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REZENSION: Verraten: Die Geschichte von Harold Pinters Verrat, Aghartha Publishing ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht The Story of Harold Pinters Betrayal von George Cole, erschienen bei Aghartha Publishing.

The Story of Harold Pinter’s Betrayal.

George Cole

Aghartha Publishing

3 Sterne

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Ein Buch, das sich vollständig einem der besten und bekanntesten Stücke Pinters widmet, wird bei Pinter-Fans wie auch in der Wissenschaft mit Freude aufgenommen. George Cole hat das Stück von seiner Entstehung und der Uraufführung am National Theatre 1978 bis zur Inszenierung am Crucible Theatre 2012 sowie den Film- und Radioausstrahlungen gründlich recherchiert. Sehr schade ist, dass das Buch in Druck ging, bevor die Spielzeit Pinter at the Pinter in diesem Jahr mit Tom Hiddleston, Charlie Cox und Zawe Ashton in Jamie Lloyds Inszenierung des Stücks zu Ende ging. Dadurch wirkt das Buch unvollständig – und vielleicht werden spätere Auflagen entsprechend aktualisiert.

Dennoch hat Cole eine Fülle von Material in einem Band zusammengetragen, und seine Recherche zeigt eindrucksvoll die vielen Ebenen des Verrats, die im Stück stattfinden – und wie spätere Wiederaufnahmen das Werk haben reifen lassen. Es hat sich von der Sichtweise reiner Untreue in der Ehe hin zu einem vielschichtigeren Verrat auf mehreren Ebenen verschoben, etwas, das bei der ersten Produktion nicht in dieser Form wahrgenommen wurde. Besonders gefallen haben mir die Beiträge von Schauspielerinnen und Schauspielern, die die drei Rollen gespielt haben – vor allem diejenigen zu Emma: eine komplexe Figur, die oft als schwierig gilt, aber weithin als eine von Pinters besten Frauenfiguren angesehen wird. Das wird stark gestützt durch Stimmen von Penelope Wilton (der ersten Darstellerin) bis hin zu Olivia Colman, die Emma im Radio spielte. Interessant fand ich nicht nur Pinters Herangehensweise und die Perspektiven der jeweiligen Regisseure, sondern auch die Unterschiede darin, wie die Darstellenden die Rolle angelegt haben. Manche nehmen genau das, was auf der Seite steht; andere entwickeln eine Vorgeschichte und ein „Davor“, obwohl der Autor das eher entmutigte. Die beschriebenen Probenprozesse zeigen eine Bandbreite an Arbeitsweisen, die Schauspielende beim Lesen dieses Buches erkunden können – zugleich bietet es faszinierende Einblicke in die Theaterarbeit und in die Risiken von Transfers ins West End und an den Broadway. Ist Betrayal vielleicht am besten in einem intimen Haus aufgehoben?

Es gibt – fast unvermeidlich – einiges an Wiederholungen, und oft entfernt sich Cole vom Stück, um Hintergrundinformationen zu liefern. Das ist natürlich häufig relevant, gelegentlich jedoch zu ausführlich. So sind etwa Peter Halls Kampf um die Eröffnung des National-Theatre-Gebäudes und die durch Gewerkschaftsstreiks gestörten Vorstellungen in seinen eigenen Tagebüchern gut dokumentiert und bräuchten hier vielleicht weniger Raum. Auch die Struktur der einzelnen Kapitel ist recht starr, und obwohl die Beiträge von Bühnenbildnern und Inspizienten willkommen sind, hätte ich mir eine Analyse jeder Figur durch eine Reihe von Darstellenden gewünscht – das hätte noch mehr Klarheit gebracht. Dennoch begegnet Cole seinem Thema mit großem Respekt, und das Buch ist hervorragend recherchiert.  Es wird vor allem Studierende zu Pinter und Schauspiel ansprechen und liest sich äußerst angenehm.

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