Die erste Ausgabe des Haymarket Theatre eröffnete am 29. Dezember 1720. In den Anfangsjahren bot es ein abwechslungsreiches Programm mit französischem Theater, Mock-Opern und politischen Satiren. Unter dem Licensing Act von 1737 wurde das Haus geschlossen – dennoch fanden weiterhin Aufführungen statt, entweder mit zeitweiligen Lizenzen oder durch Umgehungsmanöver.
1749 wurde angekündigt, ein Künstler namens „The Bottle Conjurer“ werde auftreten. Als sich herausstellte, dass es sich um einen Schwindel handelte, zerlegte das Publikum das Theater.
Das Gebäude blieb zunächst ungenutzt, bis es in neue Hände kam. Es wurde daraufhin renoviert, vergrößert und 1767 wiedereröffnet – als drittes Patenttheater Londons. Die Produktionen waren so beliebt, dass König Georg III. 1794 dem Haus einen Besuch abstattete. So viele Menschen drängten herbei, um den Monarchen zu sehen, dass 20 Personen zu Tode gedrückt wurden.
Durch Umbaupläne wurde das Theater weiter nach Süden verlegt; am neuen Standort eröffnete es 1821 erneut und entwickelte sich zu einer gefragten Komödienbühne sowie zur Heimat der besten Schauspielerinnen und Schauspieler der Zeit. Zu den beliebten Produktionen des 19. Jahrhunderts gehörten Our American Cousin (400 Vorstellungen), David Garrick, Charity, The Zoo sowie die Uraufführungen von Ein idealer Ehemann und Eine Frau ohne Bedeutung.
Im 20. Jahrhundert prägten eine Repertoire-Spielzeit unter John Gielgud, zwei Renovierungen (1904 und 1994) und die weitere Festigung des Haymarket als eine der renommiertesten Theateradressen Londons das Profil des Hauses. Bis heute zieht es einige der bedeutendsten britischen Theaterkünstler an, darunter Ralph Fiennes, Ian McKellen, Patrick Stewart und Trevor Nunn.