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KRITIK: The Understudy, Canal Cafe Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Der Einspringer Canal Cafe Theatre

23. Februar 2017

4 Sterne

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Vor einiger Zeit habe ich eine Produktion von „Jest End“ besprochen, deren Publikum zu großen Teilen aus Darsteller*innen bestand – sie wieherten vor Lachen, weil sie die eigenen Triumphe und Kämpfe auf der Bühne wiedererkannten. Ich glaube, Theresa Rebecks Stück „Der Einspringer“ würde ein ähnliches Publikum ebenso ansprechen, denn auch dieses Werk befasst sich – ähnlich und sehr gekonnt – mit dem Leben eines Performers: in diesem Fall mit jemandem, der einen Job annimmt, in dem Wissen, dass er vermutlich nie die Bühne betreten wird.

Die Handlung spielt während einer Einspringer-Probe für eine Broadway-Produktion von „Kafkas unentdecktem Meisterwerk“ mit Bruce, einem großen Hollywood-Namen, und Jake, einem Actionfilm-Star à la Chris Pine/Evans/Pratt, der verzweifelt ernst genommen werden will. Es knistert, als er auf seinen Einspringer Harry trifft: einen jobbing actor, der gut fünf Minuten braucht, um in die Rolle zu finden, und der die Flugzeugabstürze und Explosionen in Jakes Filmen ziemlich verächtlich abtut. Dafür, dass alles reibungslos läuft, sorgt Stage Managerin Roxanne (Emma Taylor – überzeugend gespielt als Spiegelbild einer SM am Rande der Nerven), die sich nicht nur mit Jakes Ansprüchen herumschlägt, sondern auch mit ihrer Vergangenheit mit Harry.

Samuel John als Harry und Leonard Sillevis als Jake sind beide absolut punktgenau in ihren Rollen. John vereint die Eigenheiten und das melancholische Grübeln eines strauchelnden Schauspielers, und seine abschweifenden, ausufernden Monologe sind ein Vergnügen. Sillevis hingegen ist pures Selbstbewusstsein und große Geste – dazu kommt eine intensive Heldenverehrung für den Autor. Doch beide liefern glaubwürdige, vielschichtige Darstellungen, mit Momenten überraschender Verletzlichkeit, denen man gebannt zusieht.

Tatsächlich beginnt „Der Einspringer“ nur dort zu schwächeln, wo Rebeck ein völlig unnötiges Liebesdreieck mit Gewalt hineindrücken will. Es trägt wenig bei, führt nie wirklich irgendwohin und kippt zu sehr in klischeehafte Vorhersehbarkeit. Wirklich glänzt das Stück in seiner Darstellung des Probenalltags. Die häufigen Wartezeiten, verpatzte Einsätze und wiederholte Szenen klingen allesamt sehr wahr, und die Beziehung zwischen Harry und Jake macht besonders viel Spaß zu beobachten. Ihre anfängliche Verachtung füreinander weicht einer merkwürdig liebenswerten Freundschaft – gespickt mit Godot-esken existenziellen Grübeleien über die Branche. Leicht bleibt die Stimmung dennoch, dank Jakes regelmäßiger, ehrfürchtiger Ausrufe „Aber Kafka!“ und Harrys sardonischem Witz.

Auch diese Inszenierung hat einen charmanten Grad an augenzwinkerndem Bewusstsein. Gespielt in einem winzigen Raum über einem Pub in Little Venice, wird die Bewunderung der Figuren für die großen Broadway-Bühnenbilder – hier vertreten durch einen Holztisch und zwei Hocker – mit einer guten Portion trockener Ironie serviert. In der Arena sitzend, ist das Publikum vollständig ins Geschehen eingebunden und fungiert als Harrys imaginierte Beobachter*innen, wenn er wieder zu einer Solo-Rede ansetzt.

Ein witziger und äußerst unterhaltsamer Blick auf die Welt des Star-Castings: „Der Einspringer“ ist ein Muss für alle, die im Theaterbetrieb stecken, und für alle, die neugierig sind, was hinter den Kulissen passiert. Komisch und klug – diese UK-Premiere sorgt für einen sehr vergnüglichen Abend.

Bis 11. März 2017

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