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REZENSION: Der Erfolg der Kunst, Rose Theatre Kingston ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

9. Oktober 2018

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert die Wiederaufnahme von Nick Dears Stück „The Art of Success“ als Teil des Doppelabends „Hogarth's Progress“ im Rose Theatre in Kingston

Ben Deery (Frank), Bryan Dick (William Hogarth), Jack Derges (Henry Fielding) in „Hogarth's Progress – The Art Of Success“. Foto: Manuel Harlan Hogarth's Progress: The Art of Success Rose Theatre, Kingston

Vier Sterne

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Die ganze chaotische Energie des London des 18. Jahrhunderts bricht in dieser schwungvollen Wiederaufnahme von Nick Dears Stück „The Art of Success“ (1986) auf die Bühne. Von Bordellen über die Vergnügungsgärten von Vauxhall bis zum Newgate-Gefängnis verfolgt das Stück den Weg des großen englischen Kupferstechers und Malers William Hogarth – meist im Verlauf nur eines einzigen Tages. Mit einem Figurenensemble, das von Prostituierten bis zum Premierminister reicht, besitzt es die schwarzkomische Spannweite einiger seiner bekanntesten moralischen Bildserien – von „A Harlot's Progress“ bis „Gin Lane“ –, jener Werke, die der Romancier Henry Fielding als „comic histories“ bezeichnete.

Perücken, Wortwitz und georgianische Kostüme gibt es reichlich – aber dies ist kein ehrfürchtiges Historienstück. Es ist obszön, skatologisch und voller anachronistischer Sprache, die unterstreicht, wie sehr viele von Will Hogarths Anliegen heute noch nachhallen. Als Künstler ringt er mit der zeitlosen Spannung zwischen dem Wunsch, zu schaffen, was er will, und der Notwendigkeit, Geld zu verdienen – ebenso wie mit dem Drang, die Bewunderung der oberen Gesellschaftsschichten zu gewinnen und zugleich ein breiteres Publikum einschließlich der weniger Gebildeten anzusprechen. Sein Eifer, einen englischen bzw. britischen Kunststil zu entwickeln, der dem des kontinentalen Europas ebenbürtig ist, wirkt besonders passend, da unsere nationale Identität im Zuge von Brexit erneut im Fokus steht.

Ruby Bentall (Jane Hogarth) und Jasmin Jones (Sarah Sprackling) in „Hogarth's Progress – The Art Of Success“. Foto: Manuel Harlan

Angeregt durch das reale Porträt der Mörderin Sarah Malcolm führen Wills Versuche, eine berüchtigte verurteilte Gefangene zu zeichnen, zu Fragen danach, wem die Rechte am eigenen Bild zustehen – der Malerin/dem Maler oder dem Porträtierten – und worin der Wert eines Kunstwerks liegt, wenn es sich in einen massenmarkttauglichen Druck verwandeln lässt. Wenn Kopien von Hogarths Arbeiten an den Wänden von Haushalten im ganzen Großbritannien des 18. Jahrhunderts hängen, werden wir daran erinnert, dass er die Kampagne anführte, das Urheberrecht auch auf die bildenden Künste auszuweiten.

Aus einer unteren Mittelschicht stammend, hat Wills Talent ihn in die Welt von Aristokraten und Politikern katapultiert – doch in Dears Stück bleibt diese soziale Aufwärtsbewegung unerquicklich. Er ist weiterhin ein „Mischling“, ein Außenseiter, dessen Werk es wagt, genau jene Gesellschaft zu satirisieren und zu verurteilen, die ihm den Lebensunterhalt sichert. Grandios gespielt von Bryan Dick ist Will ein Mann, der sich nach Kräften durch die Unwägbarkeiten und Komplexitäten des modernen Lebens manövriert – nicht zuletzt durch den tief sitzenden Misogynismus seiner Gesellschaft und ihre Geringschätzung der Armen.

Jack Derges als Henry Fielding in „The Art Of Success“. Foto: Manuel Harlan

Ruby Bentall ist als seine Frau Jane herrlich komisch: Sie entdeckt die Möglichkeiten ihres eigenen unabhängigen Geistes und die Freuden des Sex. Ergänzt werden sie von einer starken Riege messerscharf gezeichneter Figuren – von Mark Umbers’ polterndem Premierminister Robert Walpole und Ian Hallards aufgeblasenem Aristokraten Oliver bis zur stolz eigenwilligen Gefangenen Sarah (kraftvoll gespielt von Jasmine Jones) und der Prostituierten Louisa in Emma Cunniffes berührender Darstellung. Mit einem leichten West-Country-Tonfall ist Jack Derges charmant und witzig als der idealistische Fielding, der mit seinen eigenen satirischen Arbeiten an den Staat gerät – seinem Schreiben wird oft zugeschrieben, den Anstoß zu 250 Jahren Theaterzensur gegeben zu haben.

Das Ensemble von „Hogarth's Progress – The Art Of Success“. Foto: Manuel Harlan

Wills Hogarths Welt wird durch Douglas O’Connells Videoprojektionen und James Whitesides kluges Lichtdesign farbenreich zum Leben erweckt – als Teil des kargen, zugleich weit ausgreifenden Bühnenbilds von Andrew D Edwards, getragen von Olly Fox’ treibender Musik. „The Art of Success“ ist eine besondere Freude für alle, die sich für Kultur und Geschichte des 18. Jahrhunderts interessieren (so wie ich) – doch unter der Regie von Anthony Banks besitzt diese „comic history“ einen überschäumenden Charme, dem man sich kaum entziehen kann.

Parallel zu Hogarth's Progress: The Taste of the Town zu sehen bis zum 21. Oktober 2018

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