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KRITIK: Das ist Jüdisches Entertainment, Upstairs At The Gatehouse ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
julianeaves
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Joanna Lee, Emma Odell, David McKechnie und Matthew Barrow in That's Jewish Entertainment! That's Jewish Entertainment!
Upstairs At The Gatehouse
9. Februar 2017
4 Sterne
Das Wunder der Revuen von Aria Entertainments liegt in ihrer Schlichtheit und Geschlossenheit: zwei Qualitäten, die man leicht anstrebt, die aber in dieser trügerisch einfachen Form ebenso leicht verfehlt werden. Und doch weiß Katy Lipsons Team immer wieder ganz genau, wie es die richtige Besetzung zusammenstellt, um jene perfekte Balance zwischen Inhalt und Ausdruck zu treffen, die das Markenzeichen dieses anspruchsvollen Genres ist. Ohne sich je zu wiederholen, bietet jedes neue Projekt eine frische Antwort auf die Herausforderungen, die sich aus dem jüngsten Aufbruch ergeben. Inzwischen ist die Company berühmt für ihre Fähigkeit, aus mitunter höchst unwahrscheinlichem Material wundervolle Unterhaltung zu machen.
Das neueste Stück auf diesem Fließband des Erfolgs ist ein köstliches Vier-Personen-Programm von Chris Burgess. Es erzählt von der Migration von Millionen osteuropäischer und russischer Juden in die USA im späten 19. Jahrhundert, wo (weitgehend) ihre Prägung massentauglicher Kommunikationsformen – Vaudeville-Tourneen, Broadway, Hollywood, Radio und Fernsehen – dazu führte, dass Musik und Komik aus dem Schtetl zur Unterhaltung der Welt wurden. Das Skript ist überzeugend gebaut; auch wenn es uns nicht an Orte führt, die wir noch nie besucht hätten, spricht es ehrlich und direkt – und ist ein Muster an Ökonomie und Effizienz.
Das Ensemble von That's Jewish Entertainment!
In den fähigen Händen von Matthew Barrow, Joanna Lee, David McKechnie und Emma Odell werden wir entlang dieser Entwicklung mitgerissen – zu den Melodien von drei Dutzend Songs, die zeitlich wie geografisch weit ausholen und die stürmischen Ereignisse umfassen, die das Schicksal eines marginalisierten Volkes und die Kultur der ganzen Welt veränderten. Barrow verleiht der Show eine klassische Eleganz. Lee steht ganz in der Tradition beliebter Londoner Bühnenkünstlerinnen wie Georgia Brown. McKechnie bringt die smarten Moves und das Savoir-faire des West End mit. Und Odell steuert einen frischen, jugendlichen Glamour bei. Zusammen sind sie eine reine Freude. Charlie Ingles und Alex Bellamy wechseln sich als musikalische Leiter (MDs) ab und halten ein flottes Musikerquartett auf Trab, das durch Andy Collyers erhabene Arrangements federt und wirbelt – von Hits aus dem jiddischen Theater bis zu Streisands „A Piece of Sky“.
Das Ensemble von That's Jewish Entertainment!
Die nahtlosen Übergänge zwischen den Nummern werden durch die perfekt dosierten Eingriffe von Regisseurin Kate Golledge und Choreograf Adam Scown noch schöner – stimmungsvoll ausgeleuchtet mit spürbarer Empathie von Ben M Rogers und mit unaufdringlicher Tonunterstützung durch Jack Laing. Insgesamt richtet das Team den Fokus auf die Intimität jedes Augenblicks; doch manche Passagen – etwa die dramatische, unvergessliche Sequenz, die die Musik heraufbeschwört, die aus dem Holocaust hervorging – dürfen sich zu überwältigender Wirkung entfalten.
Auch wenn immer wieder behauptet wird, die Revue sei tot und gehöre der Vergangenheit an, ist dies erneut ein wunderbares Beispiel für eine Form, die sehr lebendig ist – und während wir verfolgen, wie sich die Ereignisse weiterentwickeln, nicht zuletzt in den USA, bleibt ihre Relevanz ungebrochen.
Bis 11. März 2017
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