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KRITIK: The Universal Machine, New Diorama Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

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Die Universalmaschine

New Diorama Theatre

24. April 2013

3 Sterne

Das Leben und die Leistungen des britischen Mathematikers Alan Turing mögen auf den ersten Blick ein eher ungewöhnlicher Stoff für ein neues Musical sein – doch eine ambitionierte Neuproduktion im Londoner New Diorama Theatre wagt sich mit einer musikalischen Biografie an Turing heran.

In episodischer Form erleben wir Turing zunächst als unbeholfenen, nervösen Jungen, der zu einem ebenso unbeholfenen wie brillanten Mann heranwächst – ohne gesellschaftliche Gewandtheit und ohne große Sorge darum, wie die Welt ihn wahrnimmt. Angetrieben von einer dominanten, dabei scheinbar selbstbezogenen Mutter blüht er eigentlich erst auf, wenn Christopher Morcom in seiner Nähe ist – ein älterer Schulfreund, in den Turing sich verliebt.

Richard Delaney beeindruckt in der komplexen Rolle des Turing und trifft ihn sowohl körperlich als auch in kurzen gesanglichen Momenten. Die Komponisten lassen die Musik häufig um Turing herum entstehen und rücken so seine Entfremdung in den Vordergrund – spürbar und eindringlich. Judith Paris ist als Turings Mutter Sarah eine treibende Kraft des Abends. Ihre Zurechtweisungen des jungen wie des erwachsenen Turing sind verheerend, und der Figur werden einige der berührendsten, stärksten musikalischen Momente der Inszenierung zugestanden.

Getragen von einem fleißigen Ensemble – mit herausragenden Auftritten von Celia Colby und Michael Faulkner – wirkt das Stück stellenweise etwas überladen; die Bewegungen erscheinen dann unorganisch und es fehlt an Fluss. Gelungen gestaltete Projektionen erhellen zeitweise den Spielraum und lassen die Bühne in einer grafischen Darstellung sowohl der Enigma-Maschine als auch der Turing-Welchman-Bombe aufgehen.

Wer ein Musical im weitesten Sinne erwartet, könnte von diesem Angebot enttäuscht sein. Zwar treiben die Musik und die Songtexte von Die Universalmaschine größtenteils die Handlung voran, echte herausragende Nummern gibt es jedoch nicht – stattdessen entsteht ein sprachlich sensibles Porträt eines gequälten Mannes, das glaubwürdig bleibt, ohne in klischeehafte Bilder zu kippen. Dennoch gibt es hier noch Arbeit: Die oft repetitiven Texte müssten geschärft werden, und einige der Figuren um Turing herum, die potenziell so viel mehr hergeben, sollten stärker ausgearbeitet werden. Auch erreicht der Abend nie ganz die dramatische Zuspitzung, die man vielleicht angesichts der kriegszeitlichen Kulisse erwartet, vor der der erwachsene Abschnitt von Turings Leben spielt.

Trotzdem ist dies ein bewegendes Stück Theater und definitiv einen Blick wert. Es wird spannend sein, weitere Fassungen der Produktion zu sehen und zu verfolgen, wie die Autor:innen sie weiterentwickeln.

Fotos: Richard Davenport

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