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KRITIK: Down And Out In Paris And London, New Diorama Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

30. April 2016

Von

douglasmayo

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Down And Out In Paris and London

New Diorama Theatre

30. April 2016

5 Sterne

Jetzt buchen Down And Out In Paris and London ist eine Verschmelzung von George Orwells Roman und Polly Toynbees Hard Work. Jetzt im Londoner New Diorama Theatre zu sehen, erinnert diese energiegeladene 90-minütige Theaterarbeit daran, dass die Politik und Brutalität der Armut – nicht in irgendeinem Land der „Dritten Welt“, sondern in unserer eigenen vermeintlich „modernen“ Gesellschaft – bedrückend und erschreckend ungerecht sein kann.

Nach der Premiere beim Edinburgh Festival im vergangenen Jahr wurde das Stück nun erweitert und kehrt für eine verlängerte Spielzeit ins New Diorama zurück.

In David Byrnes Adaption springt das Geschehen zwischen dem Paris der 1920er-Jahre, erzählt von Orwell, und dem London des Jahres 2003 aus Toynbees Perspektive. Es ist eine fiebrige, atemlose Inszenierung, die den im Stück eindrücklich belegten Umstand perfekt unterstreicht: Wer ohne Geld ganz unten auf der sozialen Leiter steht und irgendwie überleben muss, wird bis zur Erschöpfung getrieben. Während viele deutlich härter arbeiten als andere, kämpfen diejenigen, die überleben und ihr Leben in den Griff bekommen wollen, gegen ein System an, das gegen sie arbeitet – und, wie manche sagen würden, genau dafür gemacht ist, sie auf ihrem Platz zu halten.

Dieses großartige Ensemble – angeführt von Richard Delaney und Karen Ascoe als Orwell und Toynbee – wirbelt über die kleine Bühne des New Diorama und hält nur gelegentlich inne, für düstere, sinnlose Momente, in denen man den Schrecken der Situation kurz sacken lassen kann. Beide sind herausragende Erzähler*innen und führen das Publikum durch Hunger, Verzweiflung und Frustration.

Unterstützt von Mike Aherne, Andy McLeod, Andrew Stafford-Baker und Stella Taylor ist es eine Geschichte von brutaler Klarheit und herzzerreißender Ausweglosigkeit. Mit so viel Überzeugung und solchem Vorwärtsdrang erzählt, dass es fast erstaunt, dass diese Darsteller*innen am Ende des Abends überhaupt noch stehen.

David Byrnes Adaption und Regie lassen dem Publikum keinen Moment zum Durchatmen. Makellose Übergänge zwischen den Zeitebenen werden vom Ensemble wunderschön bewältigt – mit kaum mehr als einem Bett, einem Tisch und ein paar Stühlen. Auch der spätere Einsatz einer Schwingtür-Kulisse ist ungemein wirkungsvoll.

Ronnie Dorseys Kostüme und Catherine Webbs Licht sind schlicht, doch zusammen mit Dominic Brennans Klanglandschaft hilft Down And Out In Paris and London, eine Botschaft zu vermitteln, die hoffentlich Teil eines unüberhörbaren Weckrufs für Veränderung wird.

Down And Out In Paris And London ist ein Muss. Punktgenau, brillant gespielt und mit dramatischer Wucht von der Größenordnung eines Presslufthammers – ein Stück, das diejenigen in Verantwortung sehen sollten. Ich war fassungslos, nicht darüber, wie das System funktionierte, sondern über die offenbar völlig gleichgültige „Ist mir doch egal“-Haltung derjenigen, die darin arbeiteten – scheinbar unfähig, etwas zu ändern, und in die Verhältnisse ergeben.

Holt euch ein Ticket und bildet euch eure eigene Meinung!

Down And Out In Paris And London läuft bis 14. Mai 2016

Foto: Richard Davenport

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