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KRITIK: Schulstück, Southwark Playhouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Schultheaterstück

Southwark Playhouse

6. Februar 2017

4 Sterne

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Designer*innen bekommen oft längst nicht genug Anerkennung – doch bei School Play, derzeit im Southwark Playhouse, ist das ganz sicher anders. In Anna Reids Bühnenbild blickt das Publikum direkt in das Büro der Schulleitung einer Grundschule. Und genau das ist es auch. Wirklich. Unbestreitbar. Jedes Detail – vom spröden, kostenbewussten Teppichboden über das flackernde Neonlicht bis hin zu den Karten und persönlichen Kleinigkeiten auf den Schreibtischen – ist eine perfekte Rekonstruktion. Der Detailgrad ist beinahe beunruhigend präzise; wer selbst auf eine Grundschule wie diese gegangen ist, dem kommt alles sofort und gespenstisch vertraut vor. Auf einmal sah ich mich wieder: zehn Jahre alt, auf der anderen Seite der Bürotür, einen Freund im Schlepptau (bei „Gängen ins Büro“ gab es immer die Regel, dass eine Person klopft und die andere spricht – beides leicht furchteinflößend, wenn man der Headteacher gegenübersteht), wie wir unseren Mut zusammensuchen, um einzutreten.

Dieses Büro ist das zentrale Nervensystem der St Barnabus’ School. Bunte Stifte überziehen die Whiteboards mit Daten, Stundenplänen, endlosen To-do-Listen und Erinnerungen. Es ist das Reich der Pädagogin Jo Fell (hervorragend: Ann Ogbomo) – und heute ist ein großer Tag. Hunderte Dinge passieren gleichzeitig: der Ausflug der Year 6, die gefürchteten SATs-Ergebnisse, Instandhaltungsprobleme, schwierige Eltern und mehr. Vor allem die SATs-Ergebnisse bereiten Sorgen, denn die Tests für Elfjährige können letztlich Auswirkungen darauf haben, wie Jo ihre Schule führen kann. Für ein Drama ist das eine kleine Welt – aber, wie Jo später anmerkt, geschieht nichts im luftleeren Raum. Diese Welt ist klein, aber sie liegt ganz nah. Das könnte gleich die Straße runter passieren – und in vielen Teilen des Landes tut es das wahrscheinlich auch.

 

Doch zurück ins Southwark Playhouse: Regisseur Charlie Parham und sein Team haben mit der Besetzung voll ins Schwarze getroffen. Als direkte, zupackende Jo ist Ogbomo eine Wucht – sie steckt all ihre Zeit und Energie in ihre Schüler*innen, während ihr Privatleben um sie herum auseinanderfällt. Oliver Dench als engagierter Nachhilfelehrer und Oxford-Absolvent Tom ist ein schmerzhaftes, zehenkräuselndes Porträt unbewusster Privilegiertheit – ein weiteres Bild, das erschreckend vertraut ist (wir alle haben leider schon mal einen Tom erlebt). Auch Fola Evans-Akingbola ist großartig als still kompetente Administratorin Lara.

Das Stück des Newcomers Alec MacKeith glänzt. Die 90 Minuten Spieldauer sind randvoll mit einer fesselnden, glaubwürdigen Geschichte, und die gesamte Produktion strotzt vor Witz und Klugheit. Manchmal, besonders in den längeren Monologen, kratzt der Text an einer Vorlesung über das moderne Bildungssystem – doch das kommt selten genug vor, um verzeihlich zu sein. Vielleicht ist es auch einfach ein Nebenprodukt der enormen Sachkenntnis, die in das Stück eingeflossen ist. Und außerdem: Es ist sehr, sehr komisch. Gerade Dench und Evans-Akingbola sorgen mit ihrem Schnellfeuer-Dialog für viele Lacher – er versucht pausenlos zu beweisen, wie wahnsinnig clever er ist, während sie ihm stets diesen halben Schritt voraus ist – zu unserer großen Freude.

Kaum zu glauben, dass dies MacKeiths Debüt als Dramatiker ist: Er hat ein souveränes Werk geschaffen, um das ihn viele seiner etablierteren Zeitgenossen beneiden würden. Als Autor zeigt er enormes Potenzial. Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

Mit starker Besetzung, makellosem Design, einem hochaktuellen Thema und einem soliden Text könnte School Play leicht zu einem der überraschenden Highlights des Jahres 2017 werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, es zu sehen.

Bis 25. Februar 2017

Fotos: Guy Bell

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