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KRITIK: Hamilton, Victoria Palace Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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Douglas Mayo bespricht das viel gehypte Musical Hamilton im Victoria Palace Theatre und kommt zu dem Schluss: Der Hype ist absolut berechtigt.

Cleve September (Laurens), Jamael Westman (Hamilton), Jason Pennycooke (Lafayette), Tarin Callender (Mulligan) in Hamilton Als Musicaltheater-Fan frage ich mich manchmal, wie es wohl gewesen sein muss, im Publikum zu sitzen, als Hammerstein und Kern Show Boat auf den Weg brachten, als Rodgers und Hammerstein Oklahoma! eröffneten und als Gillian Lynnes ikonisches Cats erstmals die Bühne des New London Theatre eroberte. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sich ähnlich angefühlt haben muss wie das, was ich empfand, als ich die Ehre hatte, das viel gehypte neue Musical Hamilton im Victoria Palace Theatre zu sehen.

Die Londoner Produktion von Hamilton ist die erste ausserhalb der USA, und die Blicke waren fest darauf gerichtet, wie sie bei einem nicht-amerikanischen Publikum ankommen würde. Begrüsst wurde die Show mit einer Reaktion, wie man sie sonst eher von einer grossen internationalen Rockband kennt – und zwar von einem Publikum, das so vielfältig in Herkunft und Alter war, wie ich es im Theater selten erlebt habe.

Jamael Westman als Alexander Hamilton mit der West-End-Besetzung von Hamilton

Lin-Manuel Miranda hat einen bemerkenswerten Dreifachcoup gelandet: Buch, Songtexte und Musik stammen aus einer Hand – und das Ergebnis ist nicht nur einer der intelligentesten Musicalabende, die ich je erleben durfte, sondern hebt durch die nahtlose Integration von Rap und Hip-Hop in die Musicalform die Messlatte an und verändert die Zukunft des Musicals dauerhaft.

Hamilton erzählt die Geschichte von Alexander Hamilton, einem der Gründerväter der USA, dessen Leben Stoff für eine fantastische moderne Seifenoper wäre – wenn es nicht tatsächlich alles wahr wäre. Ein aussergewöhnlicher, kluger Mann: Er schrieb an der Verfassung mit, kämpfte im Unabhängigkeitskrieg, gründete die Küstenwache, legte den Grundstein für das föderale Banksystem der Vereinigten Staaten, war Protagonist eines der ersten Sexskandale der US-Politik – und wurde schliesslich in einem Duell vom damaligen Vizepräsidenten Aaron Burr getötet. Wer behauptet da noch, Musicals hätten dünne Handlungen!

Michael Jibson als King George in Hamilton (West End) Angeführt wird die Londoner Besetzung von dem unglaublich charismatischen Jamael Westman als Hamilton. Dieser aussergewöhnlich grosse Leading Man mit bislang nur zwei vorherigen Engagements hat sich in kürzester Zeit als ernstzunehmender Anwärter etabliert. Sein Hamilton ist souverän, komplex und fesselnd. Als Aaron Burr ist Giles Tereras Leistung verwandlungsstark, vielschichtig und reich nuanciert. Seine Entwicklung vom Unentschlossenen und Unverbindlichen bis zum entscheidenden Moment der Selbsterkenntnis in The Room Where It Happens ist bemerkenswert. Michael Jibsons zwölf Minuten auf der Bühne als King George stahlen fast die Show – und es war spannend zu hören, wie ein britisches Publikum auf die bockigen, königlichen Ausbrüche „ihres“ Monarchen reagiert.

Giles Terera als Aaron Burr mit der West-End-Besetzung von Hamilton

Diese Hamilton-Besetzung bietet eine wahre Fülle an starken Leistungen. Jason Pennycookes Lafayette und Jefferson sind schillernd, Tarinn Callenders Mulligan ist bullig und forsch, während sein Madison geschniegelt und steif wirkt. Obioma Ugoalas Washington ist majestätisch und packend – eine überzeugende Darstellung, die ich sehr gern wiedersehen werde. Cleve Septembers Philip Hamilton brachte die Menschen um mich herum im zweiten Akt zum Weinen, und auch Jack Butterworth sowie Leslie Garcia Bowman verdienen eine Erwähnung: Sie sind hervorragend als Seabury beziehungsweise Lee.

Rachel Ann Go (Eliza), Rachel John (Angelica) und Christine Allado (Peggy) als die Schuyler Sisters in Hamilton (West End)

Rachelle Ann Go, Rachel John und Christine Allado als die Schuyler-Schwestern sind pures Glück. Als Eliza ist Rachelle Ann Go als Hamiltons Ehefrau atemberaubend. Im zweiten Akt hebt diese Darstellung regelrecht ab – und Taschentücher werden garantiert gezückt.

Andy Blankenbuehlers lebendige, charismatische Choreografie hält das talentierte Ensemble von Hamilton in permanenter Bewegung über die Bühne des Victoria Palace. David Korins Bühnenbild vereint alles, was zum Aufbau einer Kolonie gehört: Schiffsseile, Balken und tragende Strukturen liegen offen. Stellt euch vor, wie die Grautöne und der Schmutz von Les Misérables beim ersten Aufbau ausgesehen haben müssen – dann habt ihr die Vorstellung.

Alex Lacamoires musikalische Brillanz ist durchgehend spürbar: Seine Orchestrierungen sind lebhaft, antreibend und lassen die Spannung unaufhaltsam nach vorn drängen – und wie wunderbar ist es, im Orchestergraben des West End endlich wieder echte Streicher zu hören. Richard Beadles Band ist grossartig, und volles Lob gebührt Nevin Steinberg, dessen Sounddesign dafür sorgt, dass JEDES Wort dieser fantastischen Show mit einer Klarheit zu hören ist, die hoffentlich nicht zum neuen West-End-Standard werden muss!

Thomas Kails Brillanz, dieses epische Stück Musicaltheater auf die Bühne zu bringen, darf niemals unterschätzt werden. Doch letztlich ist es Lin-Manuel Miranda gelungen, Rap und Hip-Hop nahtlos in die moderne amerikanische Musicalform zu integrieren – etwas, womit Stephen Sondheim vor vielen Jahren bereits anfing, als die Hexe in Into The Woods erstmals rappte, was sich alles in ihrem Garten befindet. Lin-Manuels Hamilton ist schlichtweg brillant: intelligent, unterhaltsam und es bringt ein völlig neues Publikum ins Musicaltheater. Glaubt dem Hype und bucht Tickets – ich werde mehrere Besuche einplanen. Es gibt unglaublich viel aufzunehmen, und ich bin sicher, dass sich bei weiteren Vorstellungen noch andere Schätze entdecken und geniessen lassen. Ausserdem bin ich überzeugt, dass dieses Hamilton, sobald die Besetzung nach ein paar Monaten richtig im Material angekommen ist, neue Kostbarkeiten preisgeben wird – und ich kann es kaum erwarten.

TICKETS FÜR HAMILTON BUCHEN

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