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REZENSION: Rubbed, Royal Vauxhall Tavern London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon bespricht die Panto-Produktion Rubbed! der Royal Vauxhall Tavern mit Topsie Redfern, Robert McNeilly, Faye Reeves, Alan Hunter und Rich Watkins

Rubbed!

Royal Vauxhall Tavern, London

Vier Sterne

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Gleich zu Beginn des diesjährigen Pantos in der Royal Vauxhall Tavern werden wir gewarnt, es werde „camp, blöd und geschmacklos“ sein. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Autoren Tim Benzie und Paul Joseph haben die Geschichte von Aladdin mit einem queeren Zauber belegt und eine Fortsetzung namens Rubbed! daraus gemacht. Der Dschinn lebt noch immer in ihrer Lampe, die im Süd-Londonland steht, während Aladdin seinen Reichtum im Steuerparadies Monaco geniesst. Nachdem er sich eine „fabelhafte Königin“ als Gemahlin gewünscht hat, hat er aus Versehen die Waschfrau Widow Twanky aus ihrem Zuhause in Glasgow herübergebeamt – und nun sitzt sie mit ihm an der Riviera fest. Unterdessen schmiedet sein böser Erzfeind Abenazar erneut Pläne, die Lampe und all ihre Magie in die Finger zu bekommen.

Doch das ist keine geradlinige Fortsetzung. Prinzessin Jasmin ist nirgends zu sehen; stattdessen hegt Aladdin Gefühle für den Dschinn, während zwischen Abenazar und Twanky eine merkwürdige sexuelle Spannung knapp unter der Oberfläche brodelt. Und dann ist da noch ein fluchender, feenartiger Geist des Rings, der ihnen mit ihrer miesen Magie, einem tragischen Teppich und aggressivem Glitter-Geworfene aus der Patsche helfen will.

Mit der Wiedervereinigung des Ensembles aus dem letztjährigen Hit Goosed strotzt Rubbed! vor Übermut: vollgepackt mit allem, was man vom Panto kennt – nur eben mit einem queeren Dreh. Mitunter verliert die Show kurz an Fahrt und nicht jeder Witz zündet, doch der nächste Gag ist nie weit.

Unter der musikalischen Leitung von Aaron Clingham stammt die Songauswahl aus allen möglichen Ecken und wird mit neuen Texten versehen – von Pop-Hits über The Greatest Showman bis hin zu Baby Shark. Überhaupt greift die Show gierig nach Referenzen aus der Popkultur wie eine naschhafte Oma auf Speed am Pick-&-Mix, liefert aber auch pointierte Seitenhiebe auf Brexit und die pantohafte Politik in Westminster. Ausserdem gibt es reichlich Insider-Witze für Stammgäste der Royal Vauxhall Tavern – hilfreich ist es zu wissen, dass Drag-Star Topsie Redfern, die den Dschinn spielt, einst in der Tube einen grossen Sicherheitsalarm auslöste, nachdem sie versehentlich einen Koffer mit Perücken, High Heels und einem Ballkleid stehen liess.

Redfern ist grossartig und verleiht dem Dschinn die grossäugige Unschuld einer Kindersendung-Moderatorin, die auf die schiefe Bahn geraten ist – ein deutlicher Kontrast zu ihrer Rolle im letzten Jahr als diabolische Kelly-Anne Con-Witch. Widow Twanky mag keine Lady sein, doch Robert McNeilly macht aus ihr eine hinreissende Dame: mit Bart und knurriger komischer Ausstrahlung, die jede Szene stiehlt. Faye Reeves strahlt als Geist des Rings, während Alan Hunter und Rich Watkins die Albernheit als materialistischer, steuerschlupflöcherliebender Aladdin und als herrlich campes Meister*in der Verkleidung, Abenazar, weiter anheizen. Und halten Sie Ausschau nach Shirley Bassey und dem Geist von Margaret Thatcher.

Wieder unter der Regie von Tim McArthur bietet die diesjährige Produktion der Royal Vauxhall Tavern all die Freuden des Pantos – inklusive reichlich Interaktion mit den Mädchen und Jungen im Publikum. Das talentierte Ensemble klingt hervorragend, mit einigen sehr schönen Stimmen, und sieht dank der Kostüme von Bourgeoisie of Cut A Bitch Designs auch fantastisch aus.  Zusammen ergibt das Rubbed! als eine vergnügliche, schmutzige und herrlich alberne Show – und definitiv etwas nur für Erwachsene in diesem Weihnachtsfest.

Läuft bis 3. Januar 2019

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