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REZENSION: Die schnellste Uhr im Universum, Old Red Lion Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

12. November 2013

Von

Leitartikel

Dylan Llewellyn, Nancy Sullivan und Joshua Blake. Foto: Darren Bell    The Fastest Clock In The Universe Old Red Lion Theatre 11. November 2013 5 Sterne Das neueste Angebot des Old Red Lion, eines Hauses, das weit über seine Gewichtsklasse hinaus spielt, ist eine herausragende Wiederaufnahme eines der frühesten Werke von Philip Ridley, The Fastest Clock in the Universe. Ridleys Stück konzentriert sich auf Cougar Glass, einen selbstverliebten und beängstigend instabilen Adonis, der alles daran setzt, jung auszusehen. Joshua Blake ist in der Rolle hervorragend; er knurrt wie ein Panther, lümmelt in seiner Unterwäsche und lässt die Muskeln spielen – jederzeit bereit zu explodieren. Mit Cougar in der kleinen Wohnung lebt Captain Tock, solide gespielt von Ian Houghton. Ihre Beziehung ist akribisch gezeichnet; wer ist hier eigentlich von wem abhängig? Houghton und Blake zelebrieren den Machtkampf wie ein Tennismatch; die Energie knistert und das Publikum kann den Blick nicht abwenden – jede Sekunde könnte die Spannung gewaltsam reißen. Captain bereitet eine weitere von Cougars Partys zum neunzehnten Geburtstag vor, eine Farce, die von beiden sorgfältig geplant und ausgeführt wird. Wie üblich soll nur ein Gast eingeladen werden: ein junger Bursche namens Foxtrot Darling. Cougar empfindet ein aggressiv sexuelles Vergnügen daran zu erzählen, wie er Foxtrot eingefangen hat. Gefahr liegt in der Luft. Der erste Akt ist etwas überarbeitet; er schraubt die Spannung zu schnell in die Höhe und lässt zu wenig Raum für ein langsames Glimmen, für ein allmählich wachsendes Unbehagen, das sich im Publikum ausbreitet. Dennoch dürfte sich das im Laufe der Spielserie sicher einpendeln. Am Höhepunkt des ersten Akts tritt schließlich Foxtrot selbst auf – eindrucksvoll gespielt von Dylan Llewellyn. Llewellyn wirkt sofort sympathisch; jugendlich, makellos und attraktiv – man verfällt ihm fast so schnell wie Cougar. The fastest Clock In The Universe. Foto: Darren Bell Mit dem Auftritt von Foxtrots ungebetener Verlobten Sherbet Gravel (Nancy Sullivan) wird dem Publikum der Boden komplett unter den Füßen weggezogen. Das ist meisterhaft gesetzt. Das Stück wird nun zu einem Machtkampf zwischen dem mittlerweile stummen Cougar und der hirnlos plappernden Sherbet, während beide jeweils versuchen, ihren Willen durchzusetzen. Sullivan ist als Sherbet schlicht umwerfend – eine Figur, die sich zwischen den Leuten von TOWIE pudelwohl fühlen würde und jeden Satz mit einem nervtötenden „babe“ beendet. Ihr Auftritt ist eine urkomische Tour de Force, und sie hält Blakes Kraft und Intensität mühelos stand. Das Ensemble komplettiert Ania Marson als betagte Nachbarin Cheetah Bee. Marson wirkt wie eine gefallene Disney-Schurkin, humpelt in Pelz gehüllt über die Bühne, mit unangefochtener Autorität und einem East-End-Singsang, der selbst die beiläufigste Alltagssprache wie eine mystische Beschwörung klingen lässt. Tom O’Briens Inszenierung ist verstörend, unausweichlich sexy. Die dunkelpoetische Sprache von Ridleys Text, durchzogen von Humor und Lust, wird von O’Briens hervorragendem Fünfer-Ensemble sicher beherrscht. Derek Andersons Licht und Alexandra Faye Braithwaites Sounddesign vollenden die hektische, elektrisierende Atmosphäre, und Emily Harwoods Bühne, die aufziehende Gewitterwolken andeutet, ist perfekt für diese intime Produktion. Auch wenn Ridley seine Technik in den Jahren seit der Uraufführung dieses Stücks weiter verfeinert hat, erkennt man gerade in seinen frühen Arbeiten den rohen Mut und die kühne Vision, die ihn zu einem Dramatiker gemacht haben, mit dem man rechnen muss. O’Briens größter Erfolg liegt darin, die Vitalität und Aktualität von Ridleys Stück zu bewahren; es ist so schmerzhaft und schockierend wie eh und je. Tom O’Briens Inszenierung ist eine seltene Gelegenheit, eines von Ridleys stärksten Werken auf so hohem Niveau zu erleben. Nichts für Zartbesaitete – und unbedingt sehenswert. Läuft bis 30. November 2013 Mehr Infos

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