Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

REZENSION: Questors, Jesters und Renegades, Michael Coveney, Methuen ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

Share

Paul T Davies bespricht „Questors, Jesters and Renegades. The Story of Britain’s Amateur Theatre“, erschienen bei Methuen Drama.

Questors, Jesters and Renegades. Die Geschichte des britischen Amateurtheaters

Michael Coveney

Methuen

4 Sterne

Exemplar kaufen

Vielleicht noch mehr als Schauspielschulen hat das Amateurtheater eine entscheidende Rolle dabei gespielt, Theater in das Leben vieler unserer besten Schauspielerinnen und Schauspieler zu bringen. Die Namensliste ist hier enorm beeindruckend: Judi Dench, Simon Callow, Michael Gambon, Brenda Blethyn – und ein riesiges Ensemble berühmter Namen. An erster Stelle steht vermutlich Ian McKellen, der während seiner triumphalen Tour zu seinem 80. Geburtstag lokale Amateurtheater unterstützte und sagt, dort sei es „wo wir alle angefangen haben“. Es ist ganz sicher auch der Ort, an dem viele von uns ihr Handwerk gelernt haben. Ich behaupte immer – gegenüber jedem, der es hören will –, das Everyman Theatre in Cardiff sei „meine Schauspielschule“ gewesen, und mein örtliches Theater in Colchester, das Headgate, sei „das Zuhause des Amateurtheaters“: mit einer ausgezeichneten, ganzjährig laufenden Spielzeit, die lokale Compagnien und gelegentlich auch professionelle Gastspiele beherbergt. Michael Coveneys Buch zeichnet nicht nur die Entwicklung der Amateur-Szene nach (hauptsächlich in England), sondern feiert zugleich die Freude am Amateurtheater – mit all seinen Macken. Coveney verfolgt diese Entwicklung überzeugend, insbesondere die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in der Amateurtheater für das Wachstum des modernen Theaters geradezu allgegenwärtig war und eine starke Grundlage in den Little Theatre Guilds hatte, die 1946 gegründet wurden und in sozialistischen Ideen verwurzelt waren. Natürlich kann er nicht jede Theatergruppe im Land in den Blick nehmen; deshalb konzentriert er sich auf solche, die aus den Guilds heraus gewachsen sind, und auf jene aus seiner eigenen Erfahrung: die Questors und das Tower Theatre in London, das Little Theatre in Bolton, an dem Ian McKellen als Schuljunge mitwirkte, die Halifax Thespians und das Broadbent Theatre in Lincolnshire – um nur einige zu nennen. Das großartige Minack Theatre bekommt zu Recht ein eigenes Kapitel und fügt sich wunderbar zu Amber Massie-Blomfields ausgezeichnetem Bericht über das Theater in ihrem „Twenty Theatres to See Before You Die“ (Nick Hern Books). Eine der vielen Freuden dieses Buchs – und das sagt vielleicht mehr über mich als über Coveney – sind die Anekdoten über Zwischenfälle, die auf Amateurbühnen passieren, so herrlich persifliert in The Play That Goes Wrong. Da ist die Freude an Namen wie Blagdon Mansfield, tagsüber Milchmann, abends Leiter des Front of House, die Ugly Sisters von Milton Cats, der Geschäftsführer eines örtlichen Unterwäscheunternehmens, und Tod Hunter, ein professioneller Küken-Geschlechtsbestimmer – Legenden in ihren eigenen Communities! Das ganze Buch hindurch feiern wir reiche, erfüllende Amateurleben, den Kampf für ein National Theatre, historische Berichte über Bühnen, die ich nun unbedingt besuchen möchte, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind – besonders das Maddermarket in Norwich.

Michael Coveney

Das Kapitel über Darstellungen von Amateurtheater im Film fand ich ein wenig überflüssig und hätte es gern gegen einen tiefergehenden Blick auf die Amateur-Szene in Schottland, Wales und Nordirland eingetauscht. Zwar wählt Coveney mit Theatr Fach in Llangefni auf Anglesey ein interessantes walisisches Theater, das der walisischen Sprache gewidmet ist, doch ein flüchtiger Verweis auf das Park and Dare Theatre im Rhondda Valley unterstreicht eher, wie sehr eine Würdigung der lebendigen walisischen Szene fehlt – und ich bin sicher, Ähnliches gilt für Schottland und Nordirland. Dennoch bringt er die Bestandsaufnahme auf den neuesten Stand, indem er Amateurbeteiligung an großen Projekten einbezieht, etwa am epischen „The Passion“ des National Theatre of Wales sowie an der RSC-Produktion „A Midsummer Night’s Dream: A Play for the Nation“, wo die Grenze zwischen Amateur und Profi vielleicht stärker verschwimmt. Der Ausdruck „amdram“, der im Buch durchgehend verwendet wird, gefällt mir nicht, doch insgesamt ist dies eine respektvolle Hommage an die Amateur-Szene, leicht gedämpft durch Warnungen vor mangelnder Diversität und schließenden Theatern, aber vor allem eine lebendige Feier eines ausgesprochen britischen Phänomens. Ein Aspekt, der mir besonders gefällt: Es wird Leserinnen und Leser geben, die an den hier besprochenen Produktionen beteiligt waren – und das ist etwas wirklich Besonderes. Hoffentlich können wir, sobald wir aus der Isolation heraus sind, unsere Amateur-Compagnien wieder feiern: indem wir mitmachen und so bald wie möglich im Publikum sitzen.

Diesen Artikel teilen:

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS