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REZENSION: The Choir Of Man, Arts Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

12. November 2021

Von

sophieadnitt

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Sophie Adnitt bespricht The Choir Of Man, jetzt im Arts Theatre in London.

Richard Lock, Tom Brandon, Alistair Higgins, Miles Anthony Daley, Tyler Orphe-Baker und Daniel Harnett in The Choir of Man. Foto: Helen Maybanks The Choir of Man

Arts Theatre

Vier Sterne

Tickets für The Choir Of Man buchen Der Mittwochabend ist der neue Freitagabend – oder zumindest fühlt es sich bei The Choir of Man so an: dem Allround-„Singen-Tanzen-Trinken“-Spektakel, das nach ausgedehnter Welttournee nun frisch im Arts Theatre eingezogen ist. Nur dass wir statt ins Arts in „The Jungle“ versetzt werden, einen urigen – wenn auch merkwürdig benannten – Pub, der offenbar vor allem so heisst, damit die Truppe ganz ungeniert Guns N’ Roses’ Welcome to the Jungle unterbringen kann. Na klar – warum auch nicht?

Richard Lock, Tom Brandon, TylerOrphe-Baker und Daniel Harnett in The Choir Of Man. Foto: Helen Maybanks Manche Pubs haben eine Fussballmannschaft, andere ein Dart-Team. The Jungle hat einen Chor: die neunköpfige Besetzung von The Choir of Man – plus ihre grossartige Live-Band. Zugegeben: Der titelgebende Chor ist deutlich sauberer, besser angezogen und entschieden attraktiver als die üblichen Stammgäste an der Theke. Aber hey – beschwert sich ja niemand. Die Figuren bedienen zunächst ein paar vertraute Typen (der Harte, der Witzbold, der hoffnungslose Romantiker, der, der „sich um die Dinge kümmert“), doch kleine, ehrliche Personalisierungen tragen sie angenehm über das Klischee hinaus. Wer früh kommt, darf sogar auf der Bühne mitmischen und sich vor Beginn ein Pint mit dem Chor genehmigen – und dann rast The Choir of Man durch 90 extrem unterhaltsame Minuten voller Live-Cover, clever arrangiert von Musical Supervisor Jack Blume. Dieses Mitmachgefühl zieht sich durch den ganzen Abend: Gratis-Pints und Tüten mit Crisps werden grosszügig verteilt, und ein paar Zuschauer*innen werden sogar mit Ständchen auf der Bühne bedacht. Der Ton des Abends ist dabei etwas uneinheitlich: Er kippt abrupt von Momenten grosser Ernsthaftigkeit zu, nun ja, deutlich weniger Ernst. Heikle Themen wie Gentrifizierung und die psychische Gesundheit von Männern werden angerissen, wirken jedoch etwas unbeholfen neben der Tatsache, dass die Besetzung sich scheinbar endlos durch Onstage-Pints „durchtrinkt“. Auch der Soundmix in den lauteren Nummern braucht Feinschliff – das mag eher ein Makel des Arts als Spielstätte sein, doch es ist schade, wenn auch nur ein Teil der umwerfenden Vocals verloren geht, die das eigentliche Highlight von The Choir of Man sind.

Ben Norris, Tom Brandon und Daniel Harnett in The Choir Of Man. Foto: Helen Maybanks Eine grosse Handlung gibt es nicht – aber das ist völlig in Ordnung: Man ist ohnehin wegen der Songs hier. Jede Nummer der vielseitigen Setlist ist fantastisch dargeboten, doch zu den Höhepunkten zählt ein verblüffendes Adele-Cover von Hello, das Miles Anthony Daley mit enormer Würde singt – vielsagend isoliert von seinen Kumpanen, die um ihn herum in Zeitlupe ein Fussballspiel bejubeln. Interpretationen von Somebody to Love, Some Nights und The Pina Colada Song drohen sprichwörtlich das Haus zum Beben zu bringen, während eine wirklich wunderschöne Version von The Kinks’ Waterloo Sunset als Liebesbrief an Heimatorte überall funktioniert. Dazu gibt es ein verträumtes A-cappella-Cover von Sias Chandelier, und ein magischer, komplett akustischer The Parting Glass-Moment verabschiedet das Publikum schliesslich zur Sperrstunde.

Mark Loveday in The Choir Of Man. Foto: Helen Maybanks

Die Besetzung ist durchweg brillant, und besonders hervorzuheben sind die drei Swings dieser Produktion (George Bray, Matt Beveridge und Sam Beveridge): Sie fügen sich so nahtlos in ihre Rollen ein, dass erst ein dreifacher Blick in die Besetzungsliste im Programmheft bestätigte, dass sie diese Parts nicht regulär durchgehend spielen.

The Choir of Man ist letztlich eine überschäumende Hommage an Gemeinschaft, Zusammenhalt und all das, was während des Lockdowns verloren ging. Das Ergebnis ist ein Abend voller unwiderstehlichem Spass – und es ist praktisch unmöglich, ohne ein Lächeln im Gesicht hinauszugehen. TICKETS FÜR THE CHOIR OF MAN BUCHEN

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