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REZENSION: The Crumple Zone, King's Head Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Julian Eaves rezensiert The Crumple Zone von Buddy Thomas – jetzt im King's Head Theatre.

The Crumple ZoneKing's Head Theatre 26. November 2018 4 Sterne Jetzt buchen Diese Show wird jedes Mal, wenn ich sie sehe, noch witziger und immer liebenswerter – und ich habe sie bisher schon dreimal gesehen.  Das kann man nicht von jeder neuen Komödie behaupten, die geschrieben wird – also gebührt Richard Lambert alle Anerkennung dafür, Buddy Thomas als Autor quasi im Alleingang entdeckt zu haben: Seine erste Produktion lief vor ein paar Weihnachts-Spielzeiten im Clapham Omnibus, und dort habe ich sie gleich zweimal gesehen.  Seitdem hat Thomas, der sich als Autor kontinuierlich weiterentwickelt, die Geschichte aktualisiert (von den Achtzigern ins Heute) und einige Figuren verändert: Einer der Typen (Nick Brittain in glitzernd adretter Preppy-Form als „Alex“) ist jetzt bisexuell, und der unerwartete Auftritt seiner Freundin (die in den USA geborene, ausgebildete und erfahrene Natasha Edwards als „Sam“) – die Alex in einer verhedderten und definitiv kompromittierenden Position mit dem geschniegelt-sauberen, ganz und gar amerikanischen „Buck“ (der attraktive Robbie Capaldi) und Lucas Liveseys showstehlender, scharfzüngiger, bitter-’n’-twisted, dabei aber herrlich liebenswerter Queen „Terry“ entdeckt – gehört nun zu den neuen Höhepunkten, die das Stück zu bieten hat.  Komplettiert wird das Ensemble durch den hetero verheirateten Mann, der nebenbei Sex mit Männern hat: Faros Xenofos als durch und durch glaubwürdiger, machohaft auftretender „Roger“.  Das Setup ist gesetzt: kreuz und quer verlaufende Beziehungen, die aufeinanderprallen, während Menschen sich zu Menschen hingezogen fühlen, die das nicht erwidern – oder nicht erwidern können –, und zwar auf alles andere als ordentlich und aufgeräumt: ein Stück für heute, über die unordentlichen, chaotischen Leben, die wir führen.  Die Freude daran ist, dass diese turbulente emotionale Landschaft bis obenhin vollgepackt ist – rappelvoll – mit den köstlichsten One-Linern; die meisten – aber längst nicht alle – kommen von Terrys eisig hochgezogener Lippe.  Die Laufzeit wurde um einige Minuten gekürzt, und ohne Pause dauert die Show jetzt flotte 74 Minuten; das tut dem Gefühl von farcenhaftem Tempo richtig gut.  Und trotzdem war ich am Ende – wie schon beim letzten Mal – völlig hingerissen von diesen Figuren und wollte mehr Zeit, nicht weniger, in ihrer Gesellschaft verbringen.  Ich trage für diese Produktion eine Fackel mit mir herum und bete jeden Abend, dass Thomas es irgendwie auf die Reihe bekommt, die fortlaufenden Abenteuer dieser wunderbaren Menschen zu schreiben, die inzwischen so sehr Teil meines Lebens sind.  Ehrlich gesagt kann ich mir Weihnachten inzwischen nicht mehr vorstellen, ohne diese Show zu sehen: Ihre archetypischen Verweise auf „Der Grinch“ und „Meet Me in St. Louis“ lassen mich diesen Titel genau in dieselbe Schublade stecken.  Es ist eine Fabel; es ist riesig.  Fünf Menschen in einem Raum hatten noch nie so viel zu sagen über Inklusion, Familie, Zugehörigkeit, Vertrauen, Zuhause und Liebe unter denen, die die Gesellschaft entweder nicht verstehen will oder nicht verstehen kann.  Das King's Head hat absolut das Richtige getan, es ins Programm zu nehmen: Ich hoffe nur, dass es sein Publikum erreicht, denn es hat ihnen so viel zu sagen.  Man geht hinaus und fühlt sich nicht nur unterhalten, sondern geradezu beflügelt – höher gehoben, als man hereingekommen ist: bestätigt.  Herzerwärmend und zum Lachen – beides in gleichem Maß.  Lambert gestaltet außerdem das Bühnenbild und – natürlich – das Licht: Für zwei Wochen haben sie sich auf dem Set der jährlichen Charles Court Opera Panto des Theaters einquartiert, doch ihre Elemente liegen wunderbar auf diesem frischen, grünen Design: Ein Sofa, ein Baum und ein Couchtisch – viel mehr braucht diese Show eigentlich nicht.  Vor allem aber ist es Robert McWhirs sanfte Regie, die den Text für sich selbst sprechen lässt – und was für wunderbare Zeilen er für uns bereithält – und seiner Besetzung maximalen Spielraum gibt, die Worte zu ihren eigenen zu machen.  Livesey und Edwards tragen das emotionale Zentrum der Geschichte und behalten das letzte Wort – zu Recht.  Sie sind ein wirklich schönes Paar, von einer sehr ungewöhnlichen Art.  Doch diese schöne Geschichte ist stark in ihrer zentralen Botschaft: Man weiß nie, wohin das Leben einen führt, und offen zu sein für Zuneigung, Wahrheit und Menschlichkeit ist alles, woran man sich halten kann.  Alles andere ist ein Rätsel. Wenn Sie dieses Weihnachten nur eines sehen, dann diese Show.  Sie werden es sich selbst danken.

THE CRUMPLE ZONE TICKETS

Fotos: Joel M Photography

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