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REZENSION: Chef, Soho Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

danielcolemancooke

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Chef. Foto mit freundlicher Genehmigung von Richard Davenport Chef

Soho Theatre

17. Juni

3 Sterne

Sabrina Mahfouzs Chef kommt mit furchteinflößendem Ruf nach London, nachdem das Stück beim Edinburgh Festival im vergangenen Jahr den Fringe-Fest-Preis abgeräumt hat. Nun ist es im Soho Theatre zu sehen und bildet einen zentralen Bestandteil der Reihe monologbasierter Stücke.

Erzählt wird die packende Geschichte, wie eine Frau vom Head-Chef der Haute Cuisine zur verurteilten Insassin wurde, die eine Gefängnisküche leitet. In einem kraftvollen Monolog entfaltet sich die schockierende Lebensgeschichte dieser Frau: Sie berichtet von ihrem gewalttätigen Vater, ihrer gefeierten kulinarischen Karriere und der Kette von Ereignissen, die dazu führte, dass sie im Gefängnis landete.

Thematisch bilden Essen und Kochen den starken roten Faden dieser Produktion – sie verschaffen ihr Erlösung aus einer schwierigen Teenagerzeit, einen Ausweg aus häuslichen Problemen und erweisen sich als Stütze, die sie hinter Gittern stabil hält. Für die Köchin ist Essen nicht bloß Treibstoff für den Körper, sondern Leidenschaft, Handwerk und Lebensweise.

Jade Anouka ist hervorragend als Protagonistin des Stücks; ihre ansteckende Energie und ihr Spaß, wenn sie von ihren kulinarischen Kreationen schwärmt, lassen die Bühne – und auch das Publikum – aufleuchten. Eine One-Woman-Show zu tragen ist nicht leicht, und Anouka meistert die Rolle überzeugend, indem sie nahtlos zwischen emotional aufgeladenen Szenen wechselt. Gegen Ende rutschten ihre Akzente jedoch ein wenig, als sie kurz einige Nebenfiguren spielt.

Mahfouzs Text spiegelt ihren Hintergrund und zwei unterschiedliche Leidenschaften wider; dem Stück wohnt eine lyrische Qualität inne, die sich scheinbar über Poesie und Gespräch gleichermaßen erhebt. Jede Seite ist voll von Bildern und lebendiger Erzählkunst, und die wenigen Witze sind präzise gesetzt und gut geliefert. So schön dieser Text auch klingt (und Anouka macht großartig, dass jedes Wort sitzt), nimmt das dem Ganzen stellenweise etwas von seiner realweltlichen Rauheit – zumal die Köchin als Londonerin aus schwierigen Verhältnissen gedacht ist. Wie viele Insassinnen Mitte 20 würden zum Beispiel das Wort „Nagelhaut“ benutzen?!

Auch wenn Chef insgesamt solide und unterhaltsam ist, wird dem Stück mit seinen extrem knappen 45 Minuten nicht ganz der Raum gegeben, den es braucht, um wirklich fesselnd zu werden. Es braucht Zeit, damit das Publikum sich wirklich um eine Figur sorgt, und trotz Anoukas größter Anstrengungen kommt das Stück erst kurz vor Schluss so richtig in Fahrt, wenn die zunächst mäandernde Vorgeschichte fokussierter wird und die Spannung anzieht.

Kirsty Wards Inszenierung ist schlicht und wirkungsvoll – die Bühne ist fast leer, abgesehen von einer Küchenpass-Theke, ein paar Kochutensilien und einem Whiteboard. Auf dem Board erscheinen einige appetitlich aussehende Rezepte, die als erzählerische Leitmotive für jedes Kapitel dienen. Anouka bespielt die Bühne souverän, und die intime Anordnung gibt ihr die Möglichkeit, eine starke Verbindung zum Publikum aufzubauen.

Wenn Chef eine Speise wäre, dann eine Auswahl an Canapés vor dem Essen – klein, aber perfekt geformt. Am Ende bleibt jedoch das Gefühl, dass man gern noch ein bisschen mehr gehabt hätte …

Chef läuft im Soho Theatre bis zum 4. Juli 2015

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