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KRITIK: Brighton Beach Memoirs, Frinton Sommer Theater ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Neil Simons „Brighton Beach Memoirs“, präsentiert im Rahmen der Frinton Summer Theatre Repertory Season.

Die Besetzung von „Brighton Beach Memoirs“. Foto: Chris Davies Photovogue Brighton Beach Memoirs Frinton Summer Theatre

24. Juli 2019

4 Sterne

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Oft im Schatten anderer amerikanischer Dramatiker des 20. Jahrhunderts, schrieb Neil Simon pointierte, beobachtende Komödien, die die Zeit überdauert haben. Nur einen kurzen Spaziergang vom Strand von Frinton entfernt auf die Bühne gebracht, ist „Brighton Beach Memoirs“ sein halbautobiografisches Stück aus dem Jahr 1982, der erste Teil der „Eugene-Trilogie“. Es erzählt vom Erwachsenwerden des Eugene im Jahr 1937 – während sich die USA durch die Weltwirtschaftskrise kämpfen und der Krieg nur wenige Jahre entfernt ist. Die Spannungen und der Zusammenhalt des Familienlebens, zusammengedrängt in einem Haus im Brighton-Beach-Viertel von Brooklyn, sind von Simon wunderbar geschrieben, und diese gelungene Inszenierung erweckt all das ebenso wunderbar zum Leben.

Dazu trägt bei, dass die Besetzung so stark ist. Christopher Buckley ist ein hervorragender Eugene und fängt die Begeisterung, Hormone und Pubertät eines 15-Jährigen perfekt ein – mit einer starken Verbindung zum Publikum. Die Szenen zwischen ihm und seinem älteren Bruder Stanley (der ausgezeichnete James Mace) sind völlig überzeugend: urkomisch, wenn es um Mädchen und Masturbation geht, und berührend, wenn Stanley in Schwierigkeiten steckt und Eugens Liebe und Unterstützung für seinen Bruder durchscheinen. Auch die Frauenrollen sind hier großartig: Natasha Pring und Nicola Stuart-Hill füllen die Rollen der Schwestern Blanche und Kate voll aus; Kate, Eugens Mutter, versucht die Familie zusammenzuhalten, wenn jede noch so kleine Veränderung im Einkommen sie ins Wanken bringen kann. Sehr beeindruckt hat mich Reginald Edwards als Vater Jack: Er trifft den jüdischen Rhythmus des Textes punktgenau und bleibt auch nach Jacks Herzinfarkt eine starke, leitende Kraft. Als Blanches Töchter Laurie und Nora schlagen sich Chloe Goodliffe und Antonia Rita gut mit Rollen, die – ehrlich gesagt – etwas zu knapp gezeichnet sind und um Spielzeit ringen.

Was Regisseur Edward Max besonders gut gelingt, ist das Einfangen der Krisenmomente und dem Stück Raum zum Atmen zu geben. Während die Familie kurz davorsteht zu zerbrechen, erinnert uns Simon behutsam daran, dass – auch wenn sie am Ende zusammenbleiben – polnische Verwandte bald eintreffen werden, nachdem sie den Nazis entkommen sind, und der Krieg diese Einheit ohnehin auseinanderreißen wird.  Gelegentlich wird ein wenig zu oft nach vorn gespielt und die Textzeilen werden deklamiert, doch das ist nur eine kleine Einschränkung. Unterm Strich ist es eine berührende, witzige und wunderschön realisierte Produktion, gespielt in einem hervorragenden Split-Level-Bühnenbild von Beth Colley – und eine perfekte Hommage an Neil Simon, der im vergangenen Jahr verstorben ist.

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