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KRITIK: Kathleen Turner - Finding My Voice, The Other Palace ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Kathleen Turner. Foto: Nick Rutter Kathleen Turner: Meine Stimme finden

The Other Palace,

Freitag, 20. April 2018

5 Sterne

Tourdaten

Das ist ein grossartiger Abend im Theater: eine Handvoll alter und neuer Songs, die von einer der besten Schauspielerinnen ihres Fachs gründlich aufpoliert werden – und, entscheidend, eingerahmt von einigen der klügsten, frechsten Wortgefechte, die man seit Langem zu hören bekommt.  Die ersten beiden Nummern, „Where or When“ und „Let’s Fall In Love“, führen uns in die eigenartig dunklen, schweren Qualitäten von Turners Gesangsstimme ein; aber erst, wenn vor dem deutlich lockereren und zugänglichen „Since I Fell For You“ ihre Erzählstimme einsetzt, sind wir wirklich sofort dabei.

Mit nur einem schlanken Trio zur Unterstützung – und mit dem durchdachten Tempo und der Regie von Andy Gale, die dem Abend Form geben – verlässt sich Turner auf nichts weiter als eine schwarze Bluse und Hose, als Rahmen für ihr meisterhaftes Repertoire an Mimik und Gestik, mit dem sie ihre Geschichten ausmalt; darin schmiegen sich die Songs wie kandierte Pflaumen auf einem Weihnachtstisch an.  Es gibt so etwas wie ein Bühnenbild von Robert Jones: ein solides Sofa und ein paar Stühle, die ihr verschiedene Plätze zum Verweilen bieten – und jeder Moment wird von David Howe wunderschön ausgeleuchtet. Doch die Unruhe ihrer Fantasie hält sie so sehr in Bewegung, dass unser Blick stets auf ihr ruht – vom ersten bis zum letzten Augenblick.

Tatsächlich bleiben wir – von dem Applaus, der ihren ersten Auftritt auf der Bühne begrüsst, bis zur Standing Ovation am Schluss – ganz auf diese bemerkenswerte Persönlichkeit fixiert: diesen Star und jeden Gedanken, jedes Wort.  Während Kathleen erzählt, setzt ihr inspirierter Musical Director und Arrangeur Mark Janas (gemeinsam haben sie gerade eine Tour zu den Lieblingsdestinationen der Cunard Line an Bord der Queen Victoria abgeschlossen) mit pointiert-witzigen musikalischen Kommentaren dazwischen.  Mit Könnern wie Jonny Gee oder Jerome Davies am Bass und Jonathan Preiss an der Gitarre ist die musikalische Qualität garantiert. Und mit Mic Pool, der den Sound so fein ausbalanciert, ist das Gesamtpaket komplett.

Die musikalische Bandbreite ist – wie auch die Lebenserfahrungen und intellektuellen Interessen unserer Hauptdarstellerin – immens.  Wir springen von venezolanischen Hits (in makellosem Spanisch und ebenso in der englischen Umgangssprache) zu einem hinreissenden „If You Believed In Me“ aus dem Songbook der 1930er, dann weiter über „Any Place I Hang My Hat Is Home“ und eine Reihe herrlich komischer Geschichten (der Text stammt komplett von Turner – und ist, nebenbei gesagt, grossartig) bis zum schönen „Sweet Kentucky Ham On Your Mind“.  Sogar „On The Street Where You Live“ macht sie ganz zu ihrem eigenen Stück und verleiht jedem Moment Wahrhaftigkeit – davon gab es auch reichlich im so Sondheim-haften „Live Alone And Like It“.  Die erste Hälfte schloss mit dem gut gelaunten „I’d Rather Be Sailing“.

Die zweite begann mit einem eleganten Entr’acte der Band, und dann gab es mit dem erstaunlich frischen und treffenden „Buddy, Can You Spare A Dime?“ noch mehr gesellschaftliches Bewusstsein.  Jetzt stand politische Rede im Mittelpunkt: Wir streiften auch Molly Ivins’ Analyse der aktuellen politischen Lage, vor allem in den USA, unterbrochen von Rodgers und Hammersteins Attacke gegen die wachsende Flut des McCarthyismus, „You’ve Got To Be Taught“.  Einen helleren Ton schlug „Everybody Has The Right To Be Wrong“ an – klingt wie Jerry Herman, ist aber tatsächlich von Sammy Cahn und Jimmy van Heusen und wurde, man höre und staune, von Sinatra gesungen.  Das ist ganz grosses Niveau!

Das führt uns zu einem brandneuen Song, „In This Town“, eigens für diese Tour in Auftrag gegeben – ein wuchtiger Seitenhieb auf die Angriffe der Neuen Rechten auf die Gesundheit und Selbstbestimmung von Frauen.  Von dort geht es weiter zu ihrer Begegnung mit rheumatoider Arthritis und einer berührenden Interpretation von „Send In The Clowns“.  Das mündet in eine Erinnerung an ihren Ausflug zu „The Graduate“ im West End und später am Broadway – ein deutliches Statement dafür, dort mit 48 eine nackte Hauptdarstellerin zu zeigen!  (Das wurde von dem überwiegend ähnlich alten Publikum mit einer Applauswelle quittiert.)

Wir wurden weicher mit „A Foggy Day“ und gingen – über ihren harten Schauspielkurs „Shut Up ... and do it!“ – via „I May Have Never Found My Way To You“ und „Throw It Away“ zu einem üppigen Finale mit „Ev’rytime We Say Goodbye“, gesungen – zunächst – ganz à la Ella, nur mit Gitarre, dann aufgefächert zu einem vollen Band-Arrangement, gemixt mit „What’ll I Do?“; und damit, meine Damen und Herren, war es im Grunde das.

Wunderbar.

KATHLEEN TURNER – FINDING MY VOICE: UK-TOURDATEN

 

 

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