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KRITIK: Julius Caesar, Bridge Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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David Calder (Caesar) in Julius Caesar. Foto: Manuel Harlan

Das Bridge Theatre.

31. Januar 2018

5 Sterne

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In dieser Inszenierung konnte der neueste Star Londons seine wahren Möglichkeiten eindrucksvoll zeigen – und das ist das Bridge Theatre selbst. Nachdem ich am Haus bereits Young Marx gesehen hatte, ist die Umgestaltung des Raums schlicht verblüffend. Das Parkett ist verschwunden, und die Bühne wurde angehoben, sodass das Publikum umherflanieren kann und das Geschehen rundum in der Arena stattfindet. Nicholas Hytners explosive, atemberaubende Produktion ist ein immersives Erlebnis – selbst wenn man sitzt: Mitunter bewegt sich der eigene Sitz unter einem. Wer steht, sollte damit rechnen, Teil des Geschehens zu werden, denn Bunny Christies hervorragendes Design fließt und bewegt sich mit dem Publikum – wunderbar ist auch, dass sich am Ende sogar die Crew verbeugt.

Michelle Fairley (Cassius) und Adjoa Andoh (Casca) in Julius Caesar. Foto: Manuel Harlan

Doch diese Produktion besteht keineswegs nur aus Gimmicks. Die Band, die das Publikum empfängt und bei einer Rallye für Caesar rockige Nummern spielt, legt frech auch die White Stripes auf (Ohhhh Julius Caesar ...), und die Energie, die sie erzeugt, wird vom Ensemble aufgenommen und trägt eine hervorragend platzierte, präzise gestraffte zweistündige Aufführung, die jede schön gesprochene Zeile wie neu prägt. David Calders Caesar fängt die Eitelkeit und Macht eines Anführers ein, dessen Herrschaft sich in Richtung Diktatur bewegt. Mit roter Baseballkappe beim Auftritt, aber ohne orangefarbene Haut, überschreitet Hytners Lesart die Grenze nicht ganz ins Trump-Land – doch die Analogien sprechen für sich. Ben Whishaw ist als Brutus exzellent: gelehrt und intellektuell zeichnet er Brutus’ Weg in gewaltige moralische Dilemmata perfekt nach, wägt jedes Unterlassen und Handeln sowie alle möglichen Folgen ab, während Feuer und Wut um ihn herum toben. David Morrissey ist als Mark Antony enorm beeindruckend, zunächst beinahe verborgen bis nach Caesars Ermordung – dann jedoch lässt er, im wahrsten Sinne des Wortes, die Hunde des Krieges von der Leine und entfesselt eine gewaltige Leistung. Sein Antony versteht die Stimmung im Volk genau, lenkt und manipuliert die Menge nach seinem Willen.

David Morrissey (Mark Antony) in Julius Caesar. Foto: Manual Harlan

Michelle Fairley ist ein herausragender Caius Cassius – eine Figur mit scharfen, treffenden Einsichten in die Folgen von Mark Antonys Handeln. Diese Dringlichkeit greift Adjoa Andoh als Casca auf, als die Verschwörer begreifen, dass sie ohne Caesar eine weit schlimmere Lage geschaffen haben. Die Besetzung ist makellos, und besonders gefallen hat mir Fred Fergus’ loyaler Gehilfe: oft für den Humor zuständig, zugleich aber ein Symbol für die ganz normalen Menschen, die im Krieg mitgerissen werden.

Ich fand, die rein weibliche Version im Donmar Warehouse vor ein paar Jahren setzte den Maßstab für eine Neu-Erfindung dieses Shakespeare-Stücks – doch Hytner erreicht dieses Niveau und geht noch darüber hinaus. So entsteht ein Julius Caesar für unsere Zeit, besonders wenn wir Mark Antony dabei zusehen, wie er ein Dokument schwenkt, das er als Caesars Testament ausgibt. Da ist es schwer, nicht an die Worte „Fake News“ zu denken. Wenn es ein Wort gibt, das diese Produktion zusammenfasst, dann: aufregend. Nach diesem Abend wird es schwer, wieder zur Toga zurückzukehren!

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