Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

KRITIK: Leslie Uggams, 54 Below ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

25. März 2024

Von

Ray Rackham

Share

Ray Rackham rezensiert Leslie Uggams in Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue im 54 Below, New York.

Leslie Uggams

Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue

54 Below, New York

5 Sterne

Website von 54 Below

Wenn Dionne Warwick dich anruft und im Club der Achtzigjährigen willkommen heisst, weisst du, dass du etwas ganz Besonderes bist – und Leslie Uggams’ jüngstes Engagement im 54 Below (dem Kronjuwel unter New Yorks Supper-Clubs) beweist einmal mehr: Auch in ihrer siebten Dekade, in der sie ihr Publikum begeistert, war sie schon immer aussergewöhnlich. Fast zehn Jahre nach ihren ersten Auftritten im 54 Below servierte Leslie erneut einen köstlich frechen, emotional aufgeladenen und herrlich komischen Abend voller American Songbook, Jazz-Standards und neuer Blickwinkel auf Vertrautes – so sehr, dass das Publikum immer wieder „Hallelujah, Baby!“ bejubelte.

Wenn Sie nicht wissen, wer Ms. Uggams ist – wo waren Sie denn bitte? Aber falls Ihnen der Name nicht ganz geläufig ist (ausnahmsweise sei Ihnen das verziehen): Leslie ist die gefeierte, mit Tony und Emmy ausgezeichnete Broadway-Darstellerin, vielleicht am bekanntesten für ihre Darstellung der Kizzy in der – inzwischen legendären – TV-Miniserie „Roots“, und zuletzt als Ryan Reynolds’ bewaffnete Gangster-Oma und Mitbewohnerin Blind Al in „Deadpool“. Ihre jahrzehntelange Karriere begann sie bereits mit neun Jahren am berühmten Apollo Theater in New York City; zuletzt war sie im City Center in „Jelly’s Last Jam“ zu sehen. Weltweit zur schwulen Ikone wurde Ms. Uggams, als sie gebeten wurde, den Klassiker „June Is Bustin’ Out All Over“ (aus „Carousel“) zu singen – und dabei mehr als nur ein paar Liedzeilen umdichtete (eine Darbietung, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben; und in dieser Show stellt Ms. Uggams die Geschichte und Hintergründe dazu klar).

Zu sagen, Ms. Uggams habe alles gemacht, wäre noch untertrieben – und im 54 Below bekommt sie die kreative Freiheit sowie ein liebevolles, enthusiastisches Publikum, um ihre faszinierende, vielseitige und schwer in eine Schublade zu steckende Karriere auszuleuchten und diese Entdeckungsreise mit einer Songauswahl zu verbinden, die ständig verblüfft. Das ist Cabaret in Bestform – und wenn Ms. Uggams ausruft: „Die Zeit verfliegt“, möchte der ganze Raum die Zeit am liebsten in einer Flasche festhalten und für immer bei ihr bleiben. Als unermüdliche und meisterhafte Geschichtenerzählerin (die immer genau so sagt, wie es war, ist und immer sein wird) will man nach jeder Anekdote sofort noch mehr hören: von einem jungen Lennon & McCartney, die überzeugt waren, sie sei das Ebenbild von Shirley Bassey (die über die Jahre natürlich eine gute Freundin geworden ist – auch wenn Leslie damals keine Ahnung hatte, wer sie überhaupt war), bis hin zu Steve Lawrence und Eydie Gorme, die sie in den „Tap-School“-Tagen wie eine Tochter behandelten. Ms Uggams ist ein wandelndes Kompendium all dessen, was an der Unterhaltungsbranche einmal perfekt war – und vielleicht sogar ihre grösste Hoffnung, dass Dinge noch immer perfekt sein können; wenn auch nur für gut eine Stunde in einem Supper-Club-Keller in der 54th Street. Kein Name wird plump in den Raum geworfen – aber jeder Name gefeiert: von Louis Armstrong über Ella Fitzgerald bis Dinah Washington. Ms Uggams stand Schulter an Schulter mit den Grössten aller Zeiten und verdient die Verehrung ihres begeisterten Publikums vollkommen.

Wenn Ms. Uggams singt, ist man in der Gegenwart wahrer Grösse. Begleitet vom spektakulären Trio Don Rebic (Musikalische Leitung/Piano), George Farmer (Bass) und Buddy Williams (Schlagzeug) hebt eine magische Alchemie aus Stimme und Musik ständig das Dach – etwas, das man so selten am Broadway sieht, geschweige denn anderswo. Zeitweise könnte man meinen, ein ganzes Orchester verstecke sich hinter der Bar oder in der Küche (Kompliment auch an das 54-Below-Team für das beste Sounddesign der Stadt). Und die Songs? Herzzerreissend berührende Darbietungen von „My Own Morning“ (aus ihrem Hit von 1967 „Hallelujah Baby“) und „Yesterday“ stehen neben aufrührerischen Versionen von „Something’s Coming“ und „Don’t Rain on My Parade“; die atemberaubende Klarheit von „Hello Young Lovers“ und der wissende Rat in „Being Good Isn’t Good Enough“ harmonieren wunderbar mit der Stimmgewalt von „If He Walked Into My Life“. Neue Deutungen bekannter Stücke funktionieren so hervorragend, weil Ms. Uggams die vollendete Interpretin des universellen Songbooks ist. Und als Leslie ihre Tochter Danielle Chambers auf die Bühne bat, um die funkigste Version von Jackie DeShannons „Put A Little Love in Your Heart“ zu singen, erhaschte man einen Blick auf die Diva abseits des Scheinwerferlichts: eine Mutter, stolz wie Oskar, die alles an Liebe, Leben und der Freude am Dasein feiert. Triumphierend ohne Sentimentalität übersteigt Ms. Uggams jedes abgegriffene Gerede über „Langlebigkeit“ – indem sie einfach ganz im Jetzt ist und jede Minute davon liebt.

Diesen Artikel teilen:

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS