NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: Blonde, RADA Festival ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
9. Juli 2018
Von
pauldavies
Paul T Davies rezensiert das neue Musical Blonde von Adam Howell und Paul Hurt, präsentiert im Rahmen des RADA Festival.
Blonde.
RADA Festival.
6. Juli 2018
4 Sterne
Marilyn Monroe ist eine zeitlose Legende und Ikone – ihr Bild verkauft sich sogar besser als das von Elvis Presley. Doch wie viele Menschen kennen wirklich ihre Geschichte oder haben ihre Filme tatsächlich gesehen? Oft ist sie vor allem über Bilder, Internetclips sowie Memes präsent; ihre wahre Lebensgeschichte läuft Gefahr, in den Hintergrund zu geraten. Umso willkommener ist Blonde, ein neues Musical des Duos Adam Howell (Musik und Liedtexte) und Paul Hurt (Buch). An der RADA vermittelte eine komprimierte, reduzierte Workshop-Präsentation nicht nur einen Eindruck von Partitur und Stück – sie riss das Publikum regelrecht mit.
Getragen von einer enorm talentierten Besetzung gab es innerhalb des Ensembles einige herausragende Leistungen, die den Geist des Musicals ebenso einfingen wie die Traurigkeit hinter dem Bild Monroe. Das Buch widmet sich Norma Jeane und Marilyn Monroe gleichermaßen; die Übergänge unterstreichen klug die Wehmut ihrer jungen Träume und Ambitionen – und die Realität, von Ruhm und einem Image gefangen zu sein. Als Norma Jeane war Ellie Clayton schlicht herausragend: begeistert von den Chancen, die sie ergreift, zugleich voller Trauer über die Auswirkungen auf Ehe und Leben. Ihr ebenbürtig ist Kate Robson-Stuarts verführerische Marilyn Monroe, die genug vom Wesen des Stars trifft, ohne zur Karikatur zu werden; Buch und Musik schaffen es, Marilyn menschlich zu machen. Der Titelsong „Blonde“ ist ein wunderschönes Duett zwischen Norma Jeane und Marilyn – voller Hoffnung und Ehrgeiz, mit einem Hauch von Reue. Brigid Shine liefert als Paula Strasberg eine die Szene stehlende Performance, ein komödiantisches Vergnügen, und das Ensembelied „Actor’s Studio Alma Mater“ ist eine großartige Nummer, randvoll mit Gags, die Theaterleute garantiert verstehen!
Das ist ein besonders starkes Stück für Frauen, doch das Buch wählt Meilensteine aus Marilyns Leben so aus, dass die Dominanz der Männer um sie herum deutlich wird. Erzählt durch die Kameralinse des Fotografen George Gifford (der feine Joe Etherington), wird Macht durch den widerwärtigen Film-Mogul Daryl Zanuck (der ausgezeichnete Tom Hopcroft) verkörpert – und seine Haltung klingt deutlich im aktuellen #MeToo-Diskurs nach. Cara Nolans straffe Regie hält die Show auf Kurs, und die Musik glänzt durchgehend – ein Stück mit enormem Potenzial. Monroe war einzigartig darin, dass sie von Frauen und nicht-heterosexuellen Menschen ebenso geliebt wurde wie von „kernigen“ heterosexuellen Männern. Vielleicht könnte eine Weiterentwicklung des Stücks auch die Fans stärker einbeziehen; derzeit bleibt der Eindruck dessen, was sie bei den Menschen in den Kinosesseln auslöste, etwas unterbelichtet.
Monroes Ehen und der Druck des Ruhms auf diese werden überzeugend nachgezeichnet; Scott Middleton ist ein starker Arthur Miller, dessen Intellekt mit seinen emotionalen Reaktionen ringt – ein Darsteller mit viel Talent und Potenzial.
Wenn Sie Howell und Hurt noch nicht kennen, sollten Sie das ändern: Ihre Musical-Adaption von Angela’s Ashes eroberte Irland im vergangenen Jahr im Sturm – und dürfte sicher bald einen UK-Transfer hinlegen. Nach dem, was Blonde zeigt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Arbeit breiter bekannt wird.
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