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KRITIK: Das kurze Leben und der mysteriöse Tod von Boris III., König von Bulgarien, The Vaults ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

14. März 2020

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert The Brief Life and Mysterious Death of Boris III, King Of Bulgaria: Part The First von Joseph Cullen und Sasha Wilson, gezeigt in The Vaults London im Rahmen des Vault Festival 2020.

The Brief Life and Mysterious Death of Boris III, King of Bulgaria: Part the First Cavern, Vault Theatre, London Fünf Sterne Website des Vault Festival

Eine weitgehend in Vergessenheit geratene Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg – zumindest für viele von uns in Grossbritannien – wird in der neuen Produktion von Out of the Forest Theatre, The Brief Life and Mysterious Death of Boris III, King of Bulgaria, neu erzählt. Mit einem bitterbösen, satirischen Ton beleuchtet sie das gefährliche Spiel, das die Bulgaren spielten, um Hitler zu beschwichtigen und zugleich das Leben ihrer jüdischen Bürgerinnen und Bürger vor dem Holocaust zu retten. 

Wie die Inszenierung betont, ist Geschichte chaotisch und lässt sich nur schwer in eine einfache Erzählung pressen. Doch Out of the Forest untersucht klug und ausgesprochen unterhaltsam die Fragen und die ambivalente Moral von Bulgariens Bestrebungen, sich mit Nazi-Deutschland zu verbünden und sich zugleich seiner Kontrolle zu entziehen. Das Stück ist verspielt und witzig, nimmt aber auch die ernsteren Seiten der Geschichte ernst, indem es zeigt, was möglich ist, wenn gute Menschen sich dem Bösen und der Ungerechtigkeit entgegenstellen. 

Joseph Cullen, der das Stück gemeinsam mit Sasha Wilson geschrieben hat, führt das Ensemble als jovialer König Boris an – ein verunsicherter Herrscher, der mit den unmöglichen Entscheidungen ringt, die ihm der Krieg abverlangt. Alle übrigen Rollen, von pro-nazistischen Politikern bis hin zu religiösen Würdenträgern, werden von der restlichen, hervorragenden Besetzung gespielt: Wilson, Kara Taylor Alberts, David Leopold und Joseph Prowen. Als fein abgestimmtes Ensemble fügen sie der Erzählweise mit Live-Musik und Gesang eine weitere Ebene hinzu – von bulgarischen Melodien bis hin zu neuen, überraschenden Versionen englischer Pop-Songs. 

Die Aufführung trägt den Untertitel „Part the First“ – vermutlich ein Hinweis darauf, dass Out of the Forest sie zu etwas Längerem und Komplexerem ausbauen möchte; das Team gibt zu, noch viel mehr Material in petto zu haben, das in einen 60-Minuten-Slot nicht hineingepasst hätte. Doch diese straff getaktete und präzise inszenierte Produktion wirkt keineswegs wie ein Work-in-Progress: Sie macht aus einer komplexen Episode europäischer Geschichte ein vergnügliches und unwiderstehliches Stück Theater.

Zu sehen bis zum 15. März 2020.

Vault-Festival-Vorschau: Woche 7

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