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KRITIK: Boys In The Buff, Stockwell Playhouse ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Boys In The Buff

Stockwell Playhouse (ehemals LOST Theatre)

13. Juli 2017

3 Sterne

Jetzt buchen Für dieses Projekt wurde eine Menge beeindruckendes kreatives Talent aufgeboten, und man kann nur staunen über das hohe Niveau der Arbeit, die hier hineingesteckt wurde. Text und Musik stammen von Chris Burgess, ergänzt durch zusätzliche Songs von Cathy Shostak, BB Cooper und Sarah Travis; Regie und Choreografie liegen bei Sam Rayner, unterstützt vom Associate Choreographer Robbie O’Reilly. Musikalische Leitung und Orchestrierungen übernimmt Joe Louis Robinson (auch wenn er zur Press Night offenbar nur über vorab aufgezeichnete Bänder anwesend war). Immer wieder gibt es hinreissendes Lichtdesign von Richard Lambert – und tatsächlich hebt diese Produktion den Vorhang für seinen diesjährigen Beitrag zum LAMBCO Fringe Festival, das jetzt im neu benannten Stockwell Playhouse (ehemals LOST Theatre) zu sehen ist. Das Bühnenbild ist minimal: ein paar Requisiten und schlichte Kostüme.

Der Score klingt jedoch zweifellos beeindruckend: Burgess hat das Great American Songbook gründlich studiert, und hier serviert er uns eine Partitur mit fast 20 Nummern in kaum 70 Minuten Spielzeit – und jede einzelne klingt wirklich so, als gehörte sie auf die andere Seite des Atlantiks, vielleicht in eine schicke Off-Off-Broadway-Revue in Greenwich Village. Ehrlich gesagt würde es mich überhaupt nicht wundern, wenn sie genau daher stammen. Diese Fülle lässt der Besetzung kaum Zeit für mehr, als sich singend und tanzend hindurchzuarbeiten – und das gelingt ihnen durchaus ordentlich. Die fraglichen Jungs sind: William Frazers intensiver, leicht „chav“-iger Dan; Adam O’Sheas gemeisselter und durchtrainierter, durchtrainierter, durchtrainierter Max (er ist ausserdem Dance Captain – und Sie werden verstehen, warum, wenn Sie ihn sich bewegen sehen, drehen, step-step-kick-turn, durch die anspruchsvollen choreografischen Bilder, die Rayner und O’Reilly verlangen); Shaun Riddicks etwas ungelenkerer Richard; und Julian Quijano als Phil, der für herrlich peinliche Momente sorgt. Sie wären auch die Stars der Show – wenn da nicht noch ein amüsanter Faktor wäre …

Die eigentliche Hauptrolle dieser Show ist nämlich die unbeugsame Präsenz einer Diva in spe: Natalie Harmans gnadenlos bestimmende Diana. Darin liegt die wirklich amüsante Wendung, Pirouette, Arabeske und Drehung dieses showbiz-lastigen Vergnügens: Es geht um sie. Sie steht als Erste auf der Bühne und ist als Erste in unseren Gedanken – und das ist in gewisser Weise eine Gnade. Sie ist das Yang, das all das testosterongetränkte Ying im Zaum hält. Warum sie allerdings überhaupt dabei sein muss, ist vielleicht eine Frage, die man besser nicht stellt: Das ist leichtfüssiger Budenzauber und eignet sich nicht besonders für allzu viel Nachbohren. Es gibt viele Gags und reichlich hochenergetische Dance-Moves, und all diese hektische Aktivität lenkt uns meist davon ab, uns zu fragen, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. Stimmlich wird die Besetzung den Anforderungen der Nummern meist gerecht – auch wenn es ein paar Momente mit unsicherer Intonation gibt und manche Zeilen wirklich ausserhalb ihrer tatsächlichen Stimmumfänge zu liegen scheinen. Macht nichts. Diese Wackler sind schnell vorbei, bevor der nächste Spruch kommt und …

Wer kichert da? Ach so, Sie haben die Show gesehen. Sie sind „eingeweiht“ in die endlose Parade schlüpfriger Anspielungen im Text (und in den Lyrics). Sie haben den Subtext durchschaut: eine Untersuchung angelsächsischer Prüderie, gepaart mit einer obsessiven Faszination für die Nacktheit anderer, die diese zweifellos bewusst schäbige kleine Revue durchtränkt – eine Revue, die in Sachen Derbheit offenbar mit der runtergekommenen Garderobe der in die Jahre gekommenen Stripperinnen in „Gypsy“ konkurrieren will? Verstehe. Okay. Dann könnten Sie sich dabei ertappen, zu überlegen, wie sich diese Show anfühlen würde, hätte sie ein bisschen mehr Tiefe. So wie es ist, ist es, was es ist: Es macht grossen Spass – solange man nicht zu viel von ihr verlangt.

Bis 29. Juli 2017

TICKETS FÜR BOYS IN THE BUFF

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