Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

KRITIK: Gently Down The Stream, Park Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

douglasmayo

Teilen

Paul T Davies rezensiert Martin Shermans Stück Gently Down The Stream, inszeniert von Sean Mathias – derzeit im Park Theatre in London zu sehen.

Ben Allen und Jonathan Hyde in Gently Down The Stream. Foto: Marc Brenner Gently Down The Stream.

Park Theatre

18. Februar 2019

4 Sterne

Jetzt buchen

Beau lebt zurückgezogen in London – ein älterer schwuler Mann –, als ihn ein unverbindlicher One-Night-Stand, angebahnt über eine neue Website namens Gaydar, zu Rufus führt: einem jüngeren Mann mit einer „Daddy“-Fixierung sowie einer Liebe zur Musik und Kultur der frühen und mittleren Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Beau ist Cocktailpianist, eine Mischung aus Brooklyn und dem tiefen Süden der USA, und hat Mabel Mercer begleitet – eine heute weitgehend vergessene Nachtclubsängerin, die für Rufus jedoch ein Idol ist. Zwischen beiden beginnt eine Beziehung, die sich über Jahre erstreckt. Doch gerade als Beau sein Herz und sein Leben der Liebe öffnet, lernt Rufus Harry kennen. Das ist jedoch keine tragische Geschichte von verlorener Liebe und der Einsamkeit des älteren Homosexuellen. In Beaus Erinnerungen hat Dramatiker Martin Sherman ein wunderschönes Stück schwuler Geschichte geschaffen – brillant gespielt von einem Ensemble, das von Sean Mathias mit spürbarer Liebe geführt wird.

Harry Lawtey und Ben Allen in Gently Down The Stream. Foto: Marc Brenner

Jonathan Hyde ist grandios als Beau. Doch von verblasster, südlicher Tragik-Erhabenheit keine Spur: Er ist würdevoll, elegant, ein Leuchtfeuer aus Schmerz – und zugleich aus Liebe und Möglichkeiten. Immer darauf gefasst, dass es für den schwulen Mann schlecht ausgeht, offenbaren seine Monologe ein Leben voller Homophobie und Unterdrückung, das schließlich in Gleichberechtigung und inneren Frieden mündet. Seine erste Liebe wird bei einem Brandanschlag auf einen schwulen Club in New Orleans getötet – ein reales, heute vergessenes Ereignis, das Sherman der schwulen Geschichte zurückgibt –, die zweite stirbt an AIDS. Kein Wunder, dass Beau zögert zu lieben; doch Hyde führt uns mit großer Kunst durch Verletzlichkeit und Stolz – und durch die Möglichkeiten der Liebe.

Jonathan Hyde als Beau. Foto: Marc Brenner

Ben Allen ist ebenso hervorragend als Rufus, und es ist ein Verdienst von Text und Spiel, dass eine Beziehung echter Zuneigung so überzeugend gezeigt wird. Rufus ist viel jünger und „leicht bipolar“, was ihre Beziehung vor Herausforderungen stellt. Beau gibt ihm Freiheit – und so begegnet Rufus Harry, einem Performancekünstler. Diese Figur hätte leicht unterentwickelt bleiben können, doch Sherman zeichnet sie präzise, und Harry Lawtey packt die Rolle mit beiden Händen: Er verwandelt sie gekonnt vom selbstbezogenen Künstler zum liebevollen Vater. Um zu zeigen, wie weit wir gekommen sind, führt Beau Rufus an dessen Hochzeitstag zu Harry – und zwischen allen drei Figuren wächst eine echte, warme Zuneigung. Wenn das Stück endet, hält „Onkel“ Beau ihre Tochter im Arm: ein Symbol für das Wunder und die Kraft „alternativer“ (wenn auch zunehmend gesellschaftlich anerkannter) Familien.

Jonathan Hyde und Ben Allen. Foto: Marc Brenner

An einigen Stellen verlangt Rufus’ Nachfragen zu den Künstlern, die Beau kannte und mit denen er arbeitete, etwas zu viel Exposition – gedacht, um zu erklären und wirksame Verknüpfungen für die Szenenübergänge zu schaffen. Doch es gibt reichlich Ausgleich. Der Kinderreim „Row row row your boat gently down the stream“ liefert eine wunderschöne Anekdote aus dem Zweiten Weltkrieg – einer Zeit, in der schwule Männer und Frauen von den Behörden zumindest geduldet wurden, weil man Personal brauchte, um strategisch wichtige Posten zu besetzen. (Der Backlash fiel nach Kriegsende auf beiden Seiten des Atlantiks hart aus.) Wenn Beau das Lied am Schluss dem Kind in seinen Armen vorsingt, ist es kaum möglich, nicht tief bewegt zu sein.

Lassen Sie sich vom Wort „gently“ im Titel nicht täuschen. Es besitzt vielleicht nicht die epische Wucht und den Anspruch von The Inheritance oder Angels in America, doch Shermans knappes Stück landet dennoch den einen oder anderen wirkungsvollen Treffer. Es ist erhaben, wunderschön – und ein Werk, das man auskosten möchte.

Bis 16. März 2019

TICKETS FÜR GENTLY DOWN THE STREAM BUCHEN

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS