis. Pauline Gibson läuft ganz eindeutig vor ihrer Vergangenheit davon – auch wenn sie nicht für eine parteiinterne Nominierung kandidiert.

Sian Brooke verlässt in ihrer Rolle als Pauline Gibson kaum je die Bühne. Das ist eine enorme Ausdauerleistung, denn die meisten Szenen sind Zweier-Szenen, und die Handlung springt zwischen Zeiten und Erzählsträngen. Brooke spielt die hoch aufgeladenen Momente mit Leidenschaft, glänzt aber vor allem in den energiegeladenen, schnoddrigen Dialogpassagen. Ihre Figur ist so charismatisch, wie man es von Politiker*innen erwarten soll.

Sian Brooke und Alex Hassell in I’m Not Running. Foto: Mark Douet

Jack Gould ist ihr Uni-Liebhaber, der schließlich zu ihrem politischen Rivalen wird. Alex Hassell zeichnet Gould als unsicheren Mann hinter der Fassade eines mustergültigen Parteisoldaten. Die schmierigen Sätze liefert Hassell mit einer Eleganz, die Goulds mangelndes Gespür dafür offenlegt, wie entlarvend seine eigenen Worte sind.

Beide Figuren sind komplex – und doch bleibt ihre Tiefe hinter Schichten aus Worten, Plot und Konstruktion verborgen, sodass man sie nur schwer wirklich greifen kann.

Joshua McGuire in I’m Not Running. Foto: Mark Douet

Anders ist das bei der Rolle des politischen Spin-Doktors Sandy Mynott, den Joshua McGuire sympathisch anlegt. Bei Mynott gibt es keine Mehrdeutigkeit – aber waren die Details zu seinen sexuellen Vorlieben wirklich nötig, um die Handlung voranzubringen?

Das Bühnenbild von Ralph Myers stützt die Idee des Eingeschlossenseins. Auf der höhlenartigen Bühne steht ein Betonbunker auf einer Drehbühne. Die Größe dieses Kastens reduziert die Spielfläche effektiv auf weniger als die Hälfte. Wenn die Szenen wechseln, dreht sich das Set und ein neuer Raum wird sichtbar. Das ist ein cleverer Kniff; die Zeit, die die Drehung braucht, wird von Jon Driscoll mit projizierten Nachrichtenbildern oder durch die atmosphärische Musik von Alan John sehr passend überbrückt.

Vielleicht geht es aber zu weit, anzunehmen, dass das Verschwinden des Kastens am Ende symbolisieren soll, wie Gibson endlich aufhört, vor der Vergangenheit davonzulaufen, um stattdessen ihrer Zukunft entgegenzulaufen.

Alles in allem ist I’m Not Running durchaus angenehm – doch in der britischen Politik gibt es dringendere Themen, die eine künstlerische Auseinandersetzung verdienen.

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