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REZENSION: Honour, Park Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert die Wiederaufnahme von Joanna Murray-Smiths Honour im Park Theatre

Katie Bayben und Henry Goodman in Honour. Foto: Alex Brenner Honour Park Theatre, London

Drei Sterne

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An einer Stelle in Joanna Murray-Smiths Honour stellt der Journalist und „grosse Denker“ George seine Gelehrsamkeit zur Schau, indem er den Naturalismus erklärt – jenen literarischen und dramatischen Stil des 19. Jahrhunderts, der das häusliche Leben mit der forensischen Genauigkeit eines Wissenschaftlers untersuchen wollte. Das liesse sich genauso gut auf das Stück selbst anwenden, das derzeit im Park Theatre wiederaufgenommen wird: Es seziert und analysiert mit Akribie Georges lange Ehe mit Honor ebenso wie das Wesen der Liebe an sich.

Nach 32 gemeinsamen Jahren stellt das Paar die Dynamik seiner Beziehung infrage, als George sich in die attraktive junge Journalistin Claudia verliebt, die halb so alt ist wie er. Ohne Vorwarnung verlässt er seine Frau, die aus Liebe ihre eigene vielversprechende Karriere als Lyrikerin auf Eis gelegt hat, um sich um ihren Mann zu kümmern und ihre Tochter Sophie grosszuziehen. Das Stück untersucht die Rolle von Frauen wie Honor in scheinbar erfolgreichen Ehen und die Opfer, die gebracht werden, um die Karriere des Partners zu stützen – ein Thema, das trotz des Entstehungsjahres 1995 nichts von seiner Relevanz verloren hat. Zugleich fragt es, welche Art von Liebe ein Paar im mittleren Alter zusammenhält, wenn die Jahre ins Land gezogen sind und jede Leidenschaft aufgebraucht scheint.

Natalie Simpson und Henry Goodman in Honour. Foto: Alex Brenner

Als George gibt Henry Goodman einen sanften, leise sprechenden Intellektuellen, der durch die neue Beziehung frisches Leben und Leidenschaft findet. Sympathie gewinnt er kaum – dafür die meisten Lacher –, weil er ausgerechnet zu dem Typ älteren Mann wird, den er früher als erbärmlich verspottet hätte: einer, der mit einer jüngeren Frau durchbrennt. Claudia, hervorragend gespielt von Katie Brayben mit eiskühlem Charme, ist eine kluge, gnadenlos ehrgeizige angehende Autorin, die ihre Ausstrahlung und sexuelle Anziehung nutzt, um voranzukommen – trotz eines offenbar erstaunlichen Mangels an Wissen. Sie behauptet, an der Uni gelernt zu haben, das System so zu spielen, dass man Bestnoten bekommt, ohne grundlegende Konzepte aus Literatur oder Philosophie zu beherrschen; und auch wenn sie sich wirklich zu George hingezogen fühlen mag, zeigt sich, dass ihr Interesse eher dem gilt, was er ihr im Gegenzug geben kann.

Imogen Stubbs und Natalie Simpson in Honour. Foto: Alex Brenner

Imogen Stubbs fängt Honors Verzweiflung über den Verlust des Mannes, den sie liebt, mit grosser Wucht ein – und untergräbt damit alles, woran sie einmal geglaubt hat. Am eindrücklichsten zeigt sich die Wirkung von Georges Weggang jedoch in der beeindruckend herzzerreissenden Leistung von Natalie Simpson als 21-jährige Tochter: Deren idealisierte Vorstellung von der perfekten Liebe ihrer Eltern wird grausam zerschlagen.

Sophies Reaktion ist das berührendste Detail dieser Wiederaufnahme. So fesselnd und straff inszeniert Paul Robinson das Stück auch: Man kümmert sich am Ende erstaunlich wenig um die zerbrochene Ehe, ist eher genervt von Honors unbeirrbarer Liebe zu diesem törichten Mann – und fiebert mit, dass sie ihr Leben weiterlebt und ihr eigenes Potenzial erkennt. In dieser Hinsicht dringt die Inszenierung zwar tief zu den Motiven der Figuren vor, zeichnet dabei jedoch ein etwas blutleeres Porträt bürgerlicher Lebenswelten.

Zu sehen bis 24. November 2018

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