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KRITIK: Der Wind in den Weiden, Waterloo East Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

13. August 2015

Von

danielcolemancooke

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Der Wind in den Weiden

Waterloo East Theatre

12. August 2015

3 Sterne

In einem Viertel, das dicht gespickt ist mit hervorragenden Spielstätten, kann man das intime und spannende Waterloo East Theatre leicht übersehen. Unter einem Eisenbahnbogen versteckt, ist es offensichtlich ein Herzensprojekt seines Besitzers und künstlerischen Leiters Gerald Armin, der nebenbei auch die Bar macht (hat Kevin Spacey das am Old Vic jemals getan?!). In den kommenden Tagen beherbergt dieser Raum eine neue Bühnenadaption von Der Wind in den Weiden, präsentiert von der River Road Theatre Company, die größtenteils aus Studierenden der Guildford School of Acting besteht.

Die Geschichte ist bekannt und beliebt: Eine Gruppe von Waldtieren (Ratty, Mole und Badger) versucht, ihren Freund Mr Toad von Unfug abzuhalten – und von seiner seltsamen Obsession für Motorwagen wegzubringen. Wir folgen Mr Toad dabei, wie er sich charmant aus Schwierigkeiten herauszuwinden versucht und der Gruppe hilft, ihr Zuhause gegen eine Meute böser Wiesel zu verteidigen.

Die Geschichte ist genauso warmherzig und wohlig, wie man sie in Erinnerung hat – mit entzückenden Figuren und einigen wirklich süßen Momenten. Eine interessante neue Ebene ist, dass in dieser Fassung die Handlung zwei kleinen Kindern von ihren Eltern „vorgelesen“ wird. Das ist vermutlich ein hübscher Verweis darauf, wie Kenneth Grahame die Figuren vor rund hundert Jahren durch das Vorlesen für seinen kleinen Sohn entwickelte. Ein kluger Kniff, der meist gut funktioniert, auch wenn manche Dialoge innerhalb der Familie gelegentlich etwas zu niedlich geraten.

Jamie Attles Kostüme waren großartig; die Produktion widerstand der Versuchung, das Ensemble in reine Verkleidungskostüme zu stecken. Stattdessen gab es eine Reihe stilisierter Looks: Mole trug Latzhose und Schutzhelm, Ratty wirkte wie ein Public-School-Junge in Cricket-Montur, und King Weasel war ein herrlich überzeichneter Glam-Rocker mit ordentlich Camp-Appeal. Auch das Bühnenbild war einfallsreich und clever; das Ensemble formte Fahrzeuge, Fenster und Gebäude – überraschend überzeugend. Co-Regisseurin Laura Weston kommt aus der Choreografie, und die Bewegungsarbeit auf der Bühne war entsprechend stark: Jedes Tier hatte seinen eigenen Gang und eigenwillige körperliche Marotten.

Für eine Studierendenproduktion war es ein ideales Stück: Alle hatten gehaltvolle Aufgaben, mehrere übernahmen sehr souverän bis zu sechs oder sieben Rollen. Zwei Hauptdarsteller stachen besonders heraus – Alex Appleby war ein perfekter Ratty, mit wunderbar sympathischer Ausstrahlung und einer Darstellung voller ansteckender Begeisterung. Carla Bryson war ebenso liebenswert und berührend als Mole; ihre kleine Rede über die Bedeutung von Zuhause traf genau ins Schwarze. Beide waren fantastisch, und obwohl ich diese Inszenierung zuvor nie auf der Bühne gesehen habe, fingen sie exakt ein, wie ich mir die Figuren immer vorgestellt habe – in Aussehen, Stimme und Zusammenspiel.

So stark das gesamte Ensemble war, fiel auch Gruffyd Evans als ausgesprochen talentierter Darsteller auf. Neben einem durch und durch aufrichtigen Dad war er auch höchst komisch als Gerald, das geplagte und leicht psychotische Pferd. Oliver Scotts Mr Toad war interessant: voller Schwung und Energie, aber für meinen Geschmack ein wenig drüber – manchmal siegte Lautstärke über Charaktertiefe. Allerdings habe ich ohnehin oft gedacht, dass Mr Toad im Stück einige der schwächeren Dialogzeilen hat; ein bestimmter Witz darüber, dass er „schwer gebaut“ sei, wurde ganze SIEBEN Mal wiederholt. – ein paar ähnlich wiederkehrende Gags zündeten ebenfalls eher nicht.

Insgesamt ist Der Wind in den Weiden ein vergnüglicher Abend, mit einigen erfinderischen Momenten und hervorragenden Leistungen eines talentierten jungen Ensembles. Vergesst Wolf Hall – Toad Hall ist in den nächsten Tagen der Place to be.

Fotos: Julian Bruton

Der Wind in den Weiden läuft bis zum 15. August 2015 im Waterloo East Theatre

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