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REZENSION: Stolz und Vorurteil, Jermyn Street Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Joannah Tincey und Nick Underwood. Foto: Laura Martin Stolz & Vorurteil

Jermyn Street Theatre (UK-Tournee)

Vier Sterne

Jetzt buchen Mit ein wenig Rollenverdopplung bringt ein 20-köpfiges Ensemble Jane Austens Stolz & Vorurteil in der Produktion des Regent’s Park Open Air Theatre auf die Bühne, die derzeit durch Grossbritannien tourt. In Joannah Tinceys Fassung am Jermyn Street Theatre stehen dagegen nur zwei Darsteller:innen auf der Bühne – doch das steht dem geliebten Stoff in keiner Weise im Weg.

Gemeinsam verkörpern Joannah selbst und ihr Co-Star Nick Underwood 21 Figuren aus dem Roman. Die kleine Besetzung ist keineswegs eine Einschränkung, sondern eine Stärke: Sie schafft eine Intimität, die zur Geschichte der Bennet-Schwestern auf Liebessuche passt – mitsamt der Achterbahnwerbung von Lizzy und Mr Darcy – in Salons, Versammlungsräumen und Gärten. Da Tinceys Bearbeitung ausschliesslich Austens eigene Worte verwendet, treten die Nuancen des bissigen Humors besonders klar hervor; zusätzlichen Reiz liefert das ständige Wechseln der Rollen.

Joannah Tincey und Nick Underwood in Stolz & Vorurteil. Foto: Carrie Johnson

Mit Stimme, Körper und klug gewählten Requisiten wechseln die beiden mühelos zwischen den Figuren. Mit einem Taschentuch in der Hand wird Tincey zur nervösen, verkuppelnden Mrs Bennet, um im nächsten Moment in die selbstbewusste Lizzy, die vorwitzige Lydia Bennet und die selbstironische Charlotte Lucas zu kippen. Underwood – der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Colin Firth hat – überzeugt ebenso, wenn er vom leidgeprüften Mr Bennet zum pomphaften Mr Collins, zum charmanten Mr Wickham und zu Darcy wechselt, dessen Schüchternheit und gesellschaftliche Unsicherheit oft für Lacher sorgt.

Eine zusätzliche Ebene entsteht durch Cross-Gender-Besetzung – etwa wenn Tincey nicht nur die elegante Caroline Bingley spielt, sondern auch deren Bruder, Mr Bingley. So bleibt Underwood Bingleys Liebesinteresse Jane Bennet – ebenso wie weitere Frauenfiguren, darunter die herrlich schreckhafte junge Kitty Bennet.

Nick Underwod und Joannah Tincey. Foto: Carrie Johnson

Unter der Regie von Abigail Anderson hält die Inszenierung das Tempo durchgehend hoch und trägt uns zielsicher zu den unvermeidlichen Happy Ends. Das abstrakte Bühnenbild aus Möbeln und häuslichen Versatzstücken (Dora Schweitzer) lässt der Fantasie Raum, die Gärten von Pemberley, den Versammlungssaal von Meryton oder das Zuhause der Familie Bennet heraufzubeschwören – stimmungsvoll unterstützt vom Sounddesign von Mark Melville und dem Licht von Simon Wilkinson.

Das ist eine rundum gelungene Produktion, die Austens Geist und Gesellschaftskomödie einfängt – mit zusätzlichem Witz durch die Mehrfachbesetzungen. Sie ist nun nach einer erfolgreichen UK-Tournee – der dritten nach den Touren 2013 und 2014 – am Jermyn Street Theatre angekommen und begeistert weiterhin.

Spielzeit bis 21. Dezember 2016

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