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REZENSION: Die Ballade von Maria Marten, New Wolsey Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Beth Flintoffs Stück The Ballad of Maria Marten im New Wolsey Theatre, Ipswich.

Die Besetzung von The Ballad of Maria Marten. Foto: Mike Kwasniak The Ballad of Maria Marten.

New Wolsey Theatre, Ipswich.

19. März 2022

5 Sterne

Tour-Informationen zu The Ballad of Maria Marten

Als Melodram aus der Zeit der Music Halls berühmt, hatte Maria Marten or Murder in the Red Barn alle klassischen Zutaten eines reißerischen Krimi-Thrillers. Im Sommer 1827 wartet Maria in der Roten Scheune auf ihren Geliebten – mit dem Plan, gemeinsam durchzubrennen und ein neues Leben zu beginnen. Ein Jahr später wird ihre Leiche von ihrer verzweifelten Stiefmutter gefunden. In Beth Flintoffs kraftvollem, außergewöhnlichem Stück bekommt Maria ihre Stimme zurück, und die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt – und aus der der Frauen, die in der Armut des ländlichen Raums ums Überleben ringen, wo schon der Winter eine Herausforderung ist, die es zu überstehen gilt. Hal Chambers’ Regie ist einfallsreich und präzise; ein makelloses Ensemble erweckt Schauplatz, Epoche und Handlung lebendig und unvergesslich zum Leben. Das ist Eastern Angles in Bestform – die Company festigt damit erneut ihren Ruf als Geschichtenerzähler*innen aus East Anglia.

Die Besetzung von The Ballad of Maria Marten. Foto: Mike Kwasniak

Elizabeth Crarer ist als Maria herausragend: stark, fürsorglich, liebend – und Teil des Hazard Club, der geheimen Bande, zu der sie und ihre Freundinnen gehören. Zunächst spricht sie als Geist zu uns, dann erweckt sie Maria im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben und zeichnet ihren Weg nach: vom unbeschwerten Kind über die Verantwortungsvolle bis zur Mutter – durch den Verlust ihrer Kinder und eine Liebe, die Persönlichkeit und Geist zermürbt. Es ist ein bewegendes Porträt; ihre erschütternde Reise wird mit Können und Feingefühl erzählt und wirkt dadurch umso eindringlicher. Sarah Goddard rückt als Ann Marten die Härten des armen Landlebens in den Vordergrund, voller Liebe und auf der Suche nach der Wahrheit. Jessica Dives bringt in der Rolle der Phoebe stilles Urteil mit und spiegelt die Missbilligung des Dorfes wider, und Honora Kamen trotzt als Sarah gesellschaftlichen Einschränkungen, nur um später als Lady Cooke das Klassensystem zu zementieren – Maria wird sich niemals aus ihrer Lebensstellung heraus verheiraten. Bethan Nash und Susie Barret spielen Cross-Gender großartig: Nash als Peter Matthews, der sich um Maria sorgt, aber über ihrem Stand steht; Barrett beunruhigend realistisch als Thomas Corder, der Vorbote ihres Mörders William Corder.

Die Besetzung von The Ballad of Maria Marten. Foto: Mike Kwasniak

Es gibt so viele geniale Aspekte an dieser Produktion. Luke Potters Musik feiert die Freundschaft von Frauen – die Zärtlichkeit, die Kämpfe und das Lachen – und ist eine eigene Figur. Rebecca Randells Bewegungschoreografie bringt Energie und Zusammenhalt auf die Bühne; das Rascheln von Marias Röcken spiegelt nicht nur ihren seelischen Zustand, sondern auch die knochenharte Arbeit auf dem Land. Am stärksten wirkt, dass wir keine Darstellung von William Corder sehen – so projizieren wir auf ihn die Gesichter der Männer, die Frauen töten, quer durch die Jahrhunderte bis hin zu Beamt*innen der Metropolitan Police. Das ist starker Stoff, zugleich aber – seltsam genug – erhebend, wenn die überlebenden Frauen die Old Red Barn in Brand setzen, um ihrer toten Freundin Macht und Stimme zu geben. Ein Weckruf, der weit über den lokalen Rahmen des Suffolk-Schauplatzes hinausgeht – und ein Stück, das man nicht verpassen sollte.

Die Tournee von The Ballad of Maria Marten geht weiter. Den vollständigen Tourplan gibt es hier.

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