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KRITIK: Coming Clean, Trafalgar Studios ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Kevin Elyots Stück Coming Clean, das derzeit im Trafalgar Studios 2 zu sehen ist.

Stanton Plummer-Cambridge, Tom Lambert und Lee Knight in Coming Clean. Foto: Scott Rylander Coming Clean.

Trafalgar Studio 2

11. Januar 2019

3 Sterne

Jetzt buchen Der Grund, warum Kevin Elyots Debütstück selten gespielt wird, könnte sein, dass sein zweites Stück, My Night With Reg, ein phänomenaler Erfolg war, der seine Karriere als Dramatiker festigte – und sie womöglich überstrahlte. Umso mehr Lob für diese Produktion des King’s Head Theatre, die nun ins West End wechselt: Sie bringt das Stück auf die Bühne und gibt vielen von uns die Gelegenheit, die Blaupause für so vieles in Elyots Schreiben zu sehen. Brutale Ehrlichkeit, bissige One-Liner, Schmerz und sogar ein junger Mann, der über klassische Musik zu seiner Identität findet – all das ist in Elyots Debüt bereits vorhanden und wurde später zu seinem Markenzeichen. Coming Clean wurde 1982 uraufgeführt, und der Soundtrack ist genau meine Jugend! Amanda Mascarenhas’ hervorragendes Bühnenbild trifft die schäbige Wohnung perfekt, und das war eine Zeit, in der gefühlt jeder schwule Mann rauchte – und, meine Güte, wie hier geraucht wird! Diese Inszenierung ist ein Angriff auf Augen und Kehle, selbst wenn es „nur“ Kräuterzigaretten sind!

Tom Lambert in Coming Clean. Foto: Scott Rylander

Tony und Greg sind seit fünf Jahren zusammen und führen eine offene Beziehung. Es gibt Regeln – und solange sie sich daran halten, können sie als Paar weitermachen. So richtig glücklich wirkt allerdings keiner von beiden, und Greg ist ein ziemlich kühler, gefühlsarmer Mann, der Tony gegenüber oft herablassend ist. Dann wird der attraktive Robert, ein arbeitsloser Schauspieler, als Putzhilfe eingestellt – und wird zum Auslöser, der die Schwächen ihrer Abmachung sowie die Komplexität von Liebe und Lust offenlegt. Das Stück stammt zudem aus einer Zeit, in der man weniger verkrampft mit Stereotypen umging: Tonys bester Freund William ist herrlich tuntig und aus heutiger Sicht politisch ziemlich unkorrekt. Elliot Hadley spielt ihn hier mit glorioser Unverfrorenheit, setzt Pointen punktgenau und macht die Freundschaft zu Tony (dem ausgezeichneten Lee Knight) zur ehrlichsten und herzlichsten Beziehung im Stück. Stets auf der Suche nach anonymem, „rauen“ Sex, wird William von einem Aufreißer verprügelt – seine verängstigte, geschockte Reaktion wird sensibel gespielt. Hadley übernimmt außerdem den Part eines deutschsprachigen, in Leder gekleideten One-Night-Stands, den Tony in der letzten Szene aufgabelt; auch hier gibt es viel Humor und viel Wehmut.

Elliot Hadley und Lee Knight in Coming Clean. Foto: Scott Rylander

Vielleicht liegt es an der Art, wie die Rolle geschrieben ist, aber ich empfand Stanton Plummer-Cambridges Greg als etwas zurückgenommen, emotional recht flach – auch wenn seine Doppelzüngigkeit gut herausgearbeitet wird. Tom Lambert gibt ein souveränes und sehr vielversprechendes West-End-Debüt als Robert: im ersten Akt ständig errötend, im zweiten dann als durchaus berechnender Charakter entlarvt, als seine fünfmonatige Beziehung mit Greg ans Licht kommt – ein klarer Bruch der wichtigsten Regel ihrer offenen Beziehung. (Schauspieler kommen in diesem Stück ziemlich schlecht weg, sehr zur Freude des Premierenpublikums!)

Stanton Plummer-Cambridge, Lee Knight und Tom Lambert in Coming Clean. Foto: Scott Rylander

Adam Spreadbury-Mahers sichere Inszenierung feiert jedoch auch die Schärfe von Elyots Sprache: Stellenweise ist das Stück messerscharf, andernorts – als erstes Stück – ein klein wenig zu ausschweifend geschrieben. Doch am meisten trifft einen beim Blick auf dieses 36 Jahre alte Drama, dass sich trotz aller Veränderungen erstaunlich wenig ändert. Die Suche nach Liebe und das Aushandeln von Beziehungen, queerfeindliche Gewalt, Verdrängung und verinnerlichte Homophobie sind leider weiterhin hochaktuell – und die Gelegenheit, Coming Clean zu erleben, ist sehr zu begrüßen.

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