NACHRICHTEN
KRITIK: Ladies In Lavender, Frinton Summer Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
15. Juli 2022
Von
pauldavies
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Paul T Davies rezensiert Ladies in Lavender zum Auftakt der 81. Spielzeit des Frinton Summer Theatre.
Die Besetzung von Ladies in Lavender. Foto: Chris Davies vom Photovogue Studio Frinton Ladies in Lavender.
Frinton Summer Theatre.
13. Juli 2022
3 Sterne
Kasse Basierend auf Charles Dances erfolgreichem Film aus dem Jahr 2004 ist dieses Stück eine perfekte Wahl für das älteste Repertoiretheater Grossbritanniens – und eröffnet dessen 81. Spielzeit. Und was für eine Spielzeit das ist: Viele hervorragende Stücke stehen an, und im August gibt es das spektakuläre Jesus Christ Superstar in einem Zelt! Doch zunächst liefert Shaun McKennas Bühnenfassung ein stimmungsvolles Zeitstück, angesiedelt im Jahr 1937, als zwei Schwestern, Ursula und Janet, einen polnischen Geiger namens Andrea entdecken und aufnehmen, der angespült am Strand nahe ihres abgelegenen Cottages gefunden wird. In den ausgezeichneten Programmhinweisen wird darauf hingewiesen, dass sich der Titel auf die längst aus der Mode gekommene Praxis beziehen könnte, Stoffe in Lavendel zu lagern, um sie vor Motten zu schützen – eine Metapher, die bestens funktioniert: Die Schwestern beschützen Andrea, und zugleich weckt er sowohl schmerzliche Erinnerungen als auch Freude an seinem Talent. Auch die Haltung gegenüber Fremden ist festgefahren; die Narben des Ersten Weltkriegs sind noch sichtbar, während der Zweite immer näher rückt. Die ihm entgegengebrachte Güte wirkt heute wie eine sehr klare Botschaft.
Die Besetzung ist stark, getragen vom „Gegensätze ziehen sich an“-Schwesternpaar. Virge Gilchrist trifft die vernünftige, praktische Janet sehr genau, doch ich hatte das Gefühl, sie könnte die Maske ein wenig öfter fallen lassen, wenn Janet an ihre verlorene Liebe denkt. Emily Raymond ist ideal als flatterhafte, verträumte Ursula, und James Hastings ist hervorragend als Andrea: Er vermittelt Emotionen aus dem Krankenbett bis in den Zuschauerraum – und spielt die Violine grossartig. Maxine Evans ist wunderbar als Haushälterin Dorcas, mit sardonischem Witz und exzellentem Timing, und William Oxborrow sitzt als örtlicher Doktor punktgenau; er lässt dessen Einsamkeit aufscheinen, als er sich in die bohèmehafte Künstlerin Olga verliebt (Deli Segal, die mit einer etwas zu knapp gezeichneten Rolle dennoch glänzend arbeitet). Gespielt wird auf einem wunderschönen Bühnenbild von Sorcha Corcoran, die im begrenzten Raum erneut erstaunliche Tiefe schafft, und das Licht fängt Sonnenuntergänge überzeugend ein.
Im zweiten Akt kann man fast die Mechanik des Schreibens arbeiten sehen – stellenweise wirkt es etwas konstruiert (Olgas Bruder ist zufällig ein weltberühmter Dirigent, der Andrea zu einer erfolgreichen Karriere verhelfen kann, wenn er Cornwall sofort verlässt). Dennoch ist das Stück zugleich kultiviert und sanft – und genau darin liegt seine Stärke. Zwar steuert es nicht gerade auf einen grossen Höhepunkt zu, doch das Ende ist berührend, und die Kraft der Musik kommt wirklich zur Geltung.
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