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KRITIK: Funny Girl, Savoy Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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Sheridan Smith als Fanny Brice. Foto: Johan Persson Funny Girl

Savoy Theatre

19. April 2016

5 Sterne

Tickets buchen | Mehr Infos Nach einer restlos ausverkauften Spielzeit in der Menier Chocolate Factory hat Funny Girl nun im Londoner Savoy Theatre eröffnet.

Funny Girl ist die Musical-Biografie über die frühen Jahre und den ersten großen Erfolg der Ziegfeld-Ikone Fanny Brice. Das Musical mit Musik von Jule Styne und Liedtexten von Bob Merrill basiert auf einem Buch von Isobel Lennart, das für diese Produktion von Harvey Fierstein überarbeitet wurde.

Zum ersten Mal seit 1966 ist Funny Girl wieder in London zu sehen. Eine lange genug währende Pause, dass sich nur noch wenige an die Originalproduktion erinnern – und viele den Film eher als etwas im Gedächtnis haben, das sie vor langer Zeit gesehen haben. Umso mehr bringt man frische Augen für die Wiederaufnahme dieses Klassikers mit. Umso größer ist das Verdienst des Produktionsteams, das diesem Klassiker bewusst einen vollständig neuen Look und ein neues Gefühl gegeben hat.

Sheridan Smith und das Ensemble von Funny Girl. Foto: Johan Persson

Sheridan Smith spielt Broadway-Legende Fanny Brice. Als einer der beliebtesten Stars Großbritanniens nutzt Sheridan Smith ihr angeborenes komödiantisches Gespür, um das Publikum vom ersten Moment an in den Bann zu ziehen. Man kann den Blick einfach nicht von ihr abwenden.

Smith ist vielleicht von kleiner Statur, doch ihre Präsenz auf der Bühne ist riesig. Jedes Ensemblemitglied in Funny Girl ist ein Stern, der um Smiths intensiv strahlende Sonne kreist. In „I’m The Greatest Star“ witzelt Brice, sie habe 36 Gesichtsausdrücke. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Smith hat deutlich mehr.

Sheridan Smith als Fanny Brice. Foto: Johan Persson

Indem Smith die Schablone ignoriert, die eine bestimmte Schauspielerin geprägt hat, die die Rolle erschuf, macht sie die Partie ganz zu ihrer eigenen – und öffnet sie für künftige Neuinterpretationen. Keine leichte Aufgabe.

Darius Campbell schafft es, der Pappkamerad-Figur Nick Arnstein zumindest ein wenig Leben einzuhauchen. Komödiantisch wird viel aus dem enormen Größenunterschied zwischen Smith und Campbell gemacht – und doch funktioniert die Beziehung auf der Bühne.

Joel Montague als Eddie Ryan hilft Fanny ins Showbusiness und bleibt ihr über die Jahre freundschaftlich verbunden. Montague liefert eine starke Leistung – inklusive ein paar pfiffiger Steppeinlagen obendrein. Seine Szenen mit Fanny und Mr Keeny (Maurice Lane) sind hervorragend getimt und eine echte Freude.

Valda Aviks (Mrs Meeker), Marilyn Cutts (Mrs Brice) und Gay Soper (Mrs Strakosh) sind schlicht großartig. Besonders Cutts verleiht Mrs Brice feine Nuancen und hilft, ein Stück Normalität zu bewahren, während ihre Tochter einen kometenhaften Aufstieg hinlegt.

Eine Show mit einer Ziegfeld-Star wäre ohne einen Ziegfeld nicht komplett – und diese Produktion von Funny Girl hat mit dem wunderbaren Bruce Montague in dieser Rolle großes Glück. Montague bringt Größe und Eleganz auf die Bühne und spielt Ziegfeld mit Wärme, die sich schön gegen Brices manische Persona ausbalanciert.

Sheridan Smith und das Ensemble von Funny Girl. Foto: Johna Persson

Philip Bertioli, Luke Fetherston und Matthew Goodgame sind kaum zu übersehen: Sie schlüpfen in die unterschiedlichsten Zusatzrollen – von Follies-Künstlern bis hin zu Auftragnehmern in Nicks Casino-Plan. Sie sind durchgehend gut beschäftigt und einfach wunderbar.

Musical Director Theo Jameson hält das Tempo der Produktion durchgehend lebendig und lässt Chris Walkers Orchestrierungen mit Glanz und Pep aufblühen. Das Buch von Funny Girl bleibt seine Schwachstelle – es ist ausgesprochen dünn –, doch Partitur und Darbietungen sind es, die diese Produktion tragen.

Regisseur Michael Mayer und Bühnenbildner Michael Pavelka haben eine Funny Girl-Inszenierung geschaffen, die ständig in Bewegung ist und die Schnellzug-Entwicklung von Brices Aufstieg zum Ruhm nachzeichnet. Die Handlung wechselt nahtlos von hinter der Bühne nach vorn, von New York nach Pittsburgh und in weitere Spielorte. Manche Szenen in Pavelkas geätztem Glas- und Spiegeldesign – leicht aus der Achse, aber umso wirkungsvoller – sind atemberaubend schön. Matthew Wrights Kostüme für Fanny sind schlicht wunderschön und sehen an Smith sensationell aus. So sehr haben sich Produktionsbedingungen und Technik verändert: Diese Funny Girl-Produktion kommt mit nur einem Drittel der Besetzung der Originalproduktion und einem Orchester von halber Größe aus – und man würde es kaum merken.

Sheridan Smith und Joel Montague in Funny Girl. Foto: Johan Persson

Smith gehört inzwischen zu der kleinen Gruppe britischer Talente, die allein durch ihre Präsenz und ihr beträchtliches Können volle Häuser garantieren können. Es müsste doch an der Zeit sein, dass sie Rollen kreiert, statt sich von Originalproduktionen und anderen Interpretationen einengen zu lassen. Also sollte der Weckruf an britische Komponistinnen, Komponisten sowie Autorinnen und Autoren von Musicals gehen: Schreibt sensationelle Shows für eine unserer größten jungen Bühnenstars. Smith verdient Stücke, die um ihr enormes Talent und ihre Persönlichkeit herum maßgeschneidert sind.

Bis dahin steht außer Frage: Niemand wird Sheridan Smith die Show stehlen. Diese begrenzte Spielzeit von Funny Girl verkauft sich wie geschnitten Brot. Also jetzt ein Ticket buchen – oder weitere fünfzig Jahre warten!

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