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KRITIK: Cinderella The Rock N Roll Panto, New Wolsey Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
pauldavies
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Paul T Davies rezensiert „Cinderella – The Rock ’n’ Roll Panto“ im New Wolsey Theatre, Ipswich.
Cinderella – The Rock ’n’ Roll Panto.
New Wolsey Theatre, Ipswich.
4. Dezember 2018
4 Sterne
Die jährliche Pantomime im New Wolsey ist inzwischen so traditionell wie Weihnachten selbst. Der hauseigene Stil ist Rock ’n’ Roll – und er hat schon so manchen glanzvollen Abend voller Unterhaltung beschert. Die allererste Panto, die das New Wolsey auf die Bühne brachte, war „Cinderella“ – nun kehren sie zur Geschichte zurück. Es schmerzt mich, das zu sagen: Obwohl es einige moderne Drehungen der Handlung gibt, wirkt das Ganze doch etwas aus der Zeit gefallen. Ein Teil des Problems ist für mich die Songauswahl: Der Schwerpunkt liegt sehr deutlich auf Rock ’n’ Roll der alten Schule, und so sehr ich Motown und Soul liebe – es gibt wenig, das Jüngere wiedererkennen oder mitsingen werden. Jessie J und die Black Eyed Peas sind zwar populär, aber die gespielten Songs sind schon Jahre alt, und es ist nichts von den derzeit meistverkauften Künstler*innen dabei – nicht einmal der (halbwegs) lokale Junge Ed Sheeren taucht auf. Würde man die Witze per Radiokohlenstoffdatierung prüfen, wären sie vor Arthur Askey (googelt ihn, ihr Jungen!) – und obwohl (SPOILER) Cinderella den Heiratsantrag von Prinz Charming zunächst ablehnt, wird dieser moderne Ansatz von den ständigen Anspielungen auf die Stiefschwestern als „ein Paar Köter“ überrollt. Das passt im aktuellen Klima nicht besonders gut.
Mir ist bewusst, dass ich die Dinge vermutlich überanalysiere und vielleicht zu sehr meinen inneren Scrooge herauslasse – also gleichen wir das aus: Die große Stärke dieser Show ist die unfassbar talentierte Truppe aus Schauspieler*innen-Musiker*innen sowie das Design. Es gibt keine Dame, was ein bisschen schade ist, und die Aufgabe, uns als frecher Erwachsener durch die Geschichte zu führen, übernimmt Steve Simmonds als Baron Hardup – eine enorm energiegeladene Leistung, die perfekt mit dem Publikum spielt. James Haggie ist als Buttons ein echter Szenendieb, und obwohl ich immer noch nicht weiß, warum er wie der Lebkuchenmann aus „Shrek“ spricht, erntet er dank seines perfekten komödiantischen Timings jede Menge Lacher. Der Bösewicht des Stücks ist Rubella De Zees – eine wunderbare Darstellung von Susannah van den Berg – und ihr stehen ihre „Töchter“ in nichts nach: Sean Kingsley als Hernia und Adam Langstaff als Verruca. Sobald sie auftreten, zündet die Show so richtig, und ihre Version von „It’s Raining Men“ – mit „Männern“, die auf die Bühne herabregnen – ist ein besonderes Highlight! Lucy Wells ist eine ausgezeichnete Gute Fee, der Local Lad Chris Vance ein charmanter Prinz Charming, Mark Newnham ein sehr guter Rocker als Dandini und Daniella Piper eine perfekte Cinderella. Sehr amüsiert hat mich auch, wie Sheridan Lloyd seinen Auftritt als Königlicher Bote groß herausstellt!
Was diese Darsteller*innen gemeinsam haben, ist die erstaunliche Fähigkeit, scheinbar mühelos jedes Instrument in die Hand zu nehmen und jeden Song zu singen, als wäre es das Einfachste der Welt. Sie sind ein großartiges Ensemble, und die Produktion klingt fantastisch. Das Design von Barney George hält Überraschung um Überraschung bereit – darunter niedliche Mäuse und Kronleuchter, die bis ins Publikum hinauskommen – und spätestens bei der Zugabe ist klar: Das ist ein Publikumsliebling. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier in naher Zukunft KEINE Rock-’n’-Roll-Panto mehr geben wird – vielleicht ist es also Zeit, das Format ein wenig durchzuschütteln und dieses festliche Highlight zu modernisieren.
Bis 2. Februar 2019
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