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KRITIK: Der Prinz von Ägypten, Dominion Theatre London ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Ray Rackham

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Ray Rackham bespricht Prince Of Egypt von Stephen Schwartz und Philip Lazebnik, derzeit im Dominion Theatre im Londoner West End zu sehen.

Luke Brady, Liam Tamne und das Ensemble. Foto: Tristram Kenton Prince Of Egypt Dominion Theatre

3 Sterne

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Das Buch Exodus schreit nicht gerade nach Musical. Tatsächlich könnte man – ganz nach der Theaterweisheit, dass der Inhalt die Form bestimmen sollte – argumentieren, die Legende von Moses mit ihren Plagen, Morden und Wundern wäre im Opernformat besser aufgehoben. Und doch: Mehr als zwanzig Jahre nach dem DreamWorks-Film gleichen Namens (wenn auch mit weniger umfangreicher Partitur) und nach einer Entwicklungszeit von über einem halben Jahrzehnt hat Stephen Schwartz’ und Philip Lazebniks Musicalfassung von The Prince Of Egypt nun Premiere auf der Bühne des West End gefeiert.

Luke Brady in Prince Of Egypt. Foto: Tristram Kenton

Die Produktion bewahrt viel von der Magie ihres filmischen Vorgängers. Sie erzählt ihre eigene Version der Moses-Geschichte in einer oft schwindelerregenden Verbindung aus Theatertricks und bereitwillig ausgesetztem Unglauben. Scott Schwartz’ Regie und Sean Cheesmans Choreografie setzen auf einen fast skulpturalen Erzählansatz – sehr wirkungsvoll – und lassen den menschlichen Körper alles darstellen, von Streitwagen bis zu Flüssen. Komplexe Muster und Bewegungsblöcke weben sich genüsslich in die Handlung und sind eine Freude anzusehen.

Luke Brady und Christine Allado. Foto: Tristram Kenton

Ein spielfreudiges Ensemble, angeführt von Luke Bradys charmantem Moses, ist in der Tat hervorragend und stellt sich den körperlichen, spirituellen und – zeitweise – auch zeitlichen Anforderungen des Stücks. Alex Khadimes furchtlose Mirjam und Christine Allados feurige Zippora tragen den bekanntesten Song der Partitur – When You Believe – mit so souveränen Vocals vor, dass er seine zufällige Popballaden-Vergangenheit hinter sich lässt und wieder fest in den Kontext des Abends zurückkehrt. Tanisha Spring holt aus der eher grob skizzierten Nefertari das Beste heraus und liefert mit Heartless womöglich die einprägsamste der neuen Nummern der Show.

Silas Wyatt-Burke, Alexia Khadime, Luke Brady und Christine Allado. Foto: Matt Crockett

Schwartz’ Partitur tanzt zwischen ägyptischer Folklore, Pop und sogar Klezmer; sie ist voller reizvoller Rhythmen und Pulsschläge; und erinnert zwar an Children of Eden, ist aber ganz klar ein eigenständiges Werk. Es gibt viel lyrischen Witz, aber auch ein paar echte Fehlgriffe („market/park it“). Lazebniks Buch balanciert auf einem wackligen Hochseil zwischen Ernsthaftigkeit und Pantomime – und trifft nicht immer sicher. Kevin Depinets Bühnenbild ist eine Mischung aus physischer Kargheit und Projektionsoverkill; und stellenweise scheinen Ann Hould-Wards Kostüme weniger vom Hellenismus inspiriert als von einer Met Gala – sie würden auf einem frühen Versace-Catwalk der 90er nicht auffallen.

Liam Tamne. Foto: Tristram Kenton

Die Ironie ist: Prince Of Egypt hebt wirklich ab, wenn es erzählerisch am schwersten wiegt und am epischsten wird – wenn es die vorchristliche Geschichte von Göttern und Propheten mit Ehrlichkeit und Verve auslotet. Doch im sehr beherzten Versuch, aus dieser Sage eine zutiefst menschliche Geschichte zu machen, rutscht der Abend zu häufig und zu nah an die Sentimentalität heran – und verlängert so eine ohnehin schon üppige Spieldauer mit zusätzlichem Ballast. Es gibt hier viele Momente, die man feiern kann; aber im Nachhinein braucht es zu lange, bis man bei ihnen ankommt, und bei einer weitgehend wenig einprägsamen Partitur und einem ebensolchen Buch fragt man sich unweigerlich, ob das Warten wirklich lohnt.

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