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REZENSION: Outlying Islands, King's Head Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

18. Januar 2019

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert David Greigs Stück Outlying Islands, das derzeit im King’s Head Theatre in London zu sehen ist.

Foto: Jack Sain Outlying Islands

King’s Head Theatre, London

Vier Sterne

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Inseln nehmen in unserer Vorstellungskraft einen besonderen Platz ein. Für Shakespeares Prospero sind sie ein Ort der Magie und der Selbstfindung, während sie in William Goldings Herr der Fliegen die wilden Instinkte des Menschen hervorlocken. Auch in David Greigs Stück Outlying Islands aus dem Jahr 2002 sind sie ein Ort der Verwandlung – und dank der Theatre-Company Atticist erlebt das Werk nun seine erste Wiederaufnahme in Grossbritannien seit der Uraufführung am Traverse Theatre in Edinburgh und im Royal Court in London. Greigs namenlose Insel liegt in den Äusseren Hebriden, nur eine Meile lang und eine halbe Meile breit, draussen im Atlantik, 40 Meilen vom Festland entfernt. Von Menschen unbewohnt, wird sie von zwei jungen Wissenschaftlern, Robert und John, besucht, die von der Regierung angeheuert wurden, um eine Bestandsaufnahme der Tierwelt vorzunehmen – einschliesslich der Gabelschwanz-Sturmschwalben. In einer verlassenen Kapelle untergebracht, sind sie allein – abgesehen vom mürrischen, betagten Inselbesitzer Kirk und dessen geknechteter erwachsener Tochter Ellen, die den Sommer in einer nahegelegenen Bothy verbringen sollen, um ein Auge auf die frischen Eindringlinge zu haben.

Foto: Jack Sain

In ihrer Abgeschiedenheit von der Zivilisation beginnt die Insel, ihre Wirkung auf die jungen Männer auszuüben, die vom wilden Verhalten der riesigen Vogelpopulation, die Klippen und Himmel füllt, tief beeinflusst werden. Die amoralische Grausamkeit der Natur nimmt Robert an, der die Welt wie ein Laborexperiment betrachtet und schon jetzt Vögel den Menschen vorzieht, während John sich dagegen stemmt und an seinem britischen Sinn für Anstand festhält. Ellen durchläuft die grösste Verwandlung: Sie löst sich aus der Kontrolle ihres puritanischen Vaters und entdeckt eine selbstbestimmte Identität, die ebenso eine Naturkraft ist wie die Insel selbst – die der Legende nach entstand, als eine Riesin einen Stein ins Meer schleuderte. Das Mystische der Landschaft wird durch ihre „heidnische“ Geschichte und ihre Erscheinung als jenseitiger Ort verstärkt, an dem die Zeit verdunstet zu sein scheint.

Wie in vielen von Greigs Arbeiten zeigt auch dieses Stück sein Interesse an Menschen in Umgebungen, in denen sie zugleich Zugehörigkeit und Entfremdung empfinden. Im Sommer 1939 angesiedelt, fängt es das Gefühl ein, dass die Geschichte den Atem anhält – vor den grausamen Realitäten des Krieges, die für diese drei jungen Menschen möglicherweise bevorstehen. Verdichtet wird die Stimmung durch Christopher Preeces hervorragendes Sounddesign, das den Raum mit dem Rauschen schwärmender Sturmschwalben und kreisenden Winden füllt. Schliessen Sie kurz die Augen, und man meint fast, auf einer sturmgepeitschten, abgelegenen Insel zu sein, über der sich Hunderte Vögel sammeln. Anna Lewis’ Bühnenbild füllt den Raum und beschwört die karge Insel sowie den spärlichen Schutz der Kapelle herauf.

Foto: Jack Sain

Jack McMillan verleiht John Tiefe und Humor – einem zugeknöpften Schotten aus Edinburgh, der sich in der Wildnis der Äusseren Hebriden sichtlich nicht zuhause fühlt –, während Tom Machell Robert einen mitreissenden Charme gibt, unterlegt von einer psychopathischen Intensität. Ken Drury ist als puritanischer Extremist Kirk angemessen streng; trotz seiner angeblich christlichen Werte sorgt er sich mehr um Geld und Besitz als um die Natur um ihn herum – eine zentrale ethische Frage des Stücks. Rose Wardlaw ist als Ellen besonders beeindruckend: Sie entwickelt sich stetig von einer still gehorsamen Tochter zu einer selbstbewussten, leidenschaftlichen Frau, während sich ihre Umstände verändern.

Einige Jahre nach Outlying Islands schrieb Greig, er wolle Theater schaffen, das „am Gewebe der Wirklichkeit zerrt und die Möglichkeiten der Vorstellungskraft öffnet“. Diese neue Produktion, klug inszeniert von Jessica Lazar, trifft genau diesen Drang, die Grenzen des Realen auszuloten, um Themen rund um unseren Platz als Individuen in Beziehung zu Gesellschaft und Natur zu erkunden. Noch immer frisch und lebendig, ist dies eine längst überfällige Wiederaufnahme – und sie stimmt ein auf Greigs kommende Arbeit an der Bühnenadaption von Bill Forsyths Film Local Hero, in dem ein weiterer Aussenseiter durch die beinahe magische Landschaft Schottlands verwandelt wird.

Im King’s Head Theatre bis zum 2. Februar 2019

TICKETS FÜR OUTLYING ISLANDS BUCHEN

 

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