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KRITIK: Gundog, Royal Court Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Rochenda Sandall, Ria Zmitrowicz in Gundog. Foto: Manuel Harlan Gundog Royal Court Theatre

7. Februar 2018

4 Sterne

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Simon Longmans Post-Brexit-Stück konzentriert sich auf die Schwestern Becky und Anna, Schäferinnen auf einem abgelegenen Hof mitten im Nirgendwo, die nach dem Tod ihrer Mutter verzweifelt versuchen, die Familie zusammenzuhalten. In ihr Leben tritt der obdachlose ausländische Guy, der ihnen beim Lammen hilft – im Gegenzug für Essen und Unterkunft. Er bleibt jahrelang, bis ihr Bruder, der schwer belastete Ben, zurückkehrt, nachdem er selbst jahrelang verschwunden war. Bühnenbildnerin Chloe Lamfords hervorragendes Set im Letterbox-Format nagelt die Figuren im wahrsten Sinne in die Erde: Sie sind in Boden und Herkunft eingepflanzt. Es ist eine düstere Geschichte; jedes Jahr zeichnet das weitere Auseinanderbrechen der Familie und der Landwirtschaft nach. Wir sind nicht mehr in Borchester.

Rochenda Sandall, Alan Williams, Alex Austin, Ria Zmitrowicz in Gundog. Foto: Manuel Harlan

In Vicky Featherstones gut getakteter Inszenierung vergeht ein Jahr im Wandel der Lichter (Lichtdesign: Lee Curran) und in der unheimlich nachhallenden Klanglandschaft von Peter Rice. Das Ensemble ist fest in der Erdigkeit und Verzweiflung des Textes verankert. Als Becky, die jüngere Schwester, feuert Ria Zmitrowicz ihre Sätze mit selbstbewusstem Klappern ab und trifft Beckys spröden, trockenen Humor ebenso punktgenau wie ihre Verzweiflung über den Verlust besserer Zeiten. Ihr ebenbürtig ist Rochenda Sandalls Anna, zermürbt und rund um die Uhr am Arbeiten, nur um zu überleben. Als Guy knüpft Alec Secareanu an seine hervorragende Leistung in God’s Own Country an – erneut als Figur, gefangen in den Zwängen von Flucht und Exil, die verzweifelt versucht, die verwüstete Landschaft zu begreifen und vorsichtig ihren Platz darin zu finden. Die britische Kultur sollte diesen Schauspieler bald aus dem Schlamm befreien!

Alex Austin, Ria Zmitrowicz in Gundog. Foto: Manuel Harlan

Longmans strukturell kluger Text führt uns mit der Rückkehr von Alex Austins gequältem und aggressivem Ben in der Zeit zurück – eine weitere starke Leistung. Hier erfahren wir, dass die Schwestern Schafe gestohlen haben, nachdem ihre Herde durch eine Krankheit vernichtet worden war, was zum Suizid ihres Vaters führte. An ihrem Granddad Mick – in einer überragend berührenden Darstellung von Alan Williams als Mann, der spürt, wie sein Verstand auseinanderfällt – klammern sich die Figuren an ein goldenes Gestern: an Nächte im Pub, obwohl der Pub seit Jahren geschlossen ist (ist der Tod der Mutter der Tod Britanniens?). Die Hoffnung nutzt sich nach und nach ab wie das Gras. Mit fortschreitendem Stück werden Stille und Einsamkeit geradezu greifbar.

Ja, es ist ein düsteres Stück, aber der Text bricht immer wieder in eine wunderbar poetische Sprache aus, besonders bei Mick, der eine schöne Rede darüber hält, sich in Erde und Himmel einzupflanzen, um seine Familie zu beschützen. Wenn Anna sie gegen Ende wiederholt, ist das ein gespenstischer Moment. Vor allem gräbt das Stück tief in den Wurzeln von Familie und Erinnerung – und in der Bedeutung, weiterzugehen, denn die Zeit findet immer einen Ort, an den sie kann.

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