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REZENSION: The Collector, The Vaults Waterloo ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Daniel Portman und Lily Loveless. Foto: Scott Rylander The Collector

The Vaults, Waterloo

4. August 2016

3 Sterne

JETZT BUCHEN Was den Spielort angeht, hätte das Kreativteam hinter The Collector kaum einen passenderen Ort als The Vaults wählen können – für ein Stück, das in einem Entführer-Keller spielt. Die betonverkleideten Tunnel unter dem Bahnhof wirken wie eine altmodische Interpretation eines Atomschutzbunkers, und die regelmäßig bedrohlich über ihnen dröhnenden Züge verstärken nur noch die klaustrophobische Atmosphäre dieses zutiefst verstörenden Stücks. Basierend auf dem Roman von John Fowles aus dem Jahr 1963 erzählt The Collector die Geschichte des gestörten Einzelgängers Frederick Clegg, der eine Obsession für die Kunststudentin Miranda Grey entwickelt. Entschlossen, sie dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben, entführt er Miranda und sperrt sie in den Keller eines abgelegenen Cottages, das er sich mit einem unerwarteten Geldsegen gekauft hat. Dort jedoch ist Miranda alles andere als zärtlich zu Frederick, und schon bald erkennt er, dass dieses Traumgirl nicht ganz seiner idealisierten Vorstellung von ihr entspricht.

Daniel Portman und Lily Loveless. Foto: Scott Rylander Nach ein paar wackligen Anfangsminuten findet Daniel Portman (Game of Thrones) als besessener Frederick voll in seinen Rhythmus. Eine unberechenbare Darstellung, die dem Publikum die Geschichte Häppchen für Häppchen serviert, bis das ganze Ausmaß von Fredericks Geisteszustand erschreckend klar wird. Lily Loveless (Naomi in Skins) ist als Miranda, die bürgerliche Kunststudentin, die gern Bohème wäre, sehr passend besetzt. Loveless fängt die unschönen Seiten von Mirandas Persönlichkeit, ihre messerscharfe Intelligenz und ihre verzweifelten Überlebensstrategien gekonnt ein – und schafft es, diese Figur über die Grenzen des Klischees hinauszuführen.

Daniel Portman und Lily Loveless. Foto: Scott Rylander

Das Bühnenbild ist schlicht, unterstützt aber sowohl die Geschichte als auch den Ort hervorragend. Um die Spielfläche drapierte Plastikfolien deuten etwas von einem Tatort an und werden in den passenden Momenten wunderschön ausgeleuchtet. Metallregale voller Vorräte und gestapelte Möbel an den Rändern unterstreichen erneut das Bunkerbild und das Ausmaß von Fredericks Plänen – allerdings gibt es auch einige unnötige musikalische Zwischenspiele, die einen Teil der dringend benötigten Spannung herausnehmen.

Leider lässt sich nicht alles aus Fowles’ Romanvorlage wirklich auf die Bühne übertragen, und Mark Healys Text sorgt oft an unpassenden Stellen für Lacher. Das Tempo ist in beiden Akten ein ernstes Problem, und die Schlusszene, die Fredericks erschreckende Entschlossenheit herausstellen sollte, einen weiteren Entführungsversuch zu unternehmen, zieht sich zu lange. Es gibt durchgehend große Textpassagen, die direkt ans Publikum gesprochen werden, was mitunter sperrig und unbeholfen wirken kann – doch die Schlagabtausche zwischen den beiden Figuren sind ausgezeichnet und machen die Absurdität der Lage deutlich, in die sie geraten sind. Healy hat die zutiefst beunruhigende Stimmung des Romans zwar weitgehend bewahrt, erreicht dies jedoch, indem er die Doppelperspektive ausblendet und sich stärker auf Fredericks Sicht konzentriert – trotz der anfänglichen Versicherung der Figur, „es gibt zwei Seiten zu jeder Geschichte“. Mag sein, aber Mirandas Seite bekommen wir nur kurz zu sehen, und wenn doch, ist es eher wenig aufschlussreiches Material über ihre eigenen Selbstzweifel.

Trotz mancher Ungelenkheit ist das eine gut gestaltete und fein gespielte Produktion – und allein wegen der atmosphärischen Location einen Besuch wert. Eine interessante Adaption: Auch wenn The Collector sein Publikum nicht ganz in den Bann zieht, verunsichert er es ganz sicher. The Collector läuft noch bis zum 28. August

JETZT BUCHEN: THE COLLECTOR IN THE VAULTS

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