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KRITIK: Big - Das Musical, Dominion Theatre London ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
18. September 2019
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Big – Das Musical, derzeit im Dominion Theatre, London.
Die Besetzung von Big. Foto: Alastair Muir Big – Das Musical Dominion Theatre, London.
17. September 2019
4 Sterne
Basierend auf dem Film Big mit Tom Hanks – inklusive des vielgesehenen Clips vom „Keyboard Dance“ – kommt das Musical (Buch: John Weidman, Musik: David Shire, Liedtexte: Richard Maltby) für eine kurze Spielzeit ins Dominion. Der zwölfjährige Josh Baskin wünscht sich an einem Jahrmarktstand, endlich groß zu sein – und steckt über Nacht im Körper seines erwachsenen Ichs. Das führt dazu, dass er einen Job in einer Spielwarenfirma bekommt, sich (hauptsächlich platonisch) in Susan Lawrence verliebt, bis der Druck schließlich dazu führt, dass er wieder zurückverwandelt wird. Die Geschichte ist recht schmal, und das Musical hängt stellenweise durch – doch die enthusiastische, liebenswerte Besetzung trägt den Abend und macht viel dafür, dass die Show wirklich zum Leben erwacht.
Jay McGuiness und Matthew Kelly in Big. Foto: Alastair Muir
In letzter Zeit gab es einiges an Diskussionen um die Besetzung des Vloggers und Strictly-Finalisten Joe Suggs in Waitress – ihm wurde scheinbar mangelnde Musical-Erfahrung nachgesagt. Ich finde: Urteilen sollte man nach der Leistung. Und hier muss man sich um das Casting von Strictly Come Dancing-Sieger 2015 Jay McGuiness in der Hauptrolle als „Big“ Josh Baskin wirklich keine Sorgen machen. Er hat eine Musical-Ausbildung und jahrelange Bühnenerfahrung mit der Gruppe The Wanted – und ihm beim Spielen zuzusehen ist eine Freude. Warum er Strictly gewonnen hat, liegt auf der Hand: Er arbeitet hart, bewegt sich hervorragend, hat jede Menge Charme und ist ungemein sympathisch – für diese Rolle ist er perfekt, und das Publikum liebt ihn. Ebenfalls aus dem Strictly-Kosmos: Kimberly Walsh als Liebesinteresse Susan ist genauso stark, haut ihre Nummern kraftvoll raus und wächst spürbar in die Rolle hinein, während Susan nach und nach den Ehrgeiz ablegt, der mit dem Erwachsensein kommt. Matthew Kelly gibt als Spielwarenboss George MacMillan eine starke Vorstellung, und Jobe Hart stahl am Premierenabend fast die Show als Billy, Joshs Freund – herrlich komisch und voller Selbstvertrauen. Frauen werden auf Kaffeemacherinnen und Mütter reduziert, wodurch die großartige Wendi Peters als Mrs. Baskin leider etwas zu kurz kommt – besonders schade, denn ihre Ballade im zweiten Akt, Stop Time, ist ein Highlight.
Jay McGuiness und Kimberley Walsh in Big. Foto: Alastair Muir
Das Problem der Show ist, dass die Musik insgesamt ziemlich farblos bleibt – und es wird schwierig, einen Song vom nächsten zu unterscheiden. Die Keyboard-Tanzsequenz kommt recht früh, und Chopsticks ist so ziemlich die einzige Melodie, die einem nach dem Schlussapplaus im Kopf bleibt. Angesiedelt in den späten 1980ern klingt die Musik dennoch eher alt, und vieles an der Choreografie erinnert an eine frühere goldene Ära der Hollywood-Musicals. Außerdem dehnt sich das Material im zweiten Akt merklich: Eine Dinnerparty-Sequenz wirkt nahezu überflüssig – man könnte sie streichen, ohne dass Struktur oder Geschichte auch nur im Geringsten darunter leiden würden.
Wendi Peters in Big. Foto: Alastair Muir
Ausgeglichen wird das durch das Ensemble, das in jede Nummer Herz und Seele legt. Cross The Line und Coffee Black sind mitreißende Gruppennummern, und McGuiness und Walsh können ihre Ballroom-Qualitäten richtig ausspielen. Es wird die Theaterwelt nicht in Brand setzen, aber diese Show ist BIG an Charme, BIG an Spaß – ich habe durchgehend gelächelt. Und für ein paar Wochen wirft sie ein großes, familienfreundliches Licht auf ein derzeit eher glanzloses West End.
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