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REZENSION: Dolly Partons Musical "9 to 5", Savoy Theatre London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Dolly Partons 9 to 5 – Das Musical im Savoy Theatre in London

Caroline Sheen, Natalie McQueen und Amber Davies in 9 to 5. Foto: Pamela Raith 9 to 5 – Das Musical Savoy Theatre, London

Vier Sterne

Tickets für 9 to 5 – Das Musical buchen

Es ist fast 40 Jahre her, dass wir Violet, Judy, Doralee und ihrem misogynen Chef Franklin Hart Jr. im Klassiker 9 to 5 zum ersten Mal begegnet sind. Die Zeiten haben sich geändert, doch diese Geschichte darüber, wie drei Frauen dem Patriarchat die Stirn bieten, ist im Zeitalter von Trump und der #MeToo-Bewegung leider genauso relevant geblieben. Eine der Schöpferinnen des Films, Patricia Resnick, machte aus diesem modernen Märchen vor 11 Jahren eine Broadway-Musicalfassung – mit neuen Songs von der ursprünglichen Doralee, Dolly Parton, als Ergänzung zu ihrem Titelsong. Mit Allison Janney, Stephanie J Block und Megan Hilty in den Hauptrollen war das eine solide Adaption, die – als ich sie 2009 im riesigen Marquis Theatre sah – zwar vor Talent strotzte, aber an Esprit und Glanz vermissen liess. Nun, mit einem atemberaubenden, farbenfrohen neuen Design von Tom Rogers, Choreografie von Lisa Stevens und unter der Regie von Jeff Calhoun, wurde das Stück aktualisiert und überarbeitet – und hat eine belebende Frischekur bekommen, die endlich mehr von der laut herauslachenden Komik und der Energie hineinbringt, die es so dringend brauchte.

Caroline Sheen, Amber Davies und Natalie McQueen in 9 to 5. Foto: Pamela Raith

Die neue britische Produktion profitiert zudem von einer makellosen Besetzung. Als Vertretung bis Ende März für die verletzte Louise Redknapp überzeugt Caroline Sheen als Violet Newstead – klug, kompetent und ständig bei Beförderungen übergangen. Natalie McQueen glänzt als Dolly Partons Alter Ego Doralee Rhodes: witzig, direkt und vor allem mit dem eingängigen Countrysong Backwards Barbie. Amber Davies lässt sämtliche Erinnerungen an ihre Zeit in der Realityshow Love Island hinter sich und spielt die naive Judy Bernly ausgesprochen charmant; ihr Eintritt ins Arbeitsleben katapultiert sie auf dem Weg zur eigenen Identität. Diese drei Figuren raufen sich zusammen und greifen zu drastischen Massnahmen, als sie vom sexistischen Firmenchef Franklin Hart Jnr. erpresst werden – mit komischem Bravourstück gespielt von Brian Conley. Doch die Show wird immer wieder von Bonnie Langford als Harts unterwürfige Assistentin Roz Keith gestohlen: herrlich komisch in ihrer Hingabe und ihrer unerwiderten Leidenschaft für den Chef, besonders in ihrer high-kickenden Nummer Heart To Hart.

Bonnie Langford als Ros Keith in 9 to 5 – Das Musical. Foto: Pamela Raith

Im Vergleich zum Dauerhit 9 to 5 bleiben die Songs trotz einiger hübscher Melodien – arrangiert von Stephen Oremus, Alex Lacamoire und Mark Crossland – weitgehend vergessenswert. Dafür bekommen sie dank Stevens’ energiegeladener, verspielter Choreografie und Calhouns straffer Regie die bestmögliche Umsetzung, sodass der Abend nie durchhängt.

Brian Conley als Franklin Hart in 9 to 5 – Das Musical. Foto: Pamela Raith

Das Musical spielt weiterhin um 1980, setzt aber mit augenzwinkernden Anspielungen auch auf 2019 und steckt voller publikumswirksamer Botschaften über Female Empowerment und den Kampf gegen toxische Männlichkeit. Seine feministischen Grundsätze wirken stellenweise etwas aus der Zeit gefallen – nicht zuletzt in Violets taffer grosser Nummer One of the Boys, in der sie für ihren Traum, in der männlich dominierten Welt des oberen Managements akzeptiert zu werden, Anzug und Krawatte anlegt. Auch lässt sich anmerken, dass die drei Frauen ihre Rebellion zunächst eher passiv beginnen: ausgelöst durch eine Verwechslung und ein Missverständnis und dann aus purer Verzweiflung, nicht im Gefängnis zu landen. Doch diese Einwände lassen sich beiseiteschieben, denn unterm Strich ist das ein freudvoller Wohlfühlabend, der das überwiegend weibliche Publikum zu einer stürmischen Standing Ovation von den Sitzen riss.

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