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KRITIK: Die Schöne und das Biest - Eine musikalische Parodie, King's Head Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
6. November 2018
Von
jenniferchristie
Jennifer Christie rezensiert Fat Rascal Theatre Companys „Die Schöne und das Biest“ – eine Musical-Parodie, die derzeit im King’s Head Theatre zu sehen ist.
Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie. Foto: Nick Rutter Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie
King’s Head Theatre
2. November 2018
4 Sterne
Jetzt buchen Fat Rascals Theatre präsentieren Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie bereits im zweiten Jahr in Folge in der Kings Head Tavern. Es ist Teil einer UK-Tournee, und nachdem die London-Spielzeit am 17. November endet, geht die Tour bis Weihnachten weiter. Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie ist ein herrlicher Ritt durch eine disneyhafte Märchenwelt – mit ein paar urkomischen Verdrehungen der bekannten Geschichte. Die Fat Rascals hatten sich schon länger an den vielen schwach gezeichneten weiblichen Hauptfiguren im Kindertheater gestört. Sie sahen die jüngste, blockbusterartige Version der alten Erzählung und sagten: „Nachdem wir wieder einmal eine Fabel gesehen hatten, in der eine Frau lernt, über die Hässlichkeit eines Mannes hinwegzusehen und die Seele im Inneren zu lieben, beschlossen wir, das Ganze komplett auf den Kopf zu stellen. Wir erkunden Geschlechterrollen … und wir entwickeln ein brandneues Musical.“
Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie. Foto: Nick Rutter
So wird die klassische Geschichte einmal kräftig umgedreht: Aus Belle wird Beau, das Biest war einst eine Prinzessin – und so zieht sich der Rollentausch durch den ganzen Abend. Das funktioniert ausgesprochen gut, auch wenn Beau mehr von seiner femininen Seite zeigt als der durchschnittliche Landbursche. Ein Grossteil der ursprünglichen Handlung bleibt erhalten, und es gibt genug knackige, derbe Einzeiler, um das Publikum vor Vergnügen losprusten zu lassen.
Für Buch und Liedtexte dieser Version zeichnen Robyn Grant und Daniel Elliot verantwortlich, die Musik stammt von James Ringer-Beck – mit dem Hinweis, dass das Stück gemeinsam von der Company entwickelt wurde. Die Proben müssen ein einziges Vergnügen gewesen sein. Sowohl im Buch als auch in der Musik gibt es viele Anklänge ans Original, und die Geschichte folgt weitgehend der bekannten Spur – mit einer auffälligen Ausnahme: eine scheinbar verrückte Dorffrau, die über Eierknappheit schimpft. Erst in den Schlussszenen wird ihr raison d’etre enthüllt. Das Warten lohnt sich. So clever wie das Buch ist auch die Musik von Ringer-Beck, ergänzt um zusätzliche Musik von Nicola Chang. Stellenweise glaubt man, das Originalscore sei ganz nah – doch das Ohr wird mit Veränderungen überrascht, die ebenso deutlich wie entzückend sind. So ersetzt etwa „Have a Brunch“ die bekannte Nummer mit den tanzenden Gabeln und punktet mit herrlich witzigen Lyrics. Ebenso ist der Song „Beauty and the Beast“, hier gesungen von Mr Spout (Aaron Dart), ein reines Vergnügen.
Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie. Foto: Nick Rutter
Bei all den Pluspunkten hatte ich allerdings ein Problem mit dem Sound – hauptsächlich wegen meines Sitzplatzes … direkt unter dem einzigen Lautsprecher, der offenbar in Betrieb war. Die Backing-Tracks übertönten ständig die Stimmen, sowohl beim Singen als auch beim Sprechen, und viele Feinheiten des ersten Akts gingen verloren. Es ist kein Spass, dem restlichen Publikum beim Lachen zuzuhören, wenn man den Witz verpasst hat. In der Pause wechselte ich den Platz, und das Verhältnis stimmte deutlich besser.
Die Leistungen waren fantastisch. Das gesamte Ensemble übernahm Doppelrollen – und mehr. Allie Munro sticht heraus: Sie spielt drei benannte Figuren und dazu eine ganze Reihe von Ensembleparts. Unvergesslich ist eine Szene, in der sie auf offener Bühne von der Mutter des Biests, Maureen, zu La Fou Fou wechselt, dem Sidekick von Siobhan (der potenziellen Verehrerin von Beau). Munro ist sehr clever – und ungemein unterhaltsam. Katie Woods stolziert als Siobhan mit einer starken Charakterzeichnung über die Bühne und liefert ihre beste Arbeit des Abends.
Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie. Foto: Nick Rutter James Mawson ist Beau – und enorm liebenswert. Robyn Grant ist das Biest. Grant sieht grossartig aus in einem Kostüm von Hugh Purves, der seine Kostümkunst mit seiner Arbeit als Puppendesigner wirkungsvoll verbindet. Grant und Mawson haben zusammen einige wunderschöne Momente, darunter das Liebesduett „Thorns“. Ihre Beziehung ist klar gezeichnet. Der dramatische Moment des Abends gehört jedoch Grant – in der Szene, in der sie glaubt, Beau habe sie verlassen. Ihre Reprise von „Thorns“ und ihre Reaktion auf den Verrat sind echt und bewegend. Die Schöne und das Biest: Eine Musical-Parodie hat sich mit dieser Adaption auf eine neue Ebene entwickelt. Eine Freude – in Innovation wie in Umsetzung.
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