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Rezension: I And The Village, Theatre 503, ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

18. Juni 2015

Von

Leitartikel

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I And The Village. Foto: Natalie Mitchell I and the Village

Theatre503

12. Juni 2015

4 Sterne

Rezension von James Garden

Beim Betreten des Theatre503 wird man sofort akustisch von dem intensiven Drängen und Strömen von John Adams’ Shaker Songs für Streicher gepackt – ein zeitgenössisches Stück, das zugleich attackiert und beruhigt. Es fordert Aufmerksamkeit ein und verführt im selben Moment.

Genau so verhält es sich auch mit Stück und Inszenierung I and the Village, die derzeit in diesem südwestlichen Zentrum für neue Dramatik zu sehen ist. Es könnte das beste neue Stück sein, das man dieses Jahr in einem Pub-Theater sehen wird. Geschrieben von Silva Semerciyan – einer Amerikanerin, die inzwischen dauerhaft im Vereinigten Königreich lebt – beleuchtet es ein ausgesprochen amerikanisches Problem: psychische Erkrankungen und allzu leicht verfügbare Schusswaffen. Mit einer Präzision, die man in vielen neuen Arbeiten vergeblich sucht. Der Text ist klug, ohne sich in Esoterik zu verlieren.

I and the Village spielt auf zwei Zeitebenen, die parallel laufen. Zum einen gibt es eine Art Rückschau: Eine Theatergruppe untersucht das fiktive Massaker von Michigan, um schließlich ein Stück darüber zu erarbeiten – „so ähnlich wie The Laramie Project, nur besser“.

Zum anderen begleiten wir Aimée, unser Opfer/unsere Täterin, durch die Ereignisse, die auf den entscheidenden Moment zulaufen. Ähnlich wie bei The Laramie Project steht eine kleine Schauspieltruppe auf der Bühne – oder „Congregants“, wie das Stück sie nennt – die alle Rollen übernimmt, wobei Aimée, meisterhaft gespielt von Chloe Harris, als einzige Figur durchgehend präsent bleibt. Jede*r „Congregant“ erfüllt seine zentrale Funktion und wechselt mit großer Wendigkeit zwischen den übrigen Parts.

Die Akzente der Inszenierung sind fest in jenem wunderbar bizarren, quasi-kanadischen Klangraum verankert, wie man ihn aus dem nordzentralen Teil der USA kennt – und Dialektcoach Nic Redman verdient dafür großen Applaus. Sehr wenige Londoner Inszenierungen amerikanischer Stoffe (oder selbst beim BBC) treffen die Akzente wirklich; oft klingt es eher nach einem seltsamen Brooklyn-Tonfall wie aus Newsies, selbst wenn das Stück in Boston oder L.A. spielt. Diese Produktion bekommt es jedoch – größtenteils – richtig hin.

Jess Curtis’ Bühnen- und Kostümbild verstärkt das Stück auf eine Weise, die dem Text nicht in die Quere kommt, ihn aber hervorragend ergänzt.

Wenn es einen Kritikpunkt an der Inszenierung selbst gibt, ohne das spektakuläre Ende vorwegzunehmen: Man wünschte, der Höhepunkt wäre etwas weniger geschrien. Das ist ein kleiner Raum, und gerade in solchen Momenten ist eine Abstufung der Intensität entscheidend, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

I and the Village ist ein grandioser Theaterabend.

Unbedingt hingehen – am besten sofort.

I And The Village läuft im Theatre 503 bis zum 4. Juli 2015

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